Wie sind die Heilungschancen bei Darmkrebs?
Die Gesamtprognose bei
Darmkrebs hängt vor allem davon ab, inwieweit der Primärtumor und die dazugehörigen Lymphknoten vollständig entfernt werden konnten. Je früher der Tumor erkannt und entfernt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Auf Grund der verbesserten Vorsorgeuntersuchungen sind heutzutage über 50 % der Fälle heilbar. Sind jedoch bei Diagnosestellung bereits
Darmkrebs-
Metastasen in anderen Organen oder Lymphknoten vorhanden, ist die
Prognose deutlich schlechter. In diesen Fällen ist das weitere Vorgehen davon abhängig, wie ausgedehnt der Tumorbefall im Körper ist. Die individuelle Entscheidung über die weitere
Therapie sollte in einem Gremium von Krebsexperten, zum Beispiel im Rahmen von speziellen Tumorkonferenzen, entschieden werden.
Heilungschancen bei Darmkrebs - Welche Information liefert die pathologische Untersuchung des Operationspräparates?
Nach der Operation beginnt die Arbeit des Pathologen. Dieser führt die feingewebliche Untersuchung von Operationspräparaten durch. Hierbei wird sowohl das Präparat als auch sämtliche entfernte Lymphknoten in dünnste Schichten geschnitten und mit speziellen Färbungen auf Tumorgewebe untersucht. Erst bei diesen Untersuchungen können die exakte Größe des Tumors, die Ausbreitungstiefe und der Differenzierungsgrad bestimmt werden. Außerdem werden die Schnittränder auf Tumorfreiheit überprüft, um sicher zu stellen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde. Schon während der Operation steht ein Pathologe zur Verfügung, um zu beurteilen, ob die Schnittränder noch einen Tumorbefall aufweisen und eventuell noch weiteres Gewebe entfernt werden sollte.
Durch die Aufarbeitung des Operationspräparates können wichtige Informationen gewonnen werden, durch die eine genaue Klassifikation des Tumors möglich wird. Diese Klassifikation bezeichnet man als
TNM-Klassifikation und gibt das individuelle Ausmaß des Tumorbefalls für jeden einzelnen Patienten wieder, was für die weitere
Therapie entscheidend ist. Bei der
TNM-Klassifikation werden 3 Punkte wie folgt beurteilt:
- T= Tumor: Dient zur Beurteilung von Eindringtiefe und Ausdehnung des Tumorbefalls auf die einzelnen Darmabschnitte (T1 bis T4)
- N= Nodus (Lymphknoten): Dient zur Beurteilung von regionalen Lymphknotenmetastasen (N0=keine, N1=wenige bis N2=zahlreiche). Lymphknotenmetastasen sind generell mit einer schlechteren Prognose für den Patienten assoziiert, daher wird ab dem Stadium N1 eine anschließende Chemotherapie empfohlen.
- M= Metastasen: Dient zur Beurteilung von Fernmetastasen in anderen Organen. Das M-Stadium wird in M0 (=keine Metastasen) oder M1 (=Metastasen) eingeteilt.
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| Abb. 1: Darstellung der vier Tumorstadien bei Darmkrebs (Stadium I bis IV) |
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Anhand der erhobenen Tumorbefunde und der daraus resultierenden T-, N- und M-Klassifikation kann jedem Tumorpatienten ein Tumorstadium nach den UICC-Kriterien zugeordnet werden. Man unterscheidet 4 Stadien I–IV (Abb. 1).
Stadium I: T1 oder T2 N0 M0
Stadium II: T3 oder T4 N0 M0
Stadium III: jedes T N1 oder N2 M0 (vorhandene Lymphknotenmetastasen)
Stadium IV: jedes T jedes N M1 (vorhandene
Fernmetastasen)
Zusätzlich wird außerdem noch das „
Grading“ beurteilt, welches die Differenzierung des Tumors angibt. Der Differenzierungsgrad beschreibt, wie ähnlich das Tumorgewebe noch seinem ursprünglichen Darmgewebe ist. Je entarteter das Gewebe bereits ist, desto aggressiver ist der
Krebs (G1=gut differenziert, G2=mäßig differenziert und G3=schlecht differenziert).
Ein weiterer wichtiger Faktor für
Prognose und
Therapie ist die R-Klassifikation, welche beschreibt, ob Resttumor im Körper verblieben ist (residualer Tumorstatus). Hierbei werden im Körper verbliebene
Metastasen und die Schnittränder des Operationspräparates beurteilt. Je größer der Abstand der Schnittränder zum Tumor, desto besser ist die
Prognose für den Patienten (R0= feingeweblich kein Tumor mehr sichtbar; R1 = Feingeweblicher Nachweis von Resttumor; R2 = Mit bloßem Auge erkennbar zurückgebliebener Resttumor oder
Metastasen).
© Copyright der Abbildungen bei Herrn Dr. med. Matthias Maak
letzte Aktualisierung: 27.05.2012
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