Risiken und mögliche Komplikationen bei der Behandlung einer Perforation im Magen-Darm-Trakt
Bekannte Magengeschwüre, Geschwüre im Darm, Sigmadivertikel oder aber entzündliche Darmerkrankungen, die längere Zeit mit Kortison behandelt werden müssen, sind deutliche
Risikofaktoren. Die Bauchfellentzündung, die durch eine Perforation in der Regel entsteht, ist eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung. Die Behandlung hat ihr Prinzip in der Herdsanierung, verläuft aber ansonsten stufenweise je nach Ausmaß der Erkrankung und den dadurch entstehenden Organbeeinträchtigungen. Der Aufwand reicht von zwei Tagen stationären Aufenthaltes bis zu wochenlangem Kampf mit Intensivstation, maschineller Beatmung, Nierenersatztherapie und multiplen Operationen. Entsprechend können auch die frühen wie späten Folgen variieren:
Typische Folgen sind der erneut aufflackernde Infekt oder
Abszess im Bauchraum, die Nahtundichtigkeit bei der Versorgung des Loches bzw. anderen Magen- oder Darmnähten sowie die Verwachsungsbeschwerden in der Früh- wie auch Spätphase – selbst noch nach Jahren. Diese können bis zum
Darmverschluss führen.
Alle Nahtverfahren – ob Hand- oder Klammertechnik – werden in der speziellen Situation der
Perforation und der damit meist vorhanden entzündlichen Mitbeteiligung des Gewebes durchgeführt. Ihr Risiko zur Undichtigkeit ist höher als bei nicht notfallmäßigen Operationen. Die Dichtigkeit der Nähte kann durch Gabe von wässrigem Kontrastmittel als Schluck oder über Sonde von oben oder als Einlauf vom Mastdarm her im Röntgen überprüft werden. Undichtigkeiten machen ggf. einen nochmalige Operation notwendig.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Perforationen im Magen-Darm-Trakt