Komplikationen und Risiken der Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie)
Die Gallenblasenentfernung ist eine sichere Operation mit einer sehr niedrigen Komplikationsrate, und beide Techniken sind Routineeingriffe.
Komplikationen einer geplant durchgeführten Cholezystektomie hängen wesentlich von Faktoren wie Begleiterkrankungen des Patienten und Komplikationen des Gallensteinleidens ab.
Notfall-Cholezystektomien weisen ein höheres Risiko und eine höhere Komplikationsrate auf.
Neben
allgemeinen Operationsrisiken wie Blutungen, Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Thrombo-Embolien, kommen Verletzungen der Gallengänge oder benachbarter Organstrukturen äußerst selten vor. Eine erneute Operation ist auch dann nur in einigen Fällen und bei größeren Verletzungen z. B. des Hauptgallenganges erforderlich.
Ein
Gallenstau kann durch in den Gallenwegen verbliebene Steine entstehen. Werden vor oder nach der Operation Steine in den Gallenwegen nachgewiesen, können sie zumeist im Rahmen eines endoskopischen Eingriffes (ERCP = Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) entfernt werden. Die ERCP ermöglicht neben der Darstellung der Gallenwege und des Bauchspeichendrüsenganges mit Röntgen-Kontrastmittel die Durchführung von therapeutischen Eingriffen, wie z. B. die Entfernung von eingeklemmten Gallensteinen in den Gallenwegen, nicht aber von Steinen aus der Gallenblase.
Die
laparoskopische Entfernung der Gallenblase bringt gegenüber der offenen Cholezystektomie, also im Vergleich zu einer Gallenblasenentfernung über einen Bauchschnitt,
große Vorteile. Die Genesung verläuft schneller, der Patient erleidet geringere Schmerzen, es entstehen weniger Narben und in der Folge auch weniger Narbenbrüche. Ebenso ist bei kleineren Wunden das Risiko für eine Wundinfektion geringer.
In jedem Fall ist bei der Aufklärung eines Patienten vor der Durchführung einer laparoskopischen Entfernung der Gallenblase darauf hinzuweisen, dass ein
Umsteigen auf ein offenes Vorgehen während der Operation im Sinne des Patienten immer notwendig werden kann. Treten beispielsweise unvorhergesehene Umstände wie starke Verwachsungen oder Verschwielungen, unklare anatomische Verhältnisse, stärkere Blutungen oder das Vorliegen eines Gallenblasentumors oder anderer Erkrankungen auf, so lässt sich die Gallenblase durch einen größeren Bauchschnitt für den Patienten risikoärmer entfernen.
Muskelkaterartige Beschwerden in Oberbauch und Schultern über wenige Tage nach dem Eingriff, sind durch eine Nervenreizung aufgrund des während der Operation in die Bauchhöhle gegebenen Gases möglich.
Erkenntnisse zur minimal-invasiven Cholezystektomie
Neben dem Wegfall einer großen Wunde ist ein großer Vorteil der laparoskopischen Cholezystektomie, dass für die Präparation vor Ort feine, miniaturisierte Instrumente verwendet werden, wodurch das durch die chirurgische Präparation verursachte
Trauma deutlich verringert werden kann. Das Operationstrauma bleibt also auf die betroffene Körperregion begrenzt, und eine breite Eröffnung des Bauchraumes wird vermieden.
Für den Patienten ergibt sich daraus eine wesentliche Verminderung der Gesamtbelastung und in der Folge eine deutlich raschere Genesung und Erholung. Laparoskopisch operierte Patienten verlassen in der Regel früher das Krankenhaus und werden schneller wieder arbeitsfähig.
Muss nach der Gallenblasenentfernung eine Nachbehandlung oder eine besondere Ernährung stattfinden?
Eine Nachsorge wird nur bei Auftreten von erneuten Beschwerden notwendig.
Der Verzicht auf bestimmte Speisen oder die Einhaltung einer besonderen Diät ist in der Folge nicht erforderlich. Eine normale, uneingeschränkte körperliche Betätigung ist in der Regel nach etwa 14 Tagen wieder möglich.
Fazit zur Cholezystektomie
Die
Chirurgie ermöglicht eine Heilung des symptomatischen Gallensteinleidens. Es stehen keine befriedigenden, alternativen
Methoden zur Verfügung. Die Operation ist die
Therapie der Wahl. Die Cholezystektomie ist eine sichere Operation mit einer sehr geringen Komplikationsrate.
Ein Leben ohne Gallenblase ist völlig unbeeinträchtigt möglich, und die Lebensqualität ist höher, als mit einer kranken Gallenblase und stets wiederkehrenden Beschwerden leben zu müssen.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie)