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ERCP und Papillotomie - Komplikationen und Risiken

Welche Komplikationen und Risiken bergen ERCP und Papillotomie in sich?


Die wesentlichste Nebenwirkung der ERCP ist die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, die nach ca. 5 % der Untersuchungen auftritt. Bei mangelnder Erfahrung des Arztes, bei besonders schwierigen anatomischen Bedingungen oder sehr speziellen Erkrankungen liegt das Risiko höher. Weiterhin ist das Risiko für Patientinnen generell etwas höher als für Patienten.


Welche Heilungsaussichten bestehen nach ERCP und Papillotomie?


ERCP, Papillotomie, Extraktion von Steinen sowie die Einlage von Stents sind in erfahrenen Händen in deutlich mehr als 90 % erfolgreich.

Wenn Steine aus dem Gallengang entfernt wurden, ist für die definitive Heilung meist auch eine Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) erforderlich, damit keine weiteren Steine aus der Gallenblase in den Gang abwandern, auch wenn diese nach Papillotomie leichter von alleine bis in den Dünndarm passieren können.

Wurde eine durch einen bösartigen Tumor verursachte Enge behandelt, so ist für eine Heilung eine radikale Operation unvermeidbar. Leider ist aufgrund des fortgeschrittenen Tumorstadiums oder des Lebensalters und der Begleiterkrankungen häufig so eine Operation nicht mehr möglich, und die Ableitung der Galle dient als lindernde Maßnahme, um die Lebensqualität zu sichern.

Wird der Abfluss des Bauchspeicheldrüsengangs im Rahmen einer schmerzhaften chronischen Pankreatitis durch ERCP, Papillotome, Steinextrakton oder Stents wieder hergestellt, können ca. 2/3 der Patienten mit einem Ende oder einer weitgehenden Behebung ihrer Schmerzen rechnen.


Die erste Zeit nach einer Untersuchung und Therapie mittels ERCP und Papillotomie


Nach der ERCP darf der Patient nichts essen, damit die Bauchspeicheldrüse nicht zur Produktion von Bauchspeichel angeregt und damit nicht der Druck im Gang erhöht wird. Trinken von Wasser oder ungesüßten Tee sind nicht als problematisch anzusehen. Treten am Folgetag keine Schmerzen auf und normalisieren sich die Laborwerte, wird mit einem vorsichtigen Kostaufbau begonnen.

Wurden Steine erfolgreich entfernt, ist keine Nachsorge nötig, war ein Tumor die Ursache, müssen ggf. weitere Maßnahmen bezüglich der Grunderkrankung veranlasst werden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012

Artikelinformationen zu ERCP und Papillotomie
Autor
PD Dr. med. Uwe Seitz

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