Behandlung / Therapie des Hodenkrebses (Hodenkarzinom)
Handelt es sich um einen gutartigen Tumor, reicht es meistens aus, ihn aus dem Hodengewebe zu entfernen.
Hat sich der Verdacht auf einen bösartigen Tumor bestätigt, wird der erkrankte Hoden zusammen mit dem Nebenhoden und dem Samenstrang operativ entfernt. Eine hodenerhaltende Operation kann nur bei sehr kleinen Tumoren und an speziellen Tumorzentren durchgeführt werden. Der entfernte Hoden wird in der Folge feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht, um zu erfahren, ob es sich um ein Seminom oder Nicht-Seminom handelt. Bei Interesse kann an die Stelle des entfernten Hodens eine
Silikon-
Prothese eingesetzt werden.
Durch Einbeziehen einer Vielzahl von Untersuchungsergebnissen lässt sich abschätzen, ob bereits Tochtergeschwülste abgesiedelt wurden. Wenn das Risiko dafür als sehr gering eingeschätzt wird, werden sich Arzt und Patient möglicherweise dafür entscheiden, dass eine Überwachungsstrategie (Abwarten) ausreicht. Die Kontrolluntersuchungen sollten in diesem Fall noch häufiger als bei den Betroffenen mit anderer Strategie (Strahlen- und/oder
Chemotherapie) durchgeführt werden – in den ersten zwei Jahren in dreimonatlichem Abstand.
Wird sich gegen ein „abwartendes Verhalten“ entschieden (weil bereits Tochtergeschwülste vorhanden sind oder man vorbeugend handeln möchte), hängt die dann durchzuführende
Therapie vom Typ des Tumors (Seminom versus Nicht-Seminom) und von seiner Ausbreitung (Stadium) ab. Da ein Seminom gut auf eine
Strahlentherapie anspricht, ist sie in diesem Fall die Therapieform erster Wahl. In späteren Stadien wird
Chemotherapie eingesetzt. Ein Nicht-Seminom spricht nicht so gut auf eine
Strahlentherapie an, daher wird in diesem Fall auch schon in Stadium I
Chemotherapie durchgeführt – meistens auf Basis eines platinhaltigen Medikaments (Cisplatin, Carboplatin).
Wurden vergrößerte Lymphknoten im hinteren Bauchraum festgestellt und liegt ein Nicht-Seminom vor, wird möglicherweise eine weitere Operation zur Entfernung der Lymphknoten vorgenommen.
letzte Aktualisierung: 21.05.2012
Verwendete Quellen:
- Albers, P. / Albrecht, W. / Algaba, F. et. al. (2009): Guidelines on Testicular Cancer. European Association of Urology. URL: http://www.uroweb.org/fileadmin/tx_eauguidelines/2009/Full/Testis_Cancer.pdf.
- Deutsche Krebshilfe e.V. (Hrsg.) (2009): Hodenkrebs. Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Die blauen Ratgeber 16. URL: http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/016_hoden.pdf.
- Schmelz, Hans-Ulrich / Albers, P. (2006): Hodentumoren. In: Schmelz, H.U. / Sparwasser, C. / Weidner, W. (Hrsg.): Facharztwissen Urologie. Differenzierte Diagnostik und Therapie. Korr. Nachdruck. Berlin: Springer. S. 258.
- Schmoll, Hans-Joachim (2006): Maligner Keimzelltumor des Mannes. In: Schmoll, Hans-Joachim / Höffken, Klaus / Possinger, Kurt (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie. Standards in Diagnostik und Therapie. 4. Auflage. Berlin: Springer. S. 4789-4897.
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