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Reizdarm-Syndrom - Symptome / Diagnose

Symptome des Reizdarm-Syndroms


Die Bauchschmerzen beim Reizdarm-Syndrom sind vielgestaltig, sie können krampfartig, dumpf oder aufblähend sein, häufig treten sie verstärkt mit dem Stuhlgang auf und lassen anschließend nach. Breiige kleine Stuhlportionen, die ich als Stress-Stühle bezeichne, wechseln mit Phasen der Stuhlträgheit (Obstipation). Seltener als beschrieben liegen eigentliche Durchfälle (Diarrhoe) vor, denn diese sind nicht nur durch Stuhlhäufigkeit – über 3 mal pro Tag –, sondern auch durch voluminöse, breiige bis flüssige Stühle (wie Kuhfladen) gekennzeichnet.

Typisch für das Reizdarm-Syndrom sind: Nachlassen in Ruhephasen wie Wochenenden, Ferien und nachts und das Fehlen weiterer Krankheitszeichen, z.B. Fieber, Gewichtsabnahme und Blut im Stuhl.



Es gibt Empfehlungen von Fachgesellschaften mit einem Katalog von hinweisenden Krankheitszeichen, die wegen ihrer Ausführlichkeit eher für wissenschaftliche Studien geeignet sind. Nach Konferenzen in Rom heißen sie Rom-Kriterien (I-III). Die Rom-III-Kriterien sind:

Reizdarm-Syndrom - Rom-III-Kriterien zur Erfassung eines Reizdarms

Diagnostik des Reizdarm-Syndroms


Bei Verdacht auf ein Reizdarm-Syndrom müssen die in Tabelle 2 genannten organischen Krankheiten ausgeschlossen werden. Dies geschieht durch:

Reizdarm-Syndrom - Diagnostik

Kommentar zur Diagnostik des Reizdarm-Syndroms


Die Diagnose eines Reizdarm-Syndroms ist eine klinische Diagnose, d.h. dass die Erfassung der funktionellen Beschwerden im Vordergrund steht. Da es sich um qualitative Symptome handelt, ist ihre Anerkennung in Zeiten einer nur nach technischen Verfahren organisierten und bezahlten Medizin schwierig. Viele Patienten klagen zu Recht darüber, dass man ihre oft quälenden Beschwerden nicht wahrnimmt, weil kein organisch-krankhafter Befund festgestellt wurde.

Die in Tabelle 3 genannten technischen Untersuchungen dienen nur einmalig dem Ausschluss organischer Krankheiten. Sie sollten nur wiederholt werden, wenn sie Jahre zurückliegen, an der Vollständigkeit Zweifel bestehen oder Verdachtssymptome einer organischen Erkrankung in der Zwischenzeit aufgetreten sind. Eher wird man, wenn nötig, die ungefährlichen und unbeschwerlichen Labor- und Ultraschall-Untersuchungen wiederholen. Ich führe lieber selbst zur Erstdiagnose Gastroskopie und Koloskopie durch, weil ich sicher bin, dass sie vollständig sind und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass indirekt Krankheitszeichen erfasst werden können. Dies sind: angespannte Analmuskulatur, spastisch enges Darmlumen mit stärkerer Segmentierung und übersegmentierte Stuhlreste. Dies sind meine Eindrücke, die nicht durch Studien belegt oder belegbar sind.
Dickdarmskizze (e = Übergang in den Dünndarm)
Dickdarmskizze (e = Übergang in den Dünndarm)
Endoskopisches Bild eines übersegmentierten Darmabschnitts mit Kotballen
Endoskopisches Bild eines übersegmentierten Darmabschnitts mit Kotballen

Radiologisches Bild eines übersegmentierten Darmabschnitts mit Kotballen
Radiologisches Bild eines übersegmentierten Darmabschnitts mit Kotballen

Die Bilder sind aus „Pott, G.: Koloskopie-Atlas“ – mit freundlicher Genehmigung des Schattauer-Verlages.
letzte Aktualisierung: 28.05.2012

Verwendete Quellen:
Layer P et al.: S3-Leitlinie zur Definition,… Z Gastroenterol 2011; 49: 237–293

Pott, G.: Koloskopie-Atlas, Schattauer-Verlag, 2004, 2. Auflage

Artikelinformationen zu Reizdarm-Syndrom
Autor
Portrait Pott

Prof. Dr. med. Gerhard Pott

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