
Wie wird das Mammakarzinom behandelt?
Die Behandlung ist abhängig von der Größe des Tumors in der Brust, von der Ausbreitung der Erkrankung auf Lymphknoten in der Achselhöhle oder andere Organe und von den biologischen Eigenschaften der Tumorzellen, die sich durch spezielle Untersuchungen feststellen lassen. Die Kenntnis dieser Merkmale ist Voraussetzung für eine individuell angepasste Behandlungsplanung.
Grundpfeiler der Therapie ist in allen Stadien die vollständige Entfernung des Tumors in der Brust. Dazu ist heute bei der Mehrzahl der Patientinnen nicht mehr die Abnahme der gesamten Brust erforderlich, sondern der Krebs kann brusterhaltend operiert werden. Das heißt, nur der Tumor mit einem Randsaum aus gesundem Gewebe wird entfernt. Bei großen Tumoren kann eine vorgeschaltete Chemotherapie zur Tumorverkleinerung führen und danach eine brusterhaltende Operation ermöglichen. Im Rahmen der Operation wird auch ein Teil der Lymphknoten in der gleichseitigen Achselhöhle entfernt. Eine Alternative dazu, die derzeit erprobt wird, ist die Entfernung und Untersuchung nur des sogenannten Wächterlymphknotens, des ersten Lymphknotens im Lymphabstromgebiet des Tumors (Sentinel-Lymphknoten, Wächterlymphknoten). Nach brusterhaltender Operation erfolgt über mehrere Wochen eine Nachbestrahlung, um einem örtlichen Rückfall vorzubeugen.
Bei den meisten Patientinnen wird nach der Operation eine ergänzende (adjuvante) medikamentöse Therapie mit krebswachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika, Chemotherapie) und/oder Hormonen (bzw. Antihormonen) durchgeführt, insbesondere wenn die Untersuchung der Achsellymphknoten einen Tumorbefall ergeben hat. Dadurch lässt sich das Risiko eines Rückfalls bzw. des Auftretens von Metastasen senken. Die Behandlung mit (Anti)hormonen kommt bei Nachweis von Hormonrezeptoren, also bei hormonempfindlichen Tumoren, in Betracht. Die adjuvante Chemotherapie dauert bis zu 6 Monate, die Hormontherapie 3 bis 5 Jahre. Eine intensivierte Chemotherapie kann bei hohem Rückfallrisiko erwogen werden.
Bei den meisten Patientinnen ist die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung lokal begrenzt. Die Behandlung erfolgt mit dem Ziel der Heilung. Falls sich bereits zum Zeitpunkt der Diagnose Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen, etwa in Leber, Lunge oder Knochen, gebildet haben, wird der Tumor in der Brust in der Regel trotzdem operiert und danach eine medikamentöse Behandlung angeschlossen.
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