Wie sieht die Behandlung von einer Leukämie (Blutkrebs) aus?
Da Leukämie von Anfang an nicht auf ein einzelnes Organ begrenzt sind, kommt nur eine
Therapie in Frage, die den gesamten Organismus erfasst. Diese Behandlung erfolgt mit zellwachstumshemmenden Medikamenten (
Zytostatika).
Die Behandlung von akuten Leukämien
Akute Leukämien bedürfen der sofortigen intensiven
Therapie mit Kombinationen verschiedener Medikamente. Ziel ist die vollständige Rückbildung (
Remission). Die Behandlung umfasst mehrere Blöcke mit unterschiedlichen Medikamentenkombinationen und dauert bei der
akuten myeloischen Leukämie (AML) etwa eineinhalb, bei der
akuten lymphatischen Leukämie (ALL) zweieinhalb Jahre. Die Dauer ergibt sich aus der Notwendigkeit einer sogenannten Erhaltungstherapie, die sich an die erste intensive Behandlung anschließt. Da die ALL häufig das Gehirn befällt, gibt man vorbeugend Medikamente direkt in den Gehirn und Rückenmark umgebenden Flüssigkeitsraum (
Liquor) und bestrahlt evtl. zusätzlich den Schädel. Falls die Erkrankung von Anfang an nicht gut anspricht oder bei hohem Rückfallrisiko, das sich anhand bestimmter Merkmale abschätzen lässt, kann eine Hochdosischemotherapie, evtl. mit Ganzkörperbestrahlung, zum Einsatz kommen, die das Knochenmark als Ursprungsstätte der Erkrankung komplett zerstören soll. Um die Bildung der lebenswichtigen Blutzellen wieder in Gang zu setzen, müssen dem Patienten Blutstammzellen bzw. Knochenmark übertragen (transplantiert) werden, nach Möglichkeit von einem gesunden gewebsverträglichen Spender (allogene
Blutstammzelltransplantation).
Die Behandlung der chronischen Leukämie
Auch die
chronische Leukämie wird mit
Zytostatika behandelt. Die
CML ist nur durch frühzeitige Hochdosischemotherapie mit nachfolgender Knochenmark- bzw.
Blutstammzelltransplantation dauerhaft heilbar. Ist diese intensive Behandlung nicht möglich, behandelt man die CML in ihrer langsam verlaufenden Phase vorzugsweise mit
Interferon alpha, einer körpereigenen Substanz des Immunsystems. Patienten, die darauf nicht ansprechen, erhalten eine
Chemotherapie. Damit lässt sich die Leukämie oft über längere Zeit in Schach halten.
Die CLL schreitet unbehandelt nur langsam fort. Eine Chemotherapie wird erst dann begonnen, wenn Krankheitssymptome – bedingt durch Vergrößerung von Milz, Leber oder Lymphknoten oder durch Störung der normalen Blutbildung – dies erforderlich machen. Meist dauert es etwa ein halbes Jahr, bis die Erkrankung unter Kontrolle ist. Dann wird die Behandlung zunächst beendet und setzt erst erneut ein, wenn die Erkrankung wieder "aktiv" wird. Zwar lässt sich die CLL auf diese Weise oft für lange Zeit zurückdrängen, aber nicht heilen. Ob und in welchen Situationen eine Hochdosischemotherapie mit Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation Aussicht auf dauerhafte Heilung bietet, wird untersucht.
letzte Aktualisierung: 02.02.2012
Artikelinformationen zu Leukämie (Blutkrebs)