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Schilddrüsenkrebs - Hintergrund / Einleitung

Schilddrüsenkrebs


Bei Schilddrüsenkrebs handelt es sich um eine seltene, bösartige Krebserkrankung, die durch entartete Zellen der Schilddrüse entsteht. Betroffen sind meist Menschen im 6. und 7. Lebensjahrzehnt, wobei Frauen mehr als doppelt so häufig an Schilddrüsenkrebs erkranken wie Männer. Insgesamt treten in Deutschland pro Jahr rund 5000 neue Fälle von Schilddrüsenkrebs auf.

Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs


Schilddrüsenkrebs ist eine bösartige Neubildung der Schilddrüse und gehört zu den seltenen Erkrankungen der bösartigen Neubildungen (Platz 16 bei den Männern und Platz 14 bei den Frauen der häufigsten Krebsneuerkrankungen, Robert-Koch-Institut 2006). Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 55 Jahren, so dass statistisch die höchste Wahrscheinlichkeit im 6. und 7. Lebensjahrzehnt besteht. Frauen sind mehr als doppelt so häufig von Schilddrüsenkrebs betroffen wie Männer. In Deutschland erkranken pro Jahr rund 5000 Menschen an Schilddrüsenkrebs und ca. 700 Menschen sterben daran (Robert-Koch-Institut 2006). Damit sind 0,2 bis 0,3 Prozent der krebsbedingten Todesfälle durch Schilddrüsenkrebs bedingt.

Schilddrüsenkrebs


Interdisziplinarität bei Schilddrüsenkrebs


Weltweit nimmt die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs in allen Altersklassen zu. Für die meisten Schilddrüsenkarzinome bestehen bei rechtzeitiger Erkennung sehr gute Heilungschancen. Eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Diagnostik, Therapie und Nachsorge, also der gesamten Versorgungskette für einen Patienten, ist die Zusammenarbeit zahlreicher Fachdisziplinen (Abbildung 1). Dabei unterliegen alle Strukturen einer kontinuierlichen Weiterentwicklung auf der Basis der aktuellen Leitlinien.


Entstehung von Schilddrüsenkrebs


Krebserkrankungen sind die Folge bösartiger Neubildungen durch entartete Zellen der Schilddrüse. Beim Schilddrüsenkrebs können Zellen entarten, die Schilddrüsenhormone bilden, und sogenannte C-Zellen, die um die schilddrüsenhormonbildenden Zellgruppen gelagert sind und das Hormon Calcitonin bilden. Die Gewebeart ist für die Behandlung und Prognose von Schilddrüsenkrebs von großer Bedeutung. Ein besonderes Augenmerk erfordern knotige Schilddrüsenveränderungen, die sich in der Diagnostik als „kalte Knoten“ (funktionsarmes oder funktionsloses Schilddrüsengewebe) darstellen und gehäuft im Zusammenhang mit einem Schilddrüsenkrebs stehen. Schilddrüsenkrebs kann wie jeder bösartige Tumor in umliegendes Gewebe einwachsen. Weiterhin können sich Tochtergeschwülste (Metastasen) durch Tumorzellstreuung über die Lymphgefäße in umgebende Lymphknoten und über die Blutbahn bevorzugt in Lunge und Knochen bilden. Eine Form von Schilddrüsenkrebs kann in 1/4 bis 1/3 der Fälle familiär gehäuft auftreten und zusätzlich mit der Neubildung von Tumoren des Nebennierenmarks und der Nebenschilddrüsen vergesellschaftet sein.

Ursachen für Schilddrüsenkrebs


Nicht alle Ursachen für Schilddrüsenkrebs sind bisher eindeutig geklärt. Gesicherte Ursache für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs ist die Einwirkung ionisierender Strahlung. Als besonders problematisch wird zum Beispiel die Röntgenbestrahlung des Halsbereiches im Kindesalter angesehen. Auch nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde in den besonders betroffenen Gebieten von Wissenschaftlern ein Zusammenhang zwischen der Intensität der Strahlung und der Häufung von Schilddrüsenkrebs bei Kindern festgestellt. Eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma, auch Kropf genannt) ist allein betrachtet kein Risikofaktor für eine Krebsentstehung. Erst bei bestimmten Veränderungen des Gewebes oder Knotenbildungen ist spezielles ärztliches Handeln erforderlich. Bei den seltenen vererbbaren Tumoren stehen Untersuchungsmethoden zur Feststellung dieser besonderen Erkrankung zur Verfügung.
letzte Aktualisierung: 28.05.2012

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