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Koloskopie - Erläuterung der Untersuchung


Während der Untersuchung liegt der Patient auf der linken Seite. Mit Hilfe eines Gleitmittels wird das Koloskop, ein ca. 12 mm dünner, flexibler Schlauch durch den After in den Darm vorgeschoben. Das Koloskop ist flexibel und lässt sich von außen steuern. Im Kopf des Schlauches sind eine Lichtquelle und eine Kamera integriert. Die Geräte sind in der Regel mit einer Videokamera ausgestattet, so dass man das innere Darmbild über den Monitor verfolgen kann. Angeschlossen sind meist Printer und Videoaufzeichnungsgeräte zur Dokumentation.

Während der Untersuchung wird Luft in den Darm gepumpt, damit sich der leere Darm entfaltet und alle Wandstrukturen gut erkennbar werden. Eine Spülung und Absaugung am Ende des Gerätes sorgen zusätzlich für gute Sicht. Durch Stellräder am hinteren Ende des Koloskops kann das vordere Ende in verschiedene Richtungen gebogen werden. Dadurch ist es möglich, die Richtung des Instruments beim Vorschieben zu bestimmen und gleichzeitig die Darmwand im gesamten Umfang genau zu betrachten.

Gleichzeitig können durch einen Arbeitskanal Gewebeproben zur weiteren Untersuchung entnommen werden oder eventuell vorhandene Polypen (gutartige Krebsvorläufer) sofort entfernt werden, ohne dass ein weiterer Eingriff nötig ist. Dieser Vorgang wird auch als interventielle Koloskopie bezeichnet.

Endoskopische Entfernung von Darmpolypen (Fotos: Olympus Archiv)

In der Regel wird der Eingriff morgens vorgenommen und dauert nicht länger als 30 Minuten. Eine Ruhezeit nach dem Eingriff ist genauso selbstverständlich wie das anschließende Fahrverbot - vor allem wenn beruhigende Medikamente verabreicht wurden.

Die virtuelle Koloskopie

Heute ist es möglich durch Berechnungen am Computer, Bilddaten aus einem Computertomographen in dreidimensionale Ansichten umzurechnen, die den Bildern aus einem optischen Endoskop sehr ähnlich sehen. Da die Bilder in einem Computer zusammengesetzt werden, sind alle Blickwinkel und -richtungen möglich, die mit einem optischen Endoskop nicht einstellbar sind.

Die virtuelle Endoskopie ist berührungslos und schmerzfrei. Allerdings müssen vorher eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Diese Geräte erzeugen feinste zweidimensionale Schnittbilder aus dem Körperinneren und stellen Schicht für Schicht die Gewebestrukturen der Organe dar.

Ein spezielles Computerprogramm wandelt anschließend die Aufnahmen in dreidimensionale farbige Bilder um, die auf einem Computerbildschirm betrachtet werden können. Der Arzt sitzt dann also vor seinem Computer und sieht auf dem Monitor tatsächlich den Darm des Patienten inklusive aller Windungen und Biegungen. Damit kann jeder Winkel und jede Darmschlinge schmerzfrei betrachtet werden.

Da das Verfahren für besonders kleine Veränderungen noch nicht ausgereift zu sein scheint, übernehmen die Krankenkassen die Kosten von ca. 420 Euro zurzeit noch nicht oder nur in Ausnahmefällen.

Liefert die virtuelle Koloskopie keine befriedigenden Ergebnisse, wird in der Regel auf die konventionelle Dickdarmspiegelung zurückgegriffen.

Mit der Kapsel ins Darminnere reisen

Was schon in den sechziger Jahren als Science-Fiction durch die Kinos ging, wurde im Rahmen des 107. Deutschen Internistenkongresses in Wiesbaden 2001 als neues Verfahren erstmals vorgestellt: Aufnahmen aus dem Körperinneren durch eine Mini-Kapsel. Erste Erfahrungen mit dieser Methode in den USA und anderen europäischen Staaten zeigen, dass die Einsicht in den Dünndarm mit der Minikapsel-Koloskopie die Untersuchung erheblich verbessern kann ohne gleichzeitig belastend für den Patienten zu wirken.

Foto: Given Imaging

Die Minikapsel ist nicht größer als eine Antibiotika-Tablette. Sie besitzt eine Miniaturkamera, die per Funk 2 Bilder pro Sekunde aus dem Darm liefert. Außen am Körper ist ein Aufnahmegerät befestigt, das die Bilder aus dem gesamten Verdauungstrakt aufzeichnet. Diese Videoaufzeichnung wird von einem Arzt ausgewertet.

Die Kapsel wird morgens (nüchtern) vom Patienten ganz einfach wie eine Tablette eingenommen. Anschließend darf drei Stunden lang nichts gegessen werden. Die Kapsel selbst verweilt ca. 1 bis 2 Stunden im Magen und benötigt für die Dünndarmpassage in der Regel 90 Minuten. Sie verlässt den Körper auf natürlichem Wege per Stuhlgang nach etwa 10 bis 12 Stunden.

Die Untersuchung per Kapselendoskopie wird ambulant durchgeführt. Der Patient kann dabei ohne Probleme seiner täglichen Arbeit nachgehen, es besteht keinerlei körperliche Beeinträchtigung.

So angenehm diese Methode für den Patienten ist, so aufwendig ist sie für den Arzt. Die Kamera in der Kapsel macht innerhalb von acht Stunden etwa 50 000 Bilder, für deren Auswertung selbst ein geübter Gastroenterologe mindestens zwei Stunden braucht. Zudem kostet eine solche Diagnostik-Kapsel ca. 600 EUR zzgl. MwSt. und kann im Gegensatz zu den herkömmlichen Endoskopen nicht gereinigt und wiederverwendet werden. Doch bei unklaren gastrointestinalen Blutungen, in denen die konventionelle Koloskopie bei der Ursachenforschung erfolglos war, ist die Kapsel-Endoskopie eine sinnvolle Alternative. Das gilt ebenso für Patienten, denen aus unterschiedlichsten Gründen eine konventionelle Koloskopie nicht zugemutet werden kann.

Foto: Given Imaging

Darüber hinaus haben Untersuchungen in England und den USA gezeigt, dass der Kapsel-Einsatz bei Kindern besonders schonend und verträglich ist. In den USA sind die koloskopischen Kapseln inzwischen auch von der Gesundheitsaufsichtsbehörde FDA als medizinisches Mittel anerkannt worden.

letzte Aktualisierung: 25.01.2010
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