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Gicht (Urikopathie) - Behandlung / Therapie

Die Therapie von Gicht


Als typische Wohlstandserkrankung kann durch die Änderung des Lebensstils die Häufigkeit der Gichtanfälle beeinflusst werden.

Wie sollte die Ernährung bei Gicht aussehen? Welche Lebensmittel begünstigen einen Gichtanfall?


Purinreiche Kost (wie Innereien, Sardinen, Fleischextrakt, Suppenwürfel, Grillhähnchen, Hülsenfrüchte) sollte vermieden werden. Neben „Festmahlzeiten“ können aber auch Fastenkuren die Entstehung eines Gichtanfalls provozieren, da in diesen Situationen der Körper vermehrt eigene Zellen abbaut und dabei Harnsäure gebildet wird. Eine Gewichtsreduktion sollte daher moderat erfolgen.

Der Alkoholkonsum sollte eingeschränkt werden, da Alkohol die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren verringert. Bier hemmt zudem nicht nur die Harnsäureausscheidung, sondern enthält auch durch den Hefeanteil Purine, die in Harnsäure umgewandelt werden. Auch in Cola finden sich bis zu 10 mg Purine pro 100 ml.


Die medikamentöse Behandlung von Gicht


Bei der medikamentösen Behandlung von Gicht ist die akute Anfallsbehandlung von der Dauerbehandlung zu unterscheiden.

Im akuten Gichtanfall gelten nicht-steroidale Schmerzmedikamente wie Diclofenac als Mittel der ersten Wahl. Steroide (Cortison) können ebenfalls die Entzündungsreaktion dämpfen. Als Reservemedikament steht Colchicin, das Gift der Herbstzeitlosen, zur Verfügung: es hemmt die Phagozyten und damit letztlich die akute Gelenksentzündung.

Dauertherapie bei Gicht: In der Gicht-Dauertherapie wird versucht, den Harnsäurespiegel im Blut auf einen normalen Wert (um 6 mg/100 ml) zu senken. Dies kann durch Allopurinol oder das neu zugelassene Medikament Febuxostat erreicht werden, das die Harnsäurebildung verringert. Alternativ kann über harntreibende Medikamente – sog. Uricosurika wie Benzbromaron oder Probenecid – eine Steigerung der Harnsäureausscheidung der Niere bewirkt werden. Die meisten Säugetiere und Vögel bauen die Harnsäure chemisch weiter zum wasserlöslichen Allantoin ab. Das entsprechende Enzym (Rasburicase) dazu kann im Notfall (z.B. in der Chemotherapiesituation) eingesetzt werden.
letzte Aktualisierung: 16.05.2012

Artikelinformationen zu Gicht (Urikopathie)
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Dr. med. Silke Kenngott

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Prof. Dr. Dr. Manfred Gross

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