Schädelbasistumor-Operation
Schädelbasistumore sind zwar überwiegend gutartig, können aber knöcherne Strukturen zerstören und die Hirnnerven und Gefäße umwachsen. Aufgrund der Komplexität von Schädelbasistumoren sollte deren Therapie in erfahrenen Zentren mit interdisziplinärem Hintergrund und 24-stündiger intensivmedizinischer Überwachungs- und Therapiekapazität erfolgen. Mit entsprechender Operationsplanung und perioperativem Monitoring können diese schwierigen und formidablen Eingriffe mit einem vertretbaren und kalkulierbaren Risiko durchgeführt werden.
Was ist die Schädelbasis?
Als Schädelbasis wird die knöcherne Grenze zwischen dem Gesichtsschädel mit dem Nasen-Rachen-Raum, dem Übergang zur Halswirbelsäule sowie dem Hirnschädel bezeichnet. Sie stellt somit die Grenze zum Gehirn und den hirnwasserführenden Räumen dar.
Durch die Schädelbasis treten die 12 Hirnnerven und Blutgefäße in den Gesichtsschädel oder in den
Hals über. Die gesamte Schädelbasis lässt sich in 3 große Bereiche unterteilen. Man unterscheidet zwischen der vorderen Schädelbasis (Frontobasis), die oberhalb der
Nase und den Nasennebenhöhlen sowie der Orbita (Augenhöhle) liegt und die vordere Schädelgrube nach unten bedeckt, von der seitlichen Schädelbasis (Laterobasis) oberhalb des Ohres, die die mittlere Schädelbasis begrenzt, und von den Anteilen, welche die hintere Schädelgrube begrenzen. Aufgrund ihrer Nähe zum Gesicht und dem
Hals bildet die Schädelbasis ebenfalls eine traditionelle Grenze im medizinischen Behandlungsspektrum der unterschiedlichen chirurgischen Fachdisziplinen:
Neurochirurgie,
Hals-Nasen-
Ohren-Heilkunde und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Dies erklärt, warum gerade in diesem anatomischen Gebiet oft für eine optimale Versorgung der betroffenen Patienten eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich ist.
Schädelbasistumore und andere Erkrankungen der Schädelbasis
Die Schädelbasis kann durch angeborene Defekte oder durch Verletzungen nach Unfällen mit Bruchbildung durch die Schädelbasis, die zum Ausfluss von Hirnwasser (Liquorfistel) führt, verändert sein. Aber auch gutartige (
benigne) und bösartige (
maligne) Tumore sowie Entzündungen können die Schädelbasis befallen. Häufige Erkrankungen der Schädelbasis sind u.a. Meningeome, Neurinome, Karzinome, Hypophysenadenome, Ästhesioneuroblastome, Chordome, Chondrosarkome und/oder Cholesteatome.
Da es sich bei der überwiegenden Mehrheit der Tumore um gutartige Raumforderungen, z.B. Meningeome, Neurinome handelt, die trotz ihrer prinzipiellen Gutartigkeit die knöchernen Strukturen zerstören und die Hirnnerven und Gefäße umwachsen, fallen Schädelbasistumore oftmals erst bei einer erheblichen Größe auf. Die klinische Symptomatik der Patienten richtet sich nach dem jeweiligen Wachstumsverhalten und der
Lokalisation des Tumors, mit der entsprechenden Nähe zu den durch die Schädelbasis ziehenden Hirnnerven und zum Hirnstamm.
Symptome bei Schädelbasistumoren
Typische Symptome sind: Riech- und Geschmacksstörungen (Riechnerv, N. Olfactorius), Sehstörungen (Sehnerv, N. Opticus), Doppelbilder (N. occulomotorius, N. trochlearis und N. abducens), Gesichtsschmerz oder Missempfindungen im Gesicht (N.trigeminus), Lähmung der Gesichtsmuskulatur (Gesichtsnerv, N. fazialis), Hörminderung, Taubheit, Ohrgeräusch (Tinnitus) (N. acusticus, N. vestibularis),
Schwindel, Gangunsicherheit, Schluckstörungen und Heiserkeit. Weitere Symptome wie Gangunsicherheit, Lähmungen und Gefühlsstörungen im Bereich des Körpers können durch Druck auf den Hirnstamm ausgelöst werden. Aber auch Einengungen oder Verlegung der Hirnwasserwege (Ventrikel), die zu einer Hirnwasserzirkulationsstörung (Hydrocephalus) führen, können zu Gangstörungen, Gedächtnisstörungen, Blasenfunktionsstörungen (Inkontinenz) und Hirndruckzeichen wie
Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und Bewusstseinsstörungen führen. Große Tumor, die auf den Vorderlappen (Frontallappen) oder den Schläfenlappen (Temporallappen) des Gehirns drücken, können auch Persönlichkeitsveränderungen und Krampfanfälle auslösen. Ebenso werden hormonelle Störungen bei Druck auf die Hirnanhangsdrüse (
Hypophyse) beobachtet.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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