Das Vorgehen bei der Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung)
In Deutschland werden jährlich mehr als 190 000 Cholezystektomien durchgeführt. In über 90 % der Fälle kann heute die operative Entfernung der Gallenblase
laparoskopisch, durch eine Bauchspiegelung, erfolgen (
Schlüsselloch- oder Minimal-invasive Chirurgie).
Die minimal-invasive Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung)
Bei der minimal-invasiven Gallenblasenentfernung wird zunächst in Vollnarkose über eine stumpfe Kanüle Kohlendioxid in die Bauchhöhle gegeben. Durch das Gas hebt sich die Bauchdecke ein wenig an, so dass in der Bauchhöhle ausreichend Sicht und Platz für die Operation geschaffen wird. Über in der Regel 3 - 10 mm durchmessende Ventilhülsen werden nun eine Optik und die chirurgischen Instrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Die Bilder, die die Kamera aufzeichnet, werden auf einem Monitor im Operationssaal vergrößert abgebildet.
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| Darstellung der Anordnung im Operationssaal |
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| Bauchdecke 6 Tage nach laparoskopischer Entfernung der Gallenblase |
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Entsprechend klein sind auch die Hautschnitte, über die die Hülsen in die Bauchhöhle eingebracht werden. Üblich sind vier Hautschnitte (oberhalb des Nabels sowie mittig und seitlich im rechten Oberbauch), wobei der Zugang im Nabelbereich meist nach Herauslösen der Gallenblase aus dem Leberbett auf etwa 2 cm erweitert werden muss, um darüber die Gallenblase bergen zu können, zumal sie Steine trägt.
Unter bestimmten Voraussetzungen und um ein noch narbenärmeres Operieren zu ermöglichen, kann die Gallenblase auch über drei Zugänge (oberhalb des Nabels sowie im rechten und linken Unterbauch) oder einen einzigen, größeren Zugang, oberhalb des Nabels (sog. Singleport-Technik), entfernt werden.
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| Positionierung der Arbeitsinstrumente zur minimal-invasiven Cholezystektomie |
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Der Gallenblasengang muss vor dem Herauslösen der Gallenblase aus dem Leberbett mitsamt der ihn begleitenden Arterie (A. cystica) durchtrennt werden. Dies geschieht nach Abklemmen der Gefäße mit Metallclips oder zumeist resorbierbaren Kunststoffclips, die sich nach einigen Wochen selbst auflösen. Erst danach kann die Gallenblase aus dem Leberbett herausgeschält und mitsamt den in ihr enthaltenen Steinen entfernt werden. Vor dem Hautverschluss wird das zuvor in die Bauchhöhle gegebene Gas wieder abgelassen. Mögliche verbliebene geringe Mengen des Kohlendioxids werden vom Körper abgebaut.
Die Operation dauert in der Regel etwa 30 - 60 Minuten. Der Patient darf noch am selben Tage aufstehen und Flüssigkeiten zu sich nehmen. Es folgt in der Regel ein rascher Kostaufbau und eine Entlassung des Patienten aus der stationären Behandlung nach etwa zwei bis vier Tagen.
Die offene Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie)
Bei der
offenen (konventionellen) Cholezystektomie wird die Bauchhöhle durch einen Schnitt im rechten Oberbauch eröffnet. In der Regel wird ein mindestens 8 - 10 cm langer Schnitt entlang des rechten Rippenbogenrandes durchgeführt. Die Länge des Schnittes ist zumeist abhängig von der Konstitution des Patienten und den Gegebenheiten im Bauchraum. Der Gallenblasengang und die die Gallenblase versorgenden Gefäße werden verschlossen und abgesetzt und danach die Gallenblase mitsamt Inhalt unter direkter Sicht aus dem Leberbett gelöst. Schließlich wird die Bauchdecke wieder verschlossen. Der Patient verbleibt bei einem komplikationslosen Verlauf etwa vier bis sieben Tage im Krankenhaus.
letzte Aktualisierung: 15.05.2012
Artikelinformationen zu Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie)