Komplikationen und Risiken einer Milzentfernung (Splenektomie)
Jede Operation ist mit einem Komplikationsrisiko behaftet. Durch sorgfältige, präoperative Vorbereitung der Patienten, sowie einer Weiterentwicklung der Operationsmethoden und –instrumente, konnte eine deutliche Reduktion der Komplikationen erreicht werden. So ist zum Beispiel die Rate an Wundinfektion und Narbenbrüchen durch den Einsatz minimalinvasiver
Methoden sehr stark zurückgegangen.
Da die Milz ein gut durchblutetes Organ ist, besteht immer auch während und nach der Operation eine erhöhte Blutungsgefahr. Auch die Verletzung von Nachbarorganen, wie z.B. des Darmes, ist als mögliche Komplikation zu erwähnen.
Als besondere Komplikation, oder wohl eher Folge einer Entfernung der Milz, ist das so genannte
Postsplenektomie Syndrom („
OPSI“ =
Overwhelming Post Splenectomy Infection) zu nennen. Dieses schwere Krankheitsbild, welches nach einer Splenektomie bei bis zu 5 % der Patienten auftreten kann, ist durch eine isolierte Störung spezieller, sich hauptsächlich in der Milz befindlichen Fresszellen (Makrophagen) bedingt. Die Folge ist eine eingeschränkte Abwehrfunktion des Körpers gegenüber bekapselten Bakterien (z.B. Streptococcus pneumoniae (
Pneumokokken), Haemophilus influenzae Typ B und Neisseria meningitidis). Dabei sind es mit Abstand am häufigsten
Pneumokokken, die ein OPSI auslösen können. Kinder sind in besonderem Masse gefährdet.
Als wichtige, sehr effektive Prophylaxe hat sich dabei bei splenektomierten Patienten eine
Impfung gegen die häufigsten bekapselten Bakterien erwiesen. Bei geplanten Operationen sollte diese
Impfung bereits vor der Operation gegeben werden, sie kann jedoch auch
postoperativ gegeben werden.
Ein erneutes Auftreten der Grunderkrankung bei nicht entdeckten Nebenmilzen ist selten und als eine Spätkomplikation zu werten.
Welche Nachbehandlung ist nach einer Milzoperation erforderlich?
Im Rahmen der üblichen postoperativen, stationären Überwachung liegt der Fokus besonders auf möglichen Nachblutungen, Wundheilungsstörungen sowie auf den bereits beschriebenen Infektionsrisiken.
Eine ausreichende
Schmerztherapie, eine frühzeitige Mobilisation der Patienten und ein zügiger Kostaufbau sind dabei im Besonderen zu gewährleisten (Fast-Track-
Chirurgie).
Ausblick
Besonders durch den Einsatz von minimalinvasiven
Methoden hat sich die
Chirurgie der Milz grundlegend verändert. Die früher häufig limitierende Größe der Milz steht aufgrund der Weiterentwicklung der Technik (z.B. Ultraschallschneidegeräte) einer sicheren, auch partiellen Splenektomie nicht mehr im Wege.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Milzentfernung (Splenektomie)