Die Palliativmedizin kann sowohl im stationären wie im ambulanten Bereich durch die fachkompetente Kombination verschiedenster Methoden ein lebenswertes Leben auch bei fortgeschrittenen, unheilbaren Tumorformen ermöglichen. Die Palliativmedizin ist dabei deutlich mehr als reine Sterbebegleitung. Während die eigentliche Tumortherapie das Ziel verfolgt, dem Leben mehr Tage zu geben, geht es bei der Palliativmedizin vor allem darum, den Tagen mehr Leben zu geben.
Der Begriff „
Palliativmedizin“ leitet sich vom lateinischen Wort „Pallium“ ab; dies bedeutet Mantel. Gemeint war mit
Palliativmedizin, dass man in einer Phase, in der nichts mehr gegen die eigentliche Krankheit getan werden kann, wenigstens die Symptome wie Schmerz oder Atemnot „bemänteln“ wollte.
Dies hat sich geändert – die Möglichkeiten der
Palliativmedizin sind inzwischen vielfältig und wirksam. War die
Palliativmedizin noch vor zwei Jahrzehnten eher eine Randwissenschaft, mit der sich nur wenige Ärzte beschäftigten, ist sie heute ein eigenständiges Fach und weit weg von der einstigen fatalistischen Einstellung, dass es „nur“ noch um Sterbebegleitung gehe. Im Gegenteil kann eine gute palliative
Therapie selbst fortgeschrittene Erkrankungen, z.B. ein metastasiertes Krebsleiden, so in Schach halten und die Symptome so gut beherrschen, dass eine hohe Lebensqualität erhalten bleibt.
Setzte man früher die
Palliativmedizin in Gegensatz zur kurativen, also heilenden Medizin, sieht man heute eher gegenseitige Ergänzungen. So können gezielte Bestrahlungen, tumorwirksame Chemotherapien und sogar operative Eingriffe auch dann symptomlindernd und lebensverlängernd wirksam sein, wenn die definitive Heilung nicht das Ziel ist.
letzte Aktualisierung: 15.05.2012
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