Behandlung der Divertikel-Erkrankungen
Die Behandlung der
Divertikelkrankheit gehört in die Hände des Arztes. Wichtig sind die Sicherung der Diagnose und der Ausschluss anderer Ursachen. Leichte Beschwerden (s.o.) sind individuell zu therapieren. Dies kann durch Regulierung des Stuhlgangs erfolgen. Hierzu ist in der Regel eine ballaststoffreiche Kost empfehlenswert. Sollte darunter weiterhin die Neigung zur
Verstopfung (Obstipation) bestehen, sind zusätzliche Gaben von Quellmitteln (Weizenkleie, geschrotete Leinsamen) in Verbindung mit Milchprodukten (z. B. naturbelassener Joghurt) empfehlenswert. Stellt sich unter diesen Maßnahmen keine Besserung der Symptomatik ein, ist nach Konsultation des Hausarztes gegebenenfalls eine Medikation mit ausgewählten Medikamenten (keine Eigenmedikation!) zur Regulierung des Stuhls zu empfehlen.
Treten Hinweise auf eine
Entzündung der Divertikel (Divertikulitis) auf, wird der Arzt nach der Diagnostik eine Antibiotikatherapie verschreiben, die über eine Dauer von ca. 10 bis 14 Tagen eingenommen werden muss. In dieser Zeit sollte der Darm „geschont“ werden. Daher wird während der Behandlung einer
Divertikulitis eine ballaststoffarme Kost empfohlen, die nach Abheilung der Entzündung wieder in eine ballaststoffreiche Kost umgestellt werden soll. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass auch das entzündungshemmende Medikament Mesalazin, das zur Behandlung von
chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt wird, gut bei einer
Divertikulitis wirksam ist.
Schwerere Divertikulitiden mit klinisch deutlichen Entzündungszeichen (s.o.) müssen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Bei mittelschweren Fällen, die meist nicht operiert werden müssen, hat sich die enge Zusammenarbeit zwischen dem
Chirurgen und dem Gastroenterologen in der Behandlung der Patienten bewährt. Schwere Verläufe von
Divertikulitiden, bei denen es zum Auftreten von Abszessen und Darmperforationen kommt, gehören immer in die Hände des erfahrenen Bauchchirurgen. Bei immer wieder auftretenden
Divertikulitiden, auch bei häufigen leichten Entzündungen und insbesondere dann, wenn sich Einengungen des Darmes (Stenosen) entwickelt haben, kann es erforderlich oder empfehlenswert sein, im entzündungsfreien Intervall die divertikeltragenden Darmabschnitte operativ zu entfernen. Diese Operation wird heutzutage überwiegend als Knopflochchirurgie (laparoskopische Operation) durchgeführt und hat dadurch weniger Risiken für den Patienten.
Nachsorge und Prophylaxe der Divertikel
Die beste „
Therapie“ ist wie immer die Prophylaxe. Durch eine gesunde Mischkost mit reichlich Ballaststoffen, eine ausreichende Bewegung und Gewichtsregulation kann die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von
Divertikeln reduziert werden. Bei
bestehenden Divertikeln nimmt auch durch diese Maßnahmen die Gefahr der Entwicklung einer
Divertikulitis signifikant ab.
letzte Aktualisierung: 15.05.2012
Artikelinformationen zu Divertikel-Erkrankungen