
In den meisten Fällen, etwa bei 85% der Betroffenen, wechseln sich akute Schübe mit beschwerdefreien Phasen ab, die auch über Jahre dauern können (chronisch-rezidivierend). Oft lösen vermehrte körperliche oder psychische Belastungen eine neue Attacke aus. Es gibt aber auch Verlaufsformen, bei denen die Entzündungsreaktionen ständig in wechselnder Ausprägung stattfinden (chronisch-kontinuierlich) oder die plötzlich mit schwersten, lebensbedrohlichen Durchfällen, Krämpfen, Fieber und Schock beginnen (akut-fulminant).
Nicht selten zeigen sich auch Symptome außerhalb des Darmtrakts. Etwa 5% der Betroffenen leiden an schmerzhaften Veränderungen der Haut an den Unterschenkelstreckseiten. Diese präsentieren sich entweder als gerötete, überwärmte, walnussgroße Erhabenheiten (Erythema nodosum) oder als scharf begrenzte Geschwüre (Pyoderma gangraenosum).
Ein Viertel der Patienten leiden unter Schmerzen im Bereich der Knie- und Sprunggelenke, ein Fünftel unter Veränderungen der Leber und Gallenwege. Seltener sind Symptome an den Augen wie Entzündungen der Binde- oder Regenbogenhaut und Nierensteinleiden.
Besteht die Colitis ulcerosa länger und zeigt einen ausgedehnten Befall, erhöht sich das Risiko, an einem Dickdarmkrebs zu erkranken - nach zehn Jahren Krankheitsverlauf um das vier- bis zehnfache im Vergleich zur Normalbevölkerung.
Eine lebensbedrohliche, wenn auch seltene Komplikation als Folge einer schweren Entzündungsattacke ist das toxische Megakolon, eine Lähmung der Darmmuskulatur. Dadurch wird der Darminhalt nicht weiterbewegt, der Darm bläht sich und Gifte und Bakterien gelangen in den Blutkreislauf. Es besteht die Gefahr einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) und eines Darmdurchbruchs (Perforation).
Wichtigste Untersuchung zur genaueren Abklärung ist die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der eine Gewebsprobe entnommen und im Labor und unter dem Mikroskop untersucht wird. Fast immer lässt sich so die Diagnose stellen. Ergänzend werden eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums sowie eine Stuhluntersuchung durchgeführt. So lassen sich auch andere Ursachen wie eine Infektion ausschließen und andere Organveränderungen feststellen.
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