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Nerventumor-Operation - Hintergrund

Nerventumor-Operation


Nerventumore sind überwiegend gutartig, wachsen nur sehr langsam und werden meist erst spät entdeckt, wenn die ersten Schmerzen und Beeinträchtigungen motorischer und sensibler Funktionen auftreten. Die operative Entfernung des Nerventumors erfolgt mithilfe des Operationsmikroskops und muss vom Operateur mit viel Zeitaufwand und Sorgfalt durchgeführt werden, um mögliche Schäden an der betroffenen Nervenfaser zu verhindern bzw. zu minimieren. Sollte es nach einer Nerventumor-Operation dennoch zu Funktionsbeeinträchtigungen in den betroffenen Gliedmaßen kommen, können diese durch Krankengymnastik und Physiotherapie behandelt werden.

Was sind Nervenfasern?


Tumore eines peripheren Nerven einer Extremität sind überwiegend gutartig. Dennoch stellen solche Nerventumore eine Herausforderung für den Operateur dar. Man muss sich vorstellen, dass wir über Nervenzellen im Rückenmark und nahe des Rückenmarks verfügen, die durch sehr große Aktivität bis zu 2 Meter lange zylindrische Nervenfortsätze ausbilden, die sich dann zu Tausenden in gewissen Gruppierungen im peripheren Nerv an Arm oder Bein befinden. Diese Nervenfortsätze bzw. Nervenfasern leiten die elektrisch erzeugte Erregung, die wir für die Funktionalität in Arm oder Bein benötigen. Zum einen gibt es Fasern, entlang derer die elektrische Erregung zum Rückenmark und Gehirn hoch verläuft. Diese Nervenfasern leiten sensible Funktionen wie Gefühl, Schmerz und Temperatursinn. Zum anderen gibt es Nervenfasern, deren elektrische Erregung vom Rückenmark in die Peripherie beispielsweise zu einem Muskel verläuft. Diese Fasern steuern motorische Funktionen.



Welche Arten von Nerventumoren gibt es?


Jede einzelne der Tausenden von Nervenfasern ist für sich von einer Zellschicht umgeben, die wiederum eine Isolationsfunktion ausübt, vergleichbar mit der Gummiumschichtung bei einem Kupferdraht. Die Zellen, die diese fetthaltige Isolierschicht ausbilden und um die Nervenfaser herumwickeln, heißen „Schwann’sche Zellen“. Sie werden aber leider auch zur Mehrzahl gutartiger Nerventumore, wenn sie sich ungewöhnlich vermehren. Solche Tumore heißen dann Nervenscheidentumore (Schwannom, Neurinom, Neurofibrom). Die Hintergründe ihrer Entstehung sind unbekannt. Das Wachstum von Nervenscheidentumoren ist langsam und man entdeckt sie erst nach Jahren, wenn sie Symptome erzeugen. Erwähnt werden muss, dass einzelne Patienten aufgrund genetischer Veränderungen beim Vorliegen einer Neurofibromatose Recklinghausen zu stark vermehrter Entwicklung dieser Nerventumore neigen.

Die zweithäufigste Art eines Nerventumors, der sich innerhalb eines peripheren Nerven ausbilden kann, ist schwerer verständlich, aber harmloser: Es handelt sich dabei um Zysten, die mit dickflüssiger durchsichtiger Substanz gefüllt sind und histologisch wie Zysten an Sehnenscheiden, früher „Überbein“, aussehen. Sie können einem Nerv außen anliegen, sich aber auch im Nerveninneren ausbilden. Im Nerveninneren können sie sogar multipel langstreckig vorhanden sein. Es besteht immer eine winzige Verbindung zwischen einem benachbarten Gelenk und solchen Zysten. Diese Verbindung orientiert sich am Nervenast zu dem jeweiligen Gelenk, so dass die zystische Raumforderung am oder im Nerven dann eine Außenmanifestation des Gelenkinneren darstellt. Es gibt einfach histologische Gemeinsamkeiten zwischen der Schleimhaut des Gelenkinneren, der Schleimhaut der Sehnenscheiden und der Membran solcher extra- oder intraneuraler Zysten. Mehr ist schlichtweg nicht bekannt.

Sehr seltene weitere Nerventumormanifestationen gehen von Gefäßen im Inneren eines Nervs aus (Kavernome, Hämangiome, Hämangioblastome). Diese Nerventumore sind eine solche Rarität, dass sie jetzt nicht weiter erwähnt werden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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