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Insulinpumpe bei Diabetes - Hintergrund

Eine Insulinpumpe macht die Behandlung bei Diabetes mellitus noch flexibler

In Deutschland wenden mehr als 20.000 Menschen mit Diabetes mellitus eine Insulinpumpe an. Für viele Patienten bedeuten die programmierbaren Pumpen einen echten Fortschritt, weil sich das Insulin damit wesentlich feiner und funktioneller über den Tag dosieren lässt. Für die Insulindosierung gelten prinzipiell die gleichen Regeln wie bei einer intensivierten Insulintherapie. Einziger Unterschied ist, dass in den Insulinpumpen nur Normalinsuline verwendet werden. Eine Insulinpumpe kommt für alle diejenigen Diabetiker in Frage, die bereits eine intensivierte Insulintherapie durchführen, jedoch eine weitere Verbesserung der Blutzuckereinstellung und noch mehr Flexibilität wünschen. Besonders profitieren können Menschen mit unregelmäßigem Tagesablauf sowie Diabetiker mit ausgeprägtem Dawn-Phänomen (Unterzuckerung am frühen Morgen).

Aufbau der Insulinpumpe

Über einen dünnen Plastikschlauch mit einer eingeschweißten Nadel gelangt das Insulin wie beim Spritzen in das Unterhautfettgewebe. Die Nadel kann vom Patienten, z. B. beim Schwimmen oder Duschen, entfernt und anschließend neu platziert werden. Eine Insulinpatrone enthält je nach Insulinkonzentration zwischen 126 I.E. (U 40) und 315 I.E. (U 100) Normalinsulin. Alle besitzen bestimmte Alarmeinrichtungen, z. B. wenn der Katheter verstopft oder die Batterie nicht ausreichend geladen sein sollte. Auch gegen eine nicht gewollte Insulinabgabe ist der Patient geschützt. Das Gerät muss zwar Tag und Nacht getragen werden, kann aber für besondere Situationen (z.B. beim Turnen, Sport, Schwimmen, Sex) für ca. zwei Stunden abgelegt werden.

Auch mit einer Insulinpumpe muss der Blutzucker gemessen werden

Leider ist eine "vollautomatische" Regelung des Blutzuckers und der Insulinzufuhr mit Hilfe einer gleichzeitigen kontinuierlichen Blutzuckermessung (Schlagwort: "Zuckerfühler") noch nicht möglich. Deshalb muss auch bei einer Pumpenbehandlung der Blutzucker mindestens 4-mal täglich kontrolliert werden. Im Gegensatz zur Spritzentherapie wird bei der Behandlung mit einer Insulinpumpe auch der basale Insulinbedarf durch die kontinuierliche Infusion von Normalinsulin erreicht. Weil der Grundbedarf bei den Patienten sehr verschieden ist und tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, werden mit verschiedene Basalraten eingestellt. Das Mahlzeiteninsulin wird unter Einhalten der Regeln für den Spritz-Ess-Abstand als Insulinzusatzrate (Bolus) abgerufen.

Mögliche Komplikationen bei der Behandlung mit der Insulinpumpe

Die Diabetes-Behandlung mit einer Insulinpumpe ist nicht gefährlicher als die mit Spritzen. In beiden Fällen können jedoch durch Therapiefehler Unterzuckerungen auftreten. Sehr selten sind technische Fehler als Ursache von Entgleisungen. Durch Herausrutschen der Nadel oder des Katheters kann es zu einem sehr raschen Blutzuckeranstieg kommen. Dies tritt relativ selten auf und kann vom Patienten schnell durch zusätzliche Insulingaben ausgeglichen werden. Bei einigen Patienten kann es zu Hautreaktionen und Entzündungen an der Stelle der Metallnadel oder zu einer Pflasterallergie kommen. Meist können diese Komplikationen jedoch durch Verwendung von Plastiknadeln bzw. eines anderen Pflasters beseitigt werden. Infektionen an der Einstichstelle sind relativ selten und treten meist bei zu langer Verweildauer der Nadeln auf.


Verwendete Quellen:

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