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Künstliches Sprunggelenk (OSG-TEP) - Hintergrund

Künstliches Sprunggelenk (OSG-TEP)


Ein künstliches Sprunggelenk ist seit einigen Jahren eine gute Alternative zur Versteifungsoperation bei einer Arthrose des oberen Sprunggelenkes. Der Erfolg durch ein künstliches Sprunggelenk ist allerdings eng mit der Erfahrung des Operateurs verknüpft.


Warum kann ein künstliches Sprunggelenk nötig werden? – Risiko Sportverletzung


An den unteren Extremitäten sind nicht nur Hüft- und Kniegelenk vom Verschleiß betroffen, auch vor dem oberen Sprunggelenk macht die Arthrose gerade beim sportlich aktiven Menschen nicht Halt. Immerhin ist es das am stärksten belastete Gelenk des menschlichen Körpers und muss schon beim normalen Gehen – sprich bei jedem Schritt – bis zum Siebenfachen des individuellen Körpergewichts tragen. So verwundert es nicht, dass besonders diejenigen, die Sportarten mit Belastung der unteren Extremitäten ausüben – also Langstreckenläufer, Skateboardfahrer, Fuß-, Hand- und Basketballer, sowie überhaupt alle, die gerne und bevorzugt Ballkontaktsportarten durchführen – häufig Jahre später von einer Arthrose im oberen Sprunggelenk betroffen sind.

Die häufigsten Brüche an der unteren Extremität treten am oberen Sprunggelenk auf, das überhaupt zu den am meisten beanspruchten Gelenken des Körpers zählt. Nach Sprunggelenksbrüchen kann es in späteren Jahren bei bis zu jedem zweiten zu einer Arthrose kommen und das unabhängig davon, wie exakt der Bruch nach der Verletzung tatsächlich operativ gerichtet werden konnte.

Diese ernüchternden Früh- und Spätverläufe haben ihre Ursache in der überaus sensiblen Biomechanik des oberen Sprunggelenkes: verbleibt z.B. nach einer Operation des Bruches eine geringe knöcherne Stufe von lediglich 1 - 2 mm, führt dies bereits zu einer Verringerung der Kontaktfläche der korrespondierenden Knochen zwischen Unterschenkel und Fuß von 30 - 60 %. Die daraus resultierende Überlastung der übrigen Gelenkfläche erhöht dauerhaft das Risiko einer Arthroseentstehung. Auch kleine Absprengungen des Gelenkknorpels können nach der Rekonvaleszenz langfristig Verschleißveränderungen auslösen (Abb. 1).
Abb. 1a und b: Sprunggelenksbruch 1979 mit sachgerechter operativer Versorgung. Im Jahr 2002 Vollbild der Arthrose
Abb. 1a und b: Sprunggelenksbruch 1979 mit sachgerechter operativer Versorgung. Im Jahr 2002 Vollbild der Arthrose

Die häufigste Sportverletzung ist ebenfalls am oberen Sprunggelenk lokalisiert: Schätzungen gehen davon aus, dass der Außenbandriss in Deutschland bis zu 1000 Mal täglich auftritt. Bevorzugt betroffen sind Personen unter 35 Jahren und in dieser Altersgruppe Jugendliche zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr. Bei etwa 15 % von ihnen muss im weiteren Verlauf mit verschleißbedingten Spätschäden im Sprunggelenk gerechnet werden.

Ausschlusskriterien für ein künstliches Sprunggelenk


Für einen künstlichen Gelenkersatz ist nicht jeder Erkrankte gleichermaßen geeignet. Eine wichtige Rolle spielt vor allem die Knochenqualität: So muss die Knochensubstanz besonders des Sprungbeins noch von hinreichend guter Qualität sein und es darf auch keine extreme Osteoporose im Gelenkbereich vorliegen. Infektionen im betroffenen Gelenkbereich müssen ausgeschlossen werden, hat sie vorgelegen, sollte der Infekt seit mindestens einem Jahr beherrscht sein. Natürlich muss eine hinreichende Bandstabilität vorliegen. Auch schwere neurologische Erkrankungen mit Einschränkung der allgemeinen koordinativen Leistungsfähigkeit sind ebenso limitierende Faktoren wie allgemeine schwere Gefäßerkrankungen.

Weitere Informationen zur Sprunggelenksprothese finden Sie unter operation-endoprothetik.de

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