Lungenkrebsvorsorge
Lungenkrebs im Frühstadium verursacht keinerlei Beschwerden. Leider existieren für Tumoren der
Lunge und der Atemwege (Bronchialkarzinome), die immerhin die dritthäufigste Krebsart darstellen, auch keine Früherkennungsuntersuchungen im eigentlichen Sinn, d. h. sichere, zuverlässige Verfahren, die ohne großen Aufwand routinemäßig an einer großen Zahl von Personen ohne Krebsverdacht durchführbar sind. Im Falle von
Lungenkrebs erfüllen weder die Bestimmung von Tumormarkern im Blut noch Röntgenuntersuchungen der
Lunge oder andere Verfahren diese Bedingungen. Da das
Rauchen der größte Risikofaktor insbesondere für die Entstehung von
Lungenkrebs ist, werden allerdings gerade für Raucher computertomographische Untersuchungen der
Lunge sowie einfachere Testverfahren angeboten, mit denen Ärzte eventuell in der Lage sind,
Lungenkrebs frühzeitig zu entdecken oder zumindest Hinweise auf ein eventuelles Bronchialkarzinom zu erhalten. Für einen breiten Einsatz zur Früherkennung von
Lungenkrebs bei Gesunden müssen sich aber auch diese
Methoden noch bewähren.
Lungenfunktionsprüfung in der Lungenkrebsvorsorge
Die zur Früherkennung von
Lungenkrebs im Rahmen individueller Gesundheitsleistungen (
IGeL) angebotenen und bisweilen als "Rauchervorsorge" bezeichneten Maßnahmen umfassen neben dem klassischem Abhören der Atemwege und der
Lunge mit dem Stethoskop zunächst eine Lungenfunktionsprüfung. Dabei werden der Funktionszustand der Atemwege und der
Lunge untersucht sowie die Lungen- und Atemvolumina gemessen. Dadurch lassen sich Verengungen der Atemwege oder kleinste Veränderungen in den Bronchien feststellen, die eventuell Hinweise auf ein Bronchialkarzinom geben können.
Bei der virtuellen
Bronchoskopie handelt es sich um ein nichtinvasives Verfahren zur Früherkennung von
Lungenkrebs. Bei der herkömmlichen
Bronchoskopie muss zum Zweck der optischen Kontrolle der Atemwege und der
Lunge sowie oft auch mit dem Ziel einer Gewebeentnahme ein dünner Schlauch durch
Nase oder Mund über die Luftröhre in die Bronchien eingeführt werden. Diese meist unter örtlicher Betäubung durchgeführte Prozedur empfinden viele Patienten als unangenehm. Dagegen werden bei der virtuellen
Bronchoskopie die Atemwege lediglich per
Computertomographie schichtgeröntgt und auf dem Computermonitor in dreidimensionalen farbigen Bildern dargestellt. Auf diese Weise lässt sich der Brustraum gezielt nach Schleimhautveränderungen und Tumoren absuchen.
Mit der
Sputumzytologie besteht eine einfache weitere Möglichkeit, um Tumoren der
Lunge frühzeitig aufzuspüren. Der Begriff "Sputum" stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet das Hustensekret. Bei der
Sputumzytologie wird abgehusteter Bronchialschleim mikroskopisch auf das Vorhandensein veränderter Zellen untersucht, die unter anderem eventuell Hinweise auf
Lungenkrebs geben können, noch bevor ein Bronchialkarzinom groß genug ist, um auf dem Röntgenbild entdeckt zu werden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012