Behandlung der Gastritis
Ein gewisser Prozentsatz (bis zu 40 Prozent) der Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bildet sich spontan zurück. Der Heilungsprozess wird anscheinend durch eine Änderung der
psychisch-vegetativen Konstellation des Patienten gefördert. Für diese Annahme sprechen auch wissenschaftliche Studien, nach denen etwa 40 bis 50 Prozent der Patienten durch Placebos (Scheinmedikamente ohne Wirkstoffe) geheilt werden. Die Wirksamkeit von säurebindenden Medikamenten (Antazida) übersteigt die Erfolgsquote von Placebos kaum.
Therapie der akuten Gastritis
Bei der akuten Gastritis ist oftmals keine Behandlung notwendig. Sie heilt meistens auch ohne
Therapie relativ schnell aus. Die akute schmerzhafte Phase dauert etwa 24 Stunden. Wegen dieses kurzen Zeitraums wird meistens auf Medikamente verzichtet. Sind äußere Einflüsse (z.B. übermäßiger Alkoholkonsum) der Auslöser, kann es hilfreich sein, für 24 Stunden nichts zu essen. In dieser Zeit beruhigt sich die Magenschleimhaut wieder und kann sich erholen. Ist die Ursache in der Medikamenteneinnahme (z.B. Rheumaschmerzmittel) zu sehen, wird die akute Gastritis mit die Magensäureproduktion unterdrückenden Protonenpumpenhemmern oder Prostaglandinderivaten behandelt.
Therapie der chronischen Gastritis
Zur Behandlung der Vitamin-B12-Blutarmut wird das Vitamin gespritzt. Da bei der Typ-A-Gastritis ein erhöhtes Magenkrebsrisiko besteht, sollte eine regelmäßige, jährliche endoskopische Untersuchung mit der Entnahme von Gewebeproben der Magenschleimhaut durchgeführt werden. Bei der Typ-B-Gastritis (H.-pylori-
Infektion) wird auf die Ausrottung des Erregers mit Medikamenten gezielt. Diese Behandlung wird Eradikation genannt. Heutiger Standard ist die Kombination von
Antibiotika und Protonenpumpenhemmern. Nur mit dieser Kombinationsbehandlung gelingt es, den Erreger direkt zu bekämpfen. Die Medikamente müssen für eine sichere Wirkung mindestens sieben Tage lang eingenommen werden. Frühestens nach vier Wochen werden bei einer erneuten Magenspiegelung weitere Proben aus der Magenwand entnommen, um den Therapieerfolg zu überprüfen. Wenn der Ureasetest negativ ausfällt, dann war die Eradikationsbehandlung erfolgreich. Die wirksamste
Therapie der Typ-C-Gastritis ist die Reduktion der Magensäureproduktion, damit die Magenschleimhaut ausheilen oder nicht weiter geschädigt werden kann. Hierzu werden heute vor allem die Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Medikamente, die bekanntermaßen eine Gastritis auslösen können, sollten wenn möglich für die Dauer der Behandlung ausgesetzt werden. Zusätzlich zur Behandlung kann bei einer durch Gallensäfte ausgelösten Gastritis die Magenentleerung beschleunigt werden, um die Zeit, während der die Gallensäfte mit der Magenschleimhaut in Kontakt sind, zu verkürzen. Dies lässt sich durch bestimmte, Prokinetika genannte Medikamente erreichen.
Vorbeugung einer Gastritis
Damit eine Gastritis gar nicht erst auftritt, gilt es, folgende Ratschläge zu befolgen:
- Achten Sie auf Ihre psychosoziale Gesundheit.
- Nehmen Sie nie auf Dauer und auf eigene Faust Schmerzmittel ein. Besprechen Sie Dosis und Dauer einer Schmerzmitteleinnahme mit Ihrem Arzt.
- Übermäßiger Gebrauch von säurefördernden Wirkstoffen wie Alkohol, Kaffee, Tee, Nikotin oder Zitrusfrüchten ist nicht ratsam.
In den letzten Jahren wird tierexperimentell an einer
Impfung gegen H.- pylori gearbeitet. Mit einem Impfstoffeinsatz beim Menschen ist aber frühestens in einigen Jahren zu rechnen.
letzte Aktualisierung: 29.05.2012
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