Rückenmarkkrebs
Bei Rückenmarkkrebs lassen sich in drei Arten von Rückenmarkstumoren unterscheiden: intramedulläre (d.h. vom Rückenmark selbst ausgehende) Tumore, extramedulläre (d.h. außerhalb des Rückenmarkes gelegene) Tumore und extradurale Tumore. Als Symptome von Rückenmarkkrebs treten in der Regel neurologische Ausfälle und Schmerzen auf.
Definition: Rückenmarkstumor
Bei den Rückenmarkstumoren wird zwischen intramedullären (d.h. vom Rückenmark selbst ausgehenden) Tumoren, extramedullären (d.h. außerhalb des Rückenmarkes gelegen)Tumoren und extraduralen Tumoren unterschieden. Intramedulläre Rückenmarkstumore sind z.B. Gliome (d.h. Tumore, die aus dem Binde- und Stützgewebe des Nervensystems hervorgehen). Zu 60 bis 80 Prozent sind sie ein Ependymom (langsam wachsende Tumore des Gehirns mit Ursprung im Rückenmarkskanal). Oder sie sind ein Astrozytom oder Oligodendrogliom (neuroepithelialer Tumor). Extramedulläre Rückenmarkstumore sind z.B. Meningeome (meist gutartige Hirntumore) und Neurinome (gutartige, langsam wachsende Tumore des peripheren Nervensystems) sowie Neurofibrome (Nerventumore).
Extradurale Rückenmarkstumore
Extradurale Rückenmarkstumore sind in der Regel
Metastasen bzw. Knochentumore (Sarkome, Plasmozytom, Langerhans-Histiocytose, Riesenzelltumor, Hämangiom). Die extraduralen Tumore wachsen von den Wirbelkörpern aus in Richtung Rückenmark und setzen durch Druck schnell kritische neurologische Ausfälle, die unverzüglich durch dekomprimierende operative Maßnahmen behoben werden müssen. Sonst drohen innerhalb weniger Tage irreversible Lähmungen, nicht selten als (beidseitige) Querschnittslähmungen. Die Wirkung einer
Strahlentherapie setzt in solchen Fällen zu spät ein, so dass unverzüglich eine Operation und eine nachgeschaltete
Strahlentherapie (und ggf.
Chemotherapie) kombiniert werden müssen. Hier ist eine interdisziplinäre Abstimmung der Strategie in einem Tumorboard obligatorisch.
Meningeome gehen von der Innenschicht der Rückenmarkshaut aus. Neurinome gehen von der Markscheide der Spinalnerven aus. Sogenannte myxopapilläre Ependymome finden sich oft im Lumbosakralbereich (Conus medullaris) und sind deshalb differentialdiagnostisch gegen Chordome (Geschwülste der Wirbelsäule) und Chondrosarkome (bösartige Knochentumoren) abzugrenzen, die einer völlig anderen
Therapie bedürfen.
Familiäre, erbliche Häufung von Rückenmarkstumoren
Einige Rückenmarkstumore treten hereditär (familiäre Häufung) mit autosomal dominantem Erbgang in Form von Syndromen auf. Bei der Neurofibromatose 1 (NF1) oder der von-Recklinghausen-Krankheit tritt eine
Mutation des Chromosoms 17q11 mit Verlust des Suppressorgenprodukts Neurofibromin auf. Klinisch findet sich ein
Syndrom aus Cafe-au-lait-Flecken der
Haut, kutanen peripheren und medullären Neurofibromen, Gliomen des Sehnerven, Iris-Hamartomen und Knochenabnormalitäten. Bei der Neurofibromatose 2 (NF 2) tritt eine
Mutation des Chromosoms 22 mit Verlust des Suppressorgenprodukts
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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