medführer Arzt- und Kliniksuche
hoellerhage_skyscraper

medführer Startseite » Neurologie » Behandlungen » Supinatorlogensyndrom-Operation » Hintergrund

Supinatorlogensyndrom-Operation - Hintergrund

Supinatorlogensyndrom-Operation


Das Supinatorlogensyndrom hat eine zunehmende Lähmung beim Anheben und Strecken der Langfinger und des Daumens zur Folge. Ausgelöst wird diese Lähmung durch eine langsam fortschreitende Nervenkompression des tiefen Astes des Speichennerven (Nervus radialis) unter dem sogenannten Supinatormuskel etwa 3 cm unterhalb des Ellenbogengelenks. Eine Behandlung des Supinatorlogensyndroms ist ausschließlich operativ möglich. Nach der Supinatorlogensyndrom-Operation kann es einige Wochen bis Monate dauern bis eine Verbesserung eintritt.

Was ist ein Supinatorlogensyndrom?


Bei dem Supinatorlogensyndrom handelt es sich um ein Nervenkompressionssyndrom, also um eine langsam fortschreitende, durch immer wieder leichten Druck veranlasste, Nervenbeeinträchtigung. Voraussetzung für die Entstehung eines Supinatorlogensyndroms sind von Natur aus vorgegebene Engpassstrecken innerhalb der Extremitäten (Arm oder Bein). Eine solche Engpassstelle befindet sich unterhalb des Ellenbogengelenks unter einem Muskel (Musculus supinator), mit dem wir Unterarm und Hand in eine Position drehen, bei der wir von oben in die geöffnete Hohlhand hineinschauen können. Der so funktionierende Supinatormuskel hat mit dem betroffenen Nerven nichts zu tun. Er bezeichnet beim Supinatorlogensyndrom lediglich die Lokalisation der Nervenkompression.



Welcher Nerv ist vom Supinatorlogensyndrom betroffen?


Vom Supinatorlogensyndrom betroffen ist ein Ast des Speichennerven (Nervus radialis), mit dem wir am Unterarm all die Muskeln steuern, mit denen Handgelenk, die vier Langfinger und der Daumen gestreckt werden. Im Niveau der Ellenbogengelenksfalte teilt sich der eben genannte Nervus radialis in zwei Äste: einen oberflächlichen Ast (Ramus superfizialis) und einen tiefen Ast (Ramus profundus).

Der oberflächliche Ast enthält vorwiegend Nervenfasern, die für die Sensibilität am Unterarmrücken, am Handrücken und an der Rückfläche der Finger verantwortlich sind. Berührungen am Handrücken oder Kneifen in die Haut am Handrücken führen also zu elektrischen Reizen, die im Inneren dieses oberflächlichen Astes in den Nervus radialis weiter hoch gelangen und uns dann nach einigen Bruchteilsekunden in der Gehirnzelle bewusst werden. Der tiefer gelegene zweite Ast enthält im Gegensatz dazu Nervenfasern, deren elektrischer Reiz in bestimmten Zellelementen des Rückenmarks entsteht und in motorisch funktionierenden Nervenfasern zu Muskeln des Unterarms gelangt. Diese Muskeln haben die Funktion, Handgelenk, Finger und Daumen hoch zu strecken.

Es gibt eine regelhafte anatomische Ausnahme, einen kleinen motoris‚chen Nervenast, der doch den oberflächlichen Radialisnervenast verlässt und zum Handgelenksstreckermuskel, der daumenseitig zieht, führt. Diese Ausnahme hat große Bedeutung bei der Einordnung des neurologischen Ausfallsbildes des Supinatorlogensyndroms und für den Operateur.

Der tiefe Ast des Nervus radialis (Ramus profundus) enthält nahezu keine sensiblen Nerven, sondern – wie schon erwähnt – nur motorische Nervenfasern. Beeinträchtigungen dieses Nervenastes erzeugen also beim Supinatorlogensyndrom motorische Ausfälle (Lähmungen) und keine Gefühlsstörungen oder Schmerzen.

Aufbau von Nerven und Nervenfasern


Jeder periphere Nerv hat eine relativ derbe Hüllstruktur (Epineurium), welche viele Tausend Nervenfasern in seinem Inneren umgibt. Diese Nervenfaser ist ein zylindrischer Zellfortsatz, dessen eigentliche Zelle im Rückenmark liegt. Der Nervenzellfortsatz kann bis zu 2 Meter lang innerhalb eines peripheren Nervs werden. Jede einzelne dieser Nervenfasern ist umgeben von einer Isolationsschicht, vergleichbar mit der Gummiumhüllung eines Kupferdrahtes. Diese Isolationsschicht verhindert nicht nur das Überspringen elektrischer Impulse von einer Nervenfaser auf die nächste, sondern sie hat eine zusätzliche Funktion für die Fortleitung eines einmal an einer bestimmten Stelle entstandenen elektrischen Reizes an der Nervenfaser: sie beeinflusst die Geschwindigkeit der Fortleitung dieses Nervenreizes.

Entstehung des Supinatorlogensyndroms


Es ist wissenschaftlich gesichert, dass die von bestimmten Zellelementen hergestellte fetthaltige Isolierschicht um jede einzelne Nervenfaser herum hoch empfindlich auf Druck reagiert. Die Folge ist, dass leichte, sich wiederholende Druckauswirkungen auf einen Nerven diese Isolationsschicht schädigen und auf diese Weise die Geschwindigkeit der Erregungsausbreitung entlang der Nervenfaser sehr negativ beeinflussen. Diese ungünstige Beeinflussung führt dann zum neurologischen Ausfallsbild des Supinatorlogensyndroms und zu einem mittels Messung der Nervenleitgeschwindigkeit nachweisbaren Schaden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012

Als Autor anmelden

Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren Neurologen, Neurochirurgen und Neuroradiologen

Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular

Anzeigen Service