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Multiples Myelom (Plasmozytom) - Behandlung / Therapie

Wie sieht die Behandlung / Therapie des Multiplen Myeloms aus?

Auch beim Multiplen Myelom richtet sich die Behandlung nach dem Krankheitsstadium, welches anhand der Blutwerte, in erster Linie für rote Blutkörperchen und Kalzium, des in den Röntgenaufnahmen erkennbaren Knochenbefalls und der Paraproteinkonzentration im Blut und im Urin bestimmt wird. In ganz frühem MM-Stadium ohne Symptome ist zunächst keine Behandlung erforderlich, man führt regelmäßige Untersuchungen durch und wartet den weiteren Verlauf ab. Bei dem seltenen "solitären Plasmozytom" mit nur einem einzelnen Knochenherd ist eine Heilung durch alleinige Bestrahlung möglich. In allen anderen Fällen muss dann, wenn die Erkrankung fortschreitet oder bereits bei Diagnosestellung fortgeschritten ist, eine medikamentöse Behandlung einsetzen.

Heute gilt die Hochdosischemotherapie mit nachfolgender Übertragung von Stammzellen der Blutbildung (Stammzelltransplantation) als die wirksamste Therapie des Multiplen Myeloms. Meist ist dabei der Patient sein eigener Stammzellenspender: Die Zellen werden vor der intensiven Behandlung entnommen und danach als Infusion in eine Vene zurückgegeben (autologe Transplantation). Noch wirksamer, aber mit hohen Risiken verbunden ist die Hochdosischemotherapie mit Übertragung von Blutstammzellen von einem gewebeverträglichen Spender (allogene Transplantation). Sie bietet wahrscheinlich die einzige Chance auf dauerhafte Heilung, kommt aber nur für jüngere MM-Patienten unter 60 Jahren insbesondere mit einem passenden Spender in Frage. Der besondere Effekt der allogenen Stammzelltranplantation beruht darauf, dass die mitübertragenen Immunzellen des Spenders restliche Myelomzellen, die Ausgangspunkt für einen Krankheitsrückfall sein können, bekämpfen.

Wenn diese Behandlungsformen nicht möglich sind, weil der Allgemeinzustand des Patienten es nicht erlaubt bzw. kein Spender gefunden wird, erfolgt eine Chemotherapie mit normaler Dosierung der Medikamente, in der Regel in Kombination mit den neuen Medikamenten Thalidomid, Bortezomib odeer Lenalidomid, die bei über der Hälfte der Multiplen Myelom-Patienten zu einer teilweise lang anhaltenden Rückbildung führt, in der klinische Beschwerden fehlen. Eine anschließende Erhaltungstherapie kann diese Phase der Stabilisierung und die krankheitsarme Überlebenszeit verlängern. Eine dauerhafte Heilung gelingt dadurch allerdings nicht.

letzte Aktualisierung: 14.05.2012

Verwendete Quellen:

Goldschmidt, H.: Das Multiple Myelom (Plasmozytom) - Diagnose und Therapie. Überarbeitete Neuauflage, Uni-Med Verlag AG, Bremen, London, Boston 2011.

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