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Leberkrebs - Hintergrund / Einleitung

Leberkrebs


Bei Leberkrebs handelt es sich um bösartige Tumore in der Leber, die zumeist in Lunge und Knochen metastasieren. Unterschieden wird zwischen sekundärem Leberkrebs, also Tochtergeschwülsten (Metastasen) anderer Krebsarten, und primärem Leberkrebs, der sich direkt aus den Zellen der Leber entwickelt.

Bedeutung der Leber


Die Leber (griechisch: Hepar) ist die größte Drüse des menschlichen Körpers und so das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels. Die bedeutsamsten Aufgaben sind die Herstellung wichtiger Eiweiße, die Verwertung von Nahrungsbestandteilen, die Produktion der Galleflüssigkeit und der Abbau und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Pharmazeutika und Toxinen.

Unterscheidung zwischen primärem und sekundärem Leberkrebs


Wenn in den Zellen der Leber bösartige Neubildungen entstehen, spricht man von Leberkrebs. Zu unterscheiden ist der primäre Leberkrebs von dem sekundären Leberkrebs. Entwickeln sich bösartige Geschwülste direkt aus den Zellen der Leber, verwendet man die Bezeichnung primärer Leberkrebs. Bildet sich die bösartige Geschwulst zwar in der Leber, aber nicht aus deren Zellen, sondern aus Zellen anderer Gewebe, die in der Leber weiter wachsen, bezeichnet man dies als Tochtergeschwülste anderer Organe (Lebermetastase) und nennt dies sekundären Leberkrebs.


Sekundärer Leberkrebs


Metastasen von verschiedenen Tumorarten können Tochtergeschwülste in der Leber bilden. Unter anderem gehören Darmkrebs, Magenkrebs und auch der Brustkrebs zu Krebsarten, welche über die Blutbahn in die Leber streuen und Leberkrebs verursachen. Die Grundkrankheit befindet sich dann in einem fortgeschrittenen Stadium. In einigen Fällen gelingt es nicht zu eruieren, welche Grunderkrankung die Metastase hervorgerufen hat. Dann nennt man dies Cancer of unknown primary (CUP-Syndrom, Krebs unklaren Ursprungs).

Primärer Leberkrebs


Der primäre Leberkrebs wird unterteilt in das Hepatozellulläre Karzinom (HCC) und das Cholangiozelluläre Karzinom (CCC), wobei letzteres von den Gallengängen ausgeht und in die Leber einbricht.

Die Metastasierung des primären Leberkrebses erfolgt zumeist in Lunge und Knochen. Das Leberzellkarzinom (HCC) ist der global fünfthäufigste bösartige Tumor. Trotzdem zählt das HCC verglichen mit anderen Krebsarten (z.B. Prostatakrebs, Brustkrebs) zu den eher seltenen Krebserkrankungen. Weltweit erkranken jährlich etwa 600.000 Menschen. Vergleichsweise erkranken in Deutschland jedes Jahr 6.000 Menschen. Die Häufigkeit verdoppelte sich in den letzten 20 Jahren. Dies wird in Zusammenhang mit der höheren Rate an Hepatitis-C-Neuerkrankungen gebracht. Männer sind 3-mal häufiger betroffen als Frauen. Das cholangiozelluläre Karzinom ist noch seltener.

Ursachen für primären Leberkrebs: Leberzirrhose


Eine Leberzirrhose (Endstadium chronischer Lebererkrankungen) gilt als Hauptfaktor für die Entstehung von bösartigem Leberkrebs. Durch den chronischen Untergang von gesundem Lebergewebe und die nachfolgende Regeneration entsteht eine gestörte Gewebearchitektur mit knotigen Veränderungen. Zudem bildet sich enorm viel Bindegewebe (Fibrosierung). Durch diese narbigen Areale, welche mehr als 50 Prozent des gesamten Gewebes einer zirrhotischen Leber einnehmen können, ist die Durchblutung der Leber gestört und so staut sich im Bereich der Pfortader das Blut vor der Leber. Man spricht von portaler Hypertension.

Chronischer Alkoholmissbrauch und chronische Virusinfektionen (Hepatitis-B und Hepatitis-C) sind Hauptursachen für die Entstehung einer Zirrhose. Bei der Leberzirrhose mit zugrundeliegender Hämochromatose (angeborene Störung des Eisenstoffwechsels) ist das Erkrankungsrisiko an Leberkrebs mehrfach erhöht. Zudem bildet der Schimmelpilz Aspergillus flavus Aflatoxine (B1), welche karzinogen auf die Leber wirken. Kontaminierte Nahrungsmitteln wie Nüsse und bestimmtes Getreide sind zu meiden.

Der erblich angeborene Alpha1-Antitrypsinmangel führt durch den Mangel von Proteaseinhibitoren zu einer Leberzirrhose. Wenn der Körper dauerhaft Tetrachlorkohlenstoff ausgesetzt ist, kann Leberkrebs entstehen. Tetrachlorkohlenstoff ist ein Lösemittel für Fette und Öle ist und spielt in der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln eine Rolle.

Ursachen für primären Leberkrebs: molekular-genetische Ursachen


Molekular-genetische Ursachen werden ebenfalls als Ursache für primären Leberkrebs diskutiert. Bei ungefähr 60 Prozent der Tumorpatienten ist das das Tumorsuppressorgen FHIT gestört. Durch die Genstörung wird die Herstellung einer Vielzahl von Proteinen gehemmt und führt so zu einem unkontrollierten Zellwachstum. Auch der langjährige Abusus von Androgenen (beispielsweise durch Bodybuilder) kann die Entstehung eines HCC begünstigen.

Die Ursachen für das cholangiozelluläre Karzinom sind desgleichen nicht vollständig geklärt. Zu den Risikofaktoren zählen Gallengangssteine (Choledocholithiasis), seltene chronische Entzündungen der Gallenwege (primär sklerosierende Cholangitis), Adenome (gutartige Geschwülste) der Gallenwege, welche entarten können, Zysten im Gallengang (Choledochuszysten) sowie chronisch-parasitäre Lebererkrankungen (zum Beispiel Leberegel), welche vor allem im asiatischen Raum vorkommen.

Artikelinformationen zu Leberkrebs
Autor
Prof. Pross

Prof. Dr. med. Matthias Pross

Zur Webseite
Dr. Sahm

Dr. med. Maik Sahm

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Dr. Rubach

Dr. med. Katharina Rubach

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