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Kurz nach der Diagnose Brustkrebs

Kurz nach der Diagnose Brustkrebs


Sich plötzlich mit der Diagnose „Brustkrebs“ konfrontiert zu sehen, ist für jeden Menschen ein großer Schock. Nach und nach realisiert man, dass es keine Sicherheit im Leben und keine Garantie auf Gesundheit gibt. Die Suche nach der Ursache oder womöglich nach einer Schuld ist sinnlos: Es gibt keine aus der heutigen Sicht der Wissenschaft erkennbare Ursache für die Entstehung von Krebs. Es gibt verschiedene Risikofaktoren – genetisch bedingte, umwelt- und lebensführungsbedingte –, aber selbst die Vermeidung der von uns beeinflussbaren Faktoren führt nicht zu einer Garantie auf Gesundheit. Wir können dem Krebs nur durch die möglichst frühe Diagnosestellung effizient entgegenwirken.

Die Diagnose „Brustkrebs“ stellt heutzutage kein Todesurteil mehr dar.

Ist man jedoch von der Diagnose „Brustkrebs“ betroffen, erfährt man – sobald man die Kraft hat, es seinen Freunden, den nächsten Bekannten und der Familie mitzuteilen – oft eine große Welle an Hilfsbereitschaft. Diese schließt auch eine Flut von gut gemeinten Ratschlägen mit ein. Nicht selten erfährt man dabei, dass bereits einige Menschen in der Umgebung von dieser Diagnose betroffen sind. Die vielen Ratschläge sind ohne Zweifel gut gemeint, allerdings mit äußerster Vorsicht zu genießen, da sie nicht immer richtig sind.



Es ist immer außerordentlich wichtig, hier einen wirklichen Experten zu konsultieren.

Auf kaum einem anderen Gebiet der Onkologie (Heilwissenschaft der Krebserkrankungen) existieren derart hoch qualifizierte Einrichtungen wie gerade in der Behandlung von Brustkrebs: die zertifizierten Brustzentren. Dort arbeiten Experten vieler verschiedener Fachrichtungen Hand in Hand, um aus allen möglichen Richtungen und Fachgebieten Wissen zum Wohle der Betroffenen zusammenzutragen und eine optimale Behandlung zu gewährleisten.

Leider gibt es außerhalb dieser Zentren im Bereich der Onkologie viele selbsternannte Experten, deren Empfehlungen nicht immer hilfreich und oft sogar schädlich sind.

Unsinnigerweise wird zusätzlich häufig ein Konflikt zwischen der sogenannten Schulmedizin und alternativen medizinischen Behandlungsmethoden heraufbeschworen – der eigentlich gar nicht existiert.

Zwischen Schulmedizin und alternativen Behandlungsmethoden besteht kein Widerspruch.

Für Laien erscheint dieser Dschungel an Informationen oft undurchdringlich. Hier sollte ein einfacher Leitsatz Abhilfe schaffen:

Der wahre Experte offenbart sich dadurch, dass er sich gegenüber allen erfolgversprechenden Behandlungen und Behandlungsversuchen offen zeigt und mit Ihnen zusammen unter den vielen Möglichkeiten die für Sie beste Behandlungsmethode auswählt.

Manche Ihrer Mitmenschen, die Ihnen helfen möchten, werden Ihnen versichern: „Ich kenne da jemanden, der weiß etwas ganz Neues und Bahnbrechendes.“Wer freut sich in dieser Situation nicht über diesen Hoffnungsschimmer? Aber: Hier ist in jedem Fall Vorsicht geboten! Sie können ganz sicher sein, dass Neues und Bahnbrechendes sofort von jedem wirklichen Experten aufgegriffen und alles daran gesetzt wird, dies für die Patientinnen zu
nutzen. Das weltweite Netzwerk der Wissenschaftler ist sehr fein gesponnen, gerade in der Onkologie.

Wir wollen verantwortlich helfen – mit erfolgversprechenden und wissenschaftlich abgesicherten Methoden, die erwiesenermaßen nützlich sind und wenigen bis keinen Schaden anrichten. Die Wissenschaft, die sich damit befasst, ist kritisch, neutral und unabhängig.

Fragen Sie immer nach der wissenschaftlichen Wertigkeit einer Methode, bevor Sie sich für oder gegen etwas entscheiden.

Ganz wichtig ist auch die Frage nach der Übung und der Expertise, die Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt hat – denn je häufiger sie/er dieses Krankheitsbild behandelt und je mehr Experten unterschiedlicher Fachrichtungen involviert sind, desto erfolgversprechender ist die Behandlung. Ein wirklich professioneller Experte wird Ihnen diese Frage nicht übel nehmen, sondern im Gegenteil die Chance nutzen, Ihnen sein Wissen und sein Institut oder seine Praxis stolz vorzustellen.

Fragen Sie nach den Erfahrungen des Experten und nach dessen Ausbildung.
letzte Aktualisierung: 04.06.2013

Autor
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Martina Sohn

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Prof. Dr. med. Prof. h.c. Christof Sohn

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