Wie gestaltet sich die Durchführung von ERCP und Papillotomie?
Die ERCP wird unter
Sedierung durchgeführt. Die eigentliche Untersuchung dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten. Ein
Endoskop mit einer Seitblickoptik wird vor die Papille geschoben und die Gänge je nach Fragestellung selektiv mit einem dünnen Draht sondiert. Nach Sicherstellung durch Röntgendurchleuchtung, dass der Draht im gewünschten Gang liegt, wird Kontrastmittel in den Gang gespritzt. In der Regel ist spätestens dann klar, ob ein Stein oder eine Verengung Ursache der Beschwerden sind.
Mit einem Papillotom, einem Kunststoffkatheter mit einem kurzen Schneidedraht, kann dann durch Applikation eines hochfrequenten Stroms über die Hitzewirkung ein kontrollierter Schnitt von wenigen Millimetern, die Papillotomie, erfolgen. Nach Papillotomie ist ausreichend Platz, um mit Körbchen oder Ballonkathetern zum Herausziehen von Steinen zu arbeiten oder auch
Stents aus Kunststoff oder expandierenden Metallgittern einzusetzen, um damit Engen zu überbrücken.
Der Untersuchungstag: Vorbereitung und Nachsorge des Patienten bei einer ERCP und Papillotomie
Für die ERCP muss der Magen leer sein, daher ist der Patient am Tag der Untersuchung nüchtern. Aktuelle Blutwerte, die eine uneingeschränkte Blutgerinnung sowie andere Risiken ausschließen, müssen bestimmt worden sein. Für die Untersuchung werden Medikamente gegeben, die das Bewusstsein stark einschränken (
Sedierung). In der Regel nimmt der Patient die Untersuchung nicht wahr.
Nach der ERCP und Papillotomie ist eine stationäre Überwachung sinnvoll, damit bei gelegentlich auftretenden Komplikationen unverzüglich reagiert werden kann. Bei Schmerzen kann z.B. zeitnah ein Schmerzmittel gegeben werden. Der Patient darf zunächst nichts essen, weil Speise im Magen die Tätigkeit der möglicherweise durch die Untersuchung gereizten Bauchspeicheldrüse ankurbelt und das Risiko einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöht wird. Bestehen am Folgetag keine Beschwerden und bei den Blutwerten keine Alarmzeichen, so kann ein vorsichtiger Kostaufbau begonnen werden.
Falls eine Entlassung am Tag der Untersuchung erfolgen kann, ist die eingeschränkte Verkehrstüchtigkeit nach der
Sedierung zu beachten. Der Patient darf 24 Stunden nicht selbst Auto fahren.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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