ProstatakrebsPorostatakrebs: Das Prostatakarzinom ist mittlerweile der häufigste bösartige Timor bei Männern. In Deutschland erkranken jährlich 12.0000 Männer. Das Prostatakarzinom ist für etwa 9% aller Krebstoten verantwortlich. Bei jüngeren Männern ist das Prostatakarzinom aggressiver als im hohen Alter, so dass der Prostatakrebsvorsorge ein hoher Stellenwert zukommt.
Risikofaktoren:Genetische Faktoren sind der wichtigste Risikofaktor: Bei Erkrankung eines erstgradigen Verwandten (Vater, Bruder, etc.) verdoppelt sich das Risiko; sind zwei oder mehrere direkte Verwandte betroffen, erhöht sich das Risiko auf das 5- bis 11-fache. In der Regel entwickelt sich der Tumor bi diesen Patienten vor dem 55. Lebensjahr.
Diagnostik:Digitale rektale Untersuchung, Bestimmung des PSA (prostataspezifisches
Antigen) im Blut sowie transrektaler
Ultraschall sind die derzeit im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen üblichen Verfahren.
Das PSA ist ein
prostata- aber nicht tumorspezifisches Glykoprotein. Eine PSA-Erhöhung kann daher, außer bei Prostatakarzinomen, bei der gutartigen Vergrößerung der
Prostata (
benigne Prostatahypertrophie – BPH), bei Entzündung (Prostatitis), aber auch nach mechanischer Reizung, z.B. nach rektaler Untersuchung oder Fahrradfahren vorliegen.
Bei PSA-Werten von 4 bis 10ng/ml ist in 25 bis 35% mit dem Vorliegen eines Karzinoms zu rechnen, bei Werten > 10 ng/ml bei 50 bis 80% der untersuchten Männern. Auch bei PSA-Werten von unter 4ng/ml liegt in da. 2% ein
Karzinom vor.
Die digitale rektale Untersuchung (DRU) ermöglicht eine grobe Untersuchung der peripheren Zone der
Prostata. Auffällige Palpationsbefunden erweise n sich in 15 bis 40% als Tumore; bei beschwerdefreien Männern beträgt die Karzinomdetektionsrate jedoch nur 0,1 bis 0,4 %.
Der transrektale
Ultraschall (TRUS) kann die Karzinomdetektionsrate um ca. 50% steigern; bei normaler DRU oder normalem
PSA-Wert ist der zusätzliche Informationsgewinn jedoch gering. Die Prostatabiopsie, bei der Gewebeproben aus der
Prostata durch Einführung eines
Empfehlungen zur DiagnostikDie zur Zeit erste und treffsicherste Methode zur Diagnose von
Prostatakrebs ist die
Kernspintomographie (
Prostata-
MRT). Die
MRT ermöglicht eine den anderen Verfahren überlegene Unterscheidung von unterschiedlichen Gewebetypen und ist dabei völlig nicht-
invasiv. Die
Prostata-
MRT kann in oberflächlichen Array-Spulen oder als Endorektalspulen
MRT durchgeführt werden; das schmerzfreie Einbringen einer Messsonde in den Endddarm wirkt wie ein Vergrößerungsglas direkt hinter der
Prostata und ermöglicht eine noch höhere Bildauflösung. Eine weitre Differenzierung zwischen gutartigen, meist entzündlichen Veränderungen der
Prostata und Karzinomherden kann aus den Daten der Kontrastmittelanflutung in der
Prostata gewonnen werden, die regelmäßiger Bestandteil der
Prostata-
MRT ist.
Tumorverdächtige Herde, egal ob sie bei der DRU, der TRUS oder der
Prostata-
MRT aufgefallen sind, können ohne die Notwendigkeit einer
Biopsie zufällig mittels
Prostata-Spektroskopie (1H-MRS) weiter abgeklärt werden. Die MRS, die ebenfalls in einem Kernspintomographen durchgeführt wird, ermöglicht die Analyse von Stoffwechselprodukten in der
Prostata. Normales Prostatagewebe weist einen hohen Citrat-Spiegel auf. Prostatakarzinome weisen einen erhöhten Cholin-Spiegel auf und können somit von gesundem Gewebe unterschieden werden – ohne die Notwendigkeit einer
Biopsie. De Treffsicherheit der endorektalen
Prostata-
MRT liegt bei 70 bis 75 %, in Kombination mit der
Prostata-Spektroskopie bei 80 bis 90%.
Wann soll eine
Prostata-
MRT und /oder Spektroskopie durchgeführt werden?
Grundsätzlich sollte die
MRT-Untersuchung der
Prostata vor jeder
Biopsie durchgeführt werden, um einen, da ein in der
MRT lokalisierter verdächtiger Herd gezielt biopsiert werden kann, zum anderen, da nach einer
Biopsie die
MRT schlechter durchzuführen ist, da es durch die
Biopsie zu Einblutungen und Infektionen kommen kann.
Bei bioptisch nachgewiesenen
Karzinom wird die MER vor der
Therapie zur Verstummung des Tumorstadiums eingesetzt.; die
MRT ermöglicht die Untersuchung zwischen Tumoren, die auf die
Prostata beschränkt sind, und solchen, di die Kapsel der
Prostata durchdrungen haben.
Die
Prostata-Spektroskopie wird üblicherweise zur nicht-invasiven Differenzierung von in der
Prostata-
MRT auffälligen Befunden eingesetzt. Die
Prostata-Spektroskopie ermöglicht darüber hinaus eine Therapiekontrolle, da bei
Bestrahlung und Hormonentzugstherapie eine Abnahme des Cholinspiegels beobachtet wird.
Neuere
Studien zeugen, dass der Cholinspiegel auch mit dem Gleason –Score, einem Maß der Aggressivität des Prostatakarzinoms, korreliert.
Bei nachgewiesenem
Prostata-
Karzinom wird im Rahmen des Stagings auch eine Ganzkörper-
MRT durchgeführt, um Lymphknoten- und
Knochenmetastasen auszuschließen bzw. nachzuweisen.
Vorbereitung und Durchführung:Vor der Untersuchung wird der Enddarm durch Einführen eines abführend wirkenden Zäpfchens gereinigt. Das Einführen der Endorektalspule, die in zusammengefaltetem Zustand so dick wie ein Zeigefinger ist, erfolgt schmerzfrei direkt vor der Untersuchung. Für die
Prostata-
MRT wird ein gut verträgliches
MRT Kontrastmittel (kein Röntgenkontrastmittel) in eine Armvene injiziert. Die
MRT Untersuchung dauert ca. 40 Minuten; sie ist völlig schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
letzte Aktualisierung: 25.01.2010