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Heuschnupfen - Behandlung / Therapie

Heuschnupfen erkennen und behandeln

Die Zahl der Allergiker steigt von Jahr zu Jahr an. Mittlerweile leiden rund 12 Millionen Deutsche an einer Allergie, und die Betroffenen kämpfen Jahr für Jahr mit lästigen Symptomen, wie z.B. Augenjucken, Niesen oder Hautproblemen.

Pollenallergien haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Verantwortlich sind wohl mehrere Faktoren.

Für manche Pollenallergiker beginnt die klassische Heuschnupfenzeit schon im Januar, wenn die Frühblüher wie Haselnuss und Erle ihre Pollen durch die Luft schicken. Die Pollenflugzeit hat sich also verlängert, sie beginnt etwa vier Wochen früher und sie dauert auch länger an. Damit verkürzt sich umgekehrt auch die Zeit in der sich die Schleimhäute wieder erholen können.

Eine große Rolle spielt dabei die steigende Pollenbelastung durch neu eingeschleppte Pollen, aber auch die erhöhte Schadstoffbelastung. Diese bewirkt nicht nur eine zusätzliche Belastung für den Körper, sondern macht die Pollen darüber hinaus noch aggressiver als bisher.

Enormer "Pollenflugverkehr"

Pollen können hunderte von Kilometern mit dem Wind transportiert werden und dabei mit einer Flughöhe bis zu 5 Kilometern auch ein Gebirge überwinden. In Mitteleuropa sind regelmäßig Pollen aus dem marokkanischen Atlas-Gebirge nachweisbar, und Allergikern in Stockholm kann die Blüte des Traubenkrauts in Ungarn, Polen, Tschechien oder der Ukraine zu schaffen machen.

Der Pollenflugverkehr in unseren Breiten ist enorm: Eine einzige Roggen-Ähre setzt etwa fünf Millionen Pollen frei, der Blütenstand einer Birke mehr als fünf Millionen und ein durchschnittlicher Haselnussbusch 600 Millionen. Fast 30.000 Pollen regnen jährlich pro Quadratzentimeter nieder.

Gelangt der Blütenstaub in die Atemwege, reagieren Pollenallergiker mit Juckreiz und Schwellungen der Augen- und Nasenschleimhaut, Niesattacken, Schnupfen, Tränenfluss und allgemeiner Abgeschlagenheit.

Bei Allergieverdacht zum Arzt

Eine Pollenallergie erkennt man daran, dass die Beschwerden nur auftreten, wenn Pflanzen oder Bäume blühen und deren Pollen durch die Luft fliegt. Eine Allergie sollte unbedingt ernst genommen werden und bei einem Allergologen überprüft werden. Nicht behandelte Allergien können neben einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität langfristig zu Asthma führen.

Bei Verdacht auf eine Pollenallergie kann ein Hauttest klären, welche Pollen genau die Allergie auslösen. Am häufigsten kommt dabei der so genannte Pricktest zum Einsatz. Hierbei werden kleinste Mengen der zu testenden allergieauslösenden Substanzen auf die Haut aufgeträufelt und anschließend die Haut leicht eingeritzt, damit die Substanz eindringen kann. Nach einer Viertelstunde kann der Arzt an den Hautstellen die Reaktion ablesen. Ist die Haut gerötet, angeschwollen oder juckt ist das ein deutliches Anzeichen für eine Allergie auf genau diese Pollenart.

Allergien aktiv bekämpfen

Wird beim Patienten eine Allergie festgestellt, sollte diese auf jeden Fall langfristig behandelt werden.

  • Allergologen raten zur Hyposensibilisierung (oft auch Allergieimpfung genannt), wenn ein Patient länger als vier Wochen im Jahr unter allergischem Schnupfen leidet - selbst wenn die Symptome nur leicht sind. Hierbei werden dem Patienten über einen längeren Zeitraum steigende Dosen des Allergens gespritzt. So wird der Körper an das Allergen gewöhnt und dagegen immun gemacht. Diese Allergieimpfung dauert 2-3 Jahre und erfordert die Einhaltung eines genauen Zeitplans. Während dieser Zeit und meist auch noch nach der Behandlung können allergische Beschwerden in abgeschwächter Form auftreten; ganz verschwinden sie nicht immer. Diese Therapie wird in der pollenfreien Zeit begonnen und von Allergologen oder Lungenfachärzten durchgeführt. Die Erfolgsquote beträgt bei Pollenallergien etwa 80-90 %. Die Hyposensibilisierung ist laut Welt-Gesundheitsbehörde (WHO) die einzige ursächliche Behandlung gegen Allergien.
  • "Dem Ärger einfach aus dem Weg gehen" – eine Erfolg versprechende Methode im Kampf gegen das Allergen. Doch das gestaltet sich oftmals schwieriger als gedacht. Denn viele Allergien werden von ganz alltäglichen Stoffen wie Hausstaub oder Gräserpollen ausgelöst. Dennoch sind Schutzmaßnahmen mit denen man den Allergenen aus dem Weg geht auf jeden Fall sinnvoll. Pollenfilter im Auto, Lüften nur zu bestimmten Zeiten und häufiges Händewaschen können hier ein erster Ansatz sein.
  • Die dritte Säule der Behandlung stellt die medikamentöse Therapie dar. Beschwerden im Bereich der Augen und Nase können die Betroffenen mittlerweile mit sogenannten Antihistaminika inzwischen selbst gut behandeln. Sie verhindern die Wirkung des durch die Allergene freigesetzten Histamins. Dieses Hormon spielt eine Schlüsselrolle bei der allergischen Reaktion mit typischen Symptomen wie Juckreiz, Schwellung, Rötung, Schleimhautreizung und Atemnot. Durch das Medikament werden die allergischen Beschwerden gelindert. Bewährte und gut erforschte Wirkstoffe wirken in Form von Augentropfen und Nasenspray direkt äußerlich am Ort der Beschwerden schon innerhalb von wenigen Minuten. Bei stärkeren Beschwerden verordnet der Arzt gegebenenfalls eine Cortisontherapie.
letzte Aktualisierung: 04.02.2012
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