
Ein kurzfristiger Reflux von Mageninhalt in die Speiseröhre, der sich als "saures Aufstoßen" nur selten einstellt, ist sicher eine harmlose Erscheinung. Tritt es aber häufig nach dem Essen und auch nachts im Schlaf auf, ist es als Warnzeichen für eine Refluxkrankheit zu werten.
Sodbrennen ist das Hauptsymptom der Refluxkrankheit, jener brennende Schmerz im Hals- und Brustbereich, der entsteht, wenn beim Rückfluss von ätzender Magensäure die Schleimhaut der Speiseröhre geschädigt wird. Ein unangenehmer Reflux bis in den Mund kommt besonders häufig beim Vorbeugen des Oberkörpers beim Bücken oder im Liegen vor.
Saures Aufstoßen, Sodbrennen und Brennen in der Magengegend sind als klassische Symptome der Refluxerkrankung bekannt. Aber wer würde schon chronische Heiserkeit und Räusperzwang damit in Zusammenhang bringen? Erstaunlicherweise weisen nach wissenschaftlichen Untersuchungen viel mehr Patienten chronische Heiserkeit, Husten- und Räusperzwang als einziges Symptom auf. Zu erklären ist dieses Phänomen wahrscheinlich durch eine Reizung des Vagusnervs beim Reflux von Magensaft in die Speiseröhre. Diese Nervenreizung könnte über Schaltungen im Gehirn den Räusper- und Hustenzwang auslösen.
Aber auch nächtliche Asthma-Anfälle können durchaus ein Hinweis auf einen Reflux sein, bei dem kleinste Mengen sauren Magensafts bis in die Atemwege gelangen und die krampfartige Verengung der Bronchien auslösen können.
Länger andauerndes Sodbrennen unbedingt ernst nehmen
Chronisches Sodbrennen und länger andauernde Refluxerscheinungen müssen ernst genommen werden. Wenn die Beschwerden länger als drei bis vier Wochen anhalten, sollten Sie unbedingt einen Arzt um Rat fragen. Denn eine Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis) als Folge gerade des nächtlichen Sodbrennens kann weitere ernste Komplikationen nach sich ziehen.
Wenn Sie über drei bis vier Wochen mehrmals in der Woche unter Sodbrennen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Zunächst erfolgt eine orientierende Befragung über Dauer und Art der Beschwerden, dann werden möglicherweise Untersuchungen zum Ausschluss anderer Erkrankungen vorgenommen. Eine Verengung der Herzkranzgefäße kann beispielsweise einen ähnlichen Druck hinter dem Brustbein verursachen.
Eine eindeutige Aussage über eine Refluxkrankheit ist aber nur durch eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens möglich. Bei der Endoskopie wird ein dünner, flexibler Schlauch, an dessen Ende eine kleine Kamera befestigt ist, vom Mund in die Speiseröhre und den Magen vorgeschoben. Der Arzt kann am Monitor beurteilen, ob die Schleimhaut der Speiseröhre Entzündungserscheinungen aufweist und ob eventuelle Geschwürsbildungen schon festzustellen sind. Zur Entscheidung welche Art der Schädigung besteht, können auch kleinere Gewebeteile für die mikroskopische Untersuchung entnommen werden. Dies ist bedeutsam für die Behandlung des Sodbrennens.
In manchen Fällen findet sich bei der Endoskopie kein eindeutiger Hinweis auf eine Refluxkrankheit, und es besteht dadurch ein Widerspruch zu den Sodbrennen-Beschwerden. Als weiteres Diagnoseverfahren steht dann die so genannte pH-Metrie zur Verfügung. Über 24 Stunden wird die Häufigkeit und Dauer des Magensaftrückflusses bestimmt. Dazu misst eine dünne Sonde im unteren Teil der Speiseröhre die Säurekonzentration (pH-Wert) und meldet den Wert an ein digitales Ablesegerät, das am Körper getragen wird.
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Verwendete Quellen:
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Dr. med. Gerlinde Souza-Offtermatt Ärztin und Medizinjournalistin
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