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Medikamentenbeschichtete Stents - Methoden

Die Implantation medikamentenbeschichteter Stents

Medikamentenbeschichtete Stents werden im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung über einen Katheter in das betroffene Herzkranzgefäß gebracht und dort mit Hilfe eines Ballons aufgedehnt. Der Patient ist während der gesamten Untersuchung ansprechbar und benötigt lediglich eine örtliche Betäubung im Bereich des Gefäßzugangs. Dieser Zugang zu den Koronargefäßen des Patienten erfolgt entweder über eine Beinarterie in der Leiste oder eine Arterie am Handgelenk. In seltenen Fällen kann auch eine Arterie in der Armbeuge gewählt werden.



Nachdem ein entsprechender Katheter am Eingang des betroffenen Herzkranzgefäßes platziert wurde, muss ein sehr feiner Draht über die Engstelle hinweg in das Gefäß vorgeschoben werden. Danach wird entweder die Engstelle mit einem Ballon zunächst gedehnt oder der Stent direkt mit Hilfe eines darunter liegenden Ballons aufgedehnt. Der übliche Durchmesser eines aufgedehnten Stents liegt zwischen 2.5 und 4.0 mm. Das Vorbringen der Katheter sowie der Drähte, Ballons und Stents erfolgt unter Röntgenkontrolle und der Gabe von Kontrastmittel. Nach erfolgreichem Einbau (Implantation) des Stents können dann der Draht und danach auch der Katheter zurück gezogen werden.



Komplikationen und Nachbehandlung bei medikamentenbeschichteten Stents


Komplikationen bei medikamentenbeschichteten Stents sind selten und entsprechen seitens des Vorgehens (z.B. Nachblutungen im Bereich der Punktion) denen von reinen Metallstents. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass blutplättchenhemmende Medikamente bei Verwendung von medikamentenbeschichteten Stents länger und mit noch größerer Sorgfalt als bei reinen Metallstents einzunehmen sind. Dies betrifft einerseits das Aspirin, welches die meisten Patienten mit koronarer Herzerkankung lebenslang zu sich nehmen müssen. Entscheidend ist, dass ein weiteres blutplättchenhemmendes Medikament (Clopidogrel: Handelsnamen Plavix®/ Iscover® oder Prasugrel: Handelsname Efient®) mindestens für ein halbes Jahr und in vielen Fällen auch für 1 Jahr erfolgen sollte. Vor allem bei verfrühtem Absetzen eines der Medikamente kann es zu einem abrupten Verschluss des Stents kommen (sogenannte Stentthrombose), im Rahmen dessen mindestens die Hälfte der Patienten einen Herzinfarkt erleidet. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt jedoch bei weit unter 1%/ Jahr.

Wichtig ist auch zu wissen, dass auch bei Patienten mit medikamentenbeschichtetem Stent eine Wiederverengung des behandelten Herzkranzgefäßes auftreten kann. In vielen Fällen macht sich dies durch eine erneute Brustenge (Angina pectoris) oder Luftnot bei Belastung bemerkbar. Die Wahrscheinlichkeit für eine Wiederverengung ist jedoch wesentlich geringer als bei reinen Metallstents.

Bei Patienten, die auf die Einnahme von Marcumar angewiesen sind (z.B. nach Herzklappenoperation mit mechanischer Klappe oder Patienten mit Vorhofflimmern) sollte die Verwendung von medikamentenbeschichteten Stents gut überdacht werden, da unter Marcumar, Aspirin und der weiteren notwendigen plättchenhemmenden Substanz (Clopidogrel oder Prasugrel) das Blutungsrisiko doch deutlich ansteigt. Der behandelnde Arzt bespricht die Auswahl des bestgeeigneten Stents wenn möglich noch vor oder während der Untersuchung mit Ihnen.

Nach einer erfolgreichen Stentimplantation sollten Patienten regelmäßig ihren Kardiologen aufsuchen.
Vor und nach der Stentimplantation

letzte Aktualisierung: 20.05.2013

Artikelinformationen zu Medikamentenbeschichtete Stents
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Portrait Prof. Radke

Prof. Dr. med. Peter W. Radke

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