ERCP und Papillotomie
Die endoskopische Röntgenkontrastdarstellung der Gallenwege und des Bauchspeicheldrüsengangs ERCP wird eingesetzt, wenn der Galleabfluss behindert ist (z.B. durch Gallensteine). Für den therapeutischen Einsatz der ERCP ist in der Regel die Kombination mit einer Papillotomie erforderlich.
Was ist unter einer ERCP und Papillotomie zu verstehen?
Die endoskopisch retrograde Cholangio- und Pankreatikographie (ERCP) ist eine endoskopische Untersuchung, bei der über einen Zugang durch den Mund Gallenwege und Pankreasgänge dargestellt werden. Sie spielt bei Erkrankungen, die die ableitenden Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge betreffen, eine zentrale Rolle.
Die rein diagnostische ERCP ist bis auf seltene Fragestellungen obsolet geworden. Lediglich der Nachweis einer Primär Sklerosierenden Cholangitis, die anders nicht zu diagnostizieren ist, rechtfertigt gelegentlich noch den diagnostischen Einsatz.
Für den therapeutischen Einsatz ist in der Regel eine Papillotomie, die Eröffnung des Sphinkters an der gemeinsamen Mündung von Bauchspeicheldrüsen- und Gallengang in den Zwölffingerdarm (Papille, Papila vateri, Papilla duodeni major), erforderlich.
Das typische Leitsymptom, das häufig eine ERCP nach sich zieht, ist eine Gelbfärbung von Skleren und
Haut (Ikterus) als Zeichen einer Galleabflussstörung. Weiterhin färbt sich der Urin dunkler, der Stuhl heller und ein vermehrter Juckreiz macht sich bemerkbar.
In der Regel wird sonographisch der Aufstau der Gallenwege gesichert und durch Laboruntersuchungen ein Lebergewebeschaden sowie ein vermehrter Zerfall von roten Blutkörperchen ausgeschlossen. Typische Abflusshindernisse sind Steine oder Tumoren.
Ein Aufstau des Bauchspeichels z.B. im Rahmen einer chronischen Pankreatitis kann zu starken Schmerzen führen.
Die ERCP und Papillotomie können nicht durchgeführt werden, wenn die Untersuchung für den betroffenen Patienten gefährlicher ist als die zu behandelnde Krankheit an Galle oder Bauchspeicheldrüse. Dies wäre z.B. bei einem akuten
Herzinfarkt oder schweren Störungen der Blutgerinnung der Fall.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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