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Darmverschluss - Behandlung / Therapie

Die Untersuchung des Darmverschlusses durch den Arzt

Nach der Krankengeschichte folgt der körperliche Untersuchungsbefund. Der Patient wirkt unruhig, und die Beine können angewinkelt sein, um die Spannung im Bauch zu verringern und eine Entlastung zu ermöglichen.

Bei der Untersuchung lässt sich eine Abwehrspannung des Bauches feststellen. Diese tritt entweder an einem bestimmten Punkt auf oder ist über den ganzen Bauch verteilt . Der Bauch ist allgemein druckschmerzhaft. Mit dem Stethoskop lassen sich die Darmgeräusche beurteilen. Metallisch klingende Darmgeräusche weisen auf einen mechanischen Ileus hin. Fehlende Darmgeräusche (absolute Stille im Bauch) weisen dagegen auf einen lähmenden Darmverschluss hin (paralytischer Ileus).

Die rektale Untersuchung (Abtastung des Enddarms mit dem Finger) kann schmerzhaft sein, insbesondere dann, wenn eine Blinddarmentzündung zu einer Reizung des Bauchfells geführt hat.

Weitere Untersuchungen

  • Zur Beurteilung des Bauches werden Röntgenaufnahmen im Stehen oder in Linksseitenlage gemacht. Bei einem Darmverschluss lassen sich sichelförmige Luft- und Flüssigkeitsansammlungen erkennen. Je nach Beteiligung werden sie als Dünn- oder Dickdarmspiegel bezeichnet. Freie Luft unter dem Zwerchfell ist ein Zeichen für einen akuten Bauch.
  • Mit der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) lässt sich die Ursache des Darmverschlusses eingrenzen. Pendelperistaltik (Darminhalt wird nicht mehr transportiert) spricht für einen mechanischen Darmverschluss und fehlende Peristaltik für einen lähmenden Darmverschluss.
  • Die Computertomographie wird als ergänzende Untersuchung zur Beurteilung der inneren Organe durchgeführt. Je nach Ursache des Darmverschlusses können viele Blutwerte krankhaft verändert sein.
  • Das Blutbild ermöglicht die Bestimmung weisser (Leukozyten) und roter (Erythrozyten) Blutkörperchen, des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und der Blutplättchen (Thrombozyten). Blutverlust führt zu einer Verringerung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin). Eine Entzündung dagegen verursacht einen deutlichen Anstieg der weissen Blutkörperchen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit, das C-reaktive Protein und die Laktatdehydrogenase (LDH) sind erhöht. Ausserdem können die Leberwerte und Bauchspeicheldrüsenwerte krankhaft ansteigen. Bei Fortschreiten der Erkrankung verschlechtern sich auch die Gerinnungswerte.

Komplikationen

Volumenmangel

Jeder Ileus entzieht dem Patienten Flüssigkeit, weil die in das Darmlumen abgegebenen Sekrete (Magensaft, Galle, Pankreas- und Dünndarmsekret) nicht mehr rückresorbiert werden. Hinzu kommen die Verluste durch Erbrechen. Folge ist ein Volumenmangel (Dehydratation), der zur Bluteindickung, verminderter Harnproduktion und Schock führen kann.

Sekundäre Darmparalyse

Beim mechanischen Ileus besteht anfangs eine über das Normalmass hinausgehende Peristaltik. Mit zunehmender Ermüdung der Darmmuskulatur nimmt die anfangs gesteigerte Peristaltik an Intensität ab, um nach Stunden oder Tagen gänzlich zu versagen.

Durchwanderungsperitonitis

Bei längerem Bestehen der Ileussituation kommt es zur bakteriellen Zersetzung (Autolyse) des gestauten Darminhaltes, wodurch die Darmwand für Gifte und Bakterien durchlässig wird. Es kommt zur Gifteinschwemmung in den Kreislauf und zu einer Bauchfellentzündung, was die Prognose drastisch verschlechtert.

Behandlung

Plötzlich eintretende dumpfe oder krampfartige, heftige Bauchschmerzen, verändertes Stuhlverhalten, Übelkeit und Erbrechen können auf Darmverschluss hinweisen, so dass der Hausarzt oder der notärztliche Dienst benachrichtigt werden sollte. Auch Bauchschmerzen, die nach Nahrungsaufnahme auftreten, sollten abgeklärt werden, da sich dahinter insbesondere bei älteren Menschen eine Minderdurchblutung der Baucharterien verbergen kann.

Wenn der Haus- oder Notarzt gerufen wird und dieser einen Ileus diagnostiziert, wird er folgende Notfallmassnahmen durchführen: Als erstes wird eine Magensonde gelegt werden. Darüber kann gestautes Sekret mit einer grossvolumigen Spritze absaugt werden. Den fäkulenten Dünndarminhalt erkennt man an seiner schmutzig-braunen Farbe und dem kotigen Geruch. Baldmöglichst wird eine Infusion angelegt.

Schnelle Therapie nötig

Der Darmverschluss muss in den meisten Fällen so rasch wie möglich operativ behandelt werden, da das Krankheitsbild sonst zum Tode führt. Der mechanische Ileus stellt eine absolute Indikation zur sofortigen Operation dar! Das operative Vorgehen richtet sich nach der Ileusursache:

  • Im günstigsten Fall brauchen lediglich Verwachsungen gelöst werden (Adhäsiolyse oder Bridenlösung).
  • Beim Strangulationsileus ist meist eine Darmteilentfernung erforderlich.
  • Kann die Verengung nicht chirurgisch beseitigt werden, weil es beispielsweise ein nicht zu operierender Tumor ist, kommt eine Umgehungsoperation (Bypassoperation, die Engstelle wird durch einen anderen Darmabschnitt überbrückt, umgangen) oder die Ausleitung des Darmes als künstlicher Darmausgang (Stoma) in Frage.

Während des operativen Eingriffs wird ein Antibiotikum gegeben, um einer Ausbreitung der Darmbakterien in den Bauchraum vorzubeugen.

In einer Vorstufe des lähmenden Darmverschlusses kann der Versuch unternommen werden, die Darmbewegung mit Medikamenten in Gang zu setzen.

Wenn eine Bauchfellentzündung für den lähmenden Darmverschluss verantwortlich ist, muss die Grunderkrankung behandelt werden. So muss zum Beispiel bei einem durchbrochenen Magen- oder Dünndarmgeschwür die Bruchstelle wenn möglich genäht oder operativ herausgeschnitten werden.

Vorsicht!

Plötzlich eintretende dumpfe oder krampfartige, heftige Bauchschmerzen, verändertes Stuhlverhalten, Übelkeit und Erbrechen können auf Darmverschluss hinweisen, so dass der Hausarzt oder der notärztliche Dienst benachrichtigt werden sollte. Auch Bauchschmerzen, die nach Nahrungsaufnahme auftreten, sollten abgeklärt werden, da sich dahinter insbesondere bei älteren Menschen eine Minderdurchblutung der Baucharterien verbergen kann.

letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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