Thoracic-outlet-Syndrom-Operation
Beim Thoracic-outlet-Syndrom handelt es sich um ein Irritationssyndrom von Nerven oder Armarterie und –vene oberhalb der oberen Brustkorböffnung, das durch von Geburt an vorhandene anatomische Anomalien ausgelöst wird. Zu den Symptomen des Thoracic-outlet-Syndroms gehören sowohl als elektrisierend empfundene, bis in die kleinfingerseitige Region der Hand ausstrahlende Nervenbeschwerden als auch komplizierte Durchblutungsstörungen, die Gerinnsel, Embolien und mitunter auch Schwindel- oder Ohnmachtsattacken auslösen können. Die Behandlung des Thoracic-outlet-Syndroms erfolgt trotz nicht vermeidbarer Unsicherheiten und Risiken weitgehend nur operativ und erfordert vom Operateur viel Sorgfalt.
Was versteht man unter Thoracic-outlet?
„Thorax“ bedeutet „Brustkorb", „outlet“ bedeutet „Öffnung“. Mit dem Wort Thoracic-outlet ist also die obere Brustkorböffnung gemeint, um die herum die erste Rippe verläuft, die seitlich am ersten Brustwirbel entspringt. Nicht selten gibt es Patienten, die noch eine weitere Rippe darüber abgehend vom 7. Halswirbel haben. Diese Rippe nennt man „Halsrippe“. Sie kann stummelförmig oder lang ausgebildet sein und dann die obere Thoraxöffnung zusätzlich umspannen.
Nerven am Thoracic-outlet
Aus der knöchernen Halswirbelsäule treten seitlich durch bestimmte Knochenöffnungen Nerven, genannt „Nervenwurzeln“, heraus. Die 5. bis 8. Halsnervenwurzel sind dabei für die motorische und sensible Versorgung von Arm und Hand verantwortlich. Nach Austritt aus der Halswirbelsäule seitlich haben diese Nerven einen sehr komplexen anatomischen Verlauf: Die Nervenstrukturen verteilen sich geflechtartig, so dass diese Nervenregion auch „
Plexus brachialis“ genannt wird („
Armnervengeflecht“). Die weit unten aus der Halswirbelsäule austretenden Anteile dieses Geflechts sind verantwortlich für die kleinen Muskeln in der Hand sowie für Gefühl, Schmerz- und Temperaturempfindung der kleinfingerseitigen Hand.
Ursachen und Symptome des Thoracic-outlet-Syndroms
Genau diese Nerven, die weit unten aus der Halswirbelsäule austreten, können durch anatomische Strukturen am Thoracic-outlet irritiert werden. Diese Strukturen sind zwar von Geburt an vorhanden, stellen sich aber im Laufe des Lebens eventuell als störend heraus. Warum und wodurch eine solche Entwicklung einsetzt, wissen wir nicht. Bekannt ist nur, dass Menschen mit sehr schmalem Brustkorb und lang hochragendem
Hals zur Entwicklung des Thoracic-outlet-Syndroms neigen. Vermutlich ist die dann spezifisch steile Verlaufsrichtung der Nerven begünstigend.
Eine isolierte oder mit den Nervensymptomen kombinierte Gefäßbeeinträchtigung ist beim Thoracic-outlet-
Syndrom auch möglich. Durch armhaltungsabhängige Arterienverengungen können Gerinnsel entstehen und Embolien in Fingerarterien hinein auslösen sowie – sehr selten – die Blutzufuhr zum Kopf anzapfen und
Schwindel- oder Ohnmachtsattacken auslösen. Gerinnsel in der Armvene sind noch gefährlicher.
Die meistens als elektrisierend empfundenen und bis in die kleinfingerseitige Hand ausstrahlenden Nervenbeschwerden beim Thoracic-outlet-
Syndrom werden als äußerst unangenehm wahrgenommen. Immer wieder werden sie von ärztlicher Seite nicht geglaubt und nicht selten als
psychisch verursacht falsch interpretiert. Dadurch entstehen lange Leidenswege.
Behandlung des Thoracic-outlet-Syndroms
Wenn das sehr schillernde Beschwerdebild des Thoracic-outlet-Syndroms erst einmal aufgetreten ist, ist
Physiotherapie nahezu unwirksam. Hilfreich bei einer reinen Nervensymptomatik ist allenfalls eine Änderung der Körperhaltung mit dem Versuch, die in der oberen Thoraxöffnung gelegenen Strukturen so zu positionieren, dass sie nicht mehr irritiert werden. Das muss individuell zwischen Physiotherapeut und Patient versucht werden. Bei wiederholten Symptomen von Seiten der Gefäße muss das Thoracic-outlet-
Syndrom stattdessen unbedingt operiert werden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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