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Hüft-TEP (Hüfttotalendoprothese) - Hintergrund

Hüft-TEP (Hüfttotalendoprothese)

Bei einer Hüft-TEP (Hüfttotalendoprothese) handelt es sich um den kompletten Ersatz des kranken Hüftgelenks mit einer Prothese. Sämtliche Bestandteile des natürlichen Hüftgelenks werden dabei durch künstliche Materialien ersetzt. Eine Hüft-TEP setzt sich aus einem Hüftpfannenersatz, der in das Becken implantiert wird, einem Hüftschaft, der in den Oberschenkelknochen eingesetzt wird und einem Kugelkopf, der auf den Hüftschaft aufgesetzt wird, zusammen. In den meisten Fällen kommt eine Hüft-TEP zum Einsatz, wenn das natürliche Hüftgelenk durch eine Hüftgelenksarthrose geschädigt ist.

Hüftgelenksarthrose


Die Prävalenz einer Arthrose des Hüftgelenkes (Koxarthrose) ist jenseits des 55. Lebensjahres mit circa 17 % bei Männern und 10 % bei Frauen angegeben. Die häufigsten Neuerkrankungen werden im 6. Lebensjahrzehnt registriert und bei einem Drittel dieser Patienten sogar beidseitig. Eine Untersuchung von 8 000 Patienten (Hackenbroch et al. 1987) zeigte, dass 77 Prozent der überprüften Koxarthrosen eine sekundäre Genese aufwiesen, also auf einer Vorschädigung des Hüftgelenkes basierten. Typische Sekundärarthrosen sind:
  • Subluxationskoxarthrosen/ Dysplasiekoxarthrosen 
  • Koxarthrose nach M. Perthes, Epiphyseolysis capitis femoris juvenilis oder idiopathischer Hüftkopfnekrose 
  • Protusionskoxarthrose 
  • Postkoxitische Koxarthrose 
  • Posttraumatische Koxarthrose

Die drei verschiedenen Schmerzformen bei der Hüftgelenksarthrose

Die Arthrose des Hüftgelenkes weist, ähnlich der Arthrose anderer Gelenke drei verschiedene Schmerzformen auf. Die am häufigsten auftretende Schmerzform ist der Belastungsschmerz, gefolgt vom Anlauf- und Ruheschmerz. Dabei wird der Schmerz meistens in die Leistengegend, in den Bereich des Trochanter major oder in die Gesäßregion projiziert. Teilweise strahlt der Schmerz aber auch in den Oberschenkel oder sogar in das Kniegelenk aus.

Bei der Untersuchung zeigtsich meist eine schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit, insbesondere beim Einwärtsdrehen oder beim Abspreizen des Hüftgelenkes. Kommt es aufgrund einer Schmerzvermeidungsfehlhaltung zu einer muskulären Schwäche können auch Duchénne- und Trendelenburgzeichen positiv sein. Bei fortgeschrittener Koxarthrose kann eine deutliche Muskelatrophie sowie eine Beuge-Außenrotations-Adduktionskontraktur bestehen, welche mit einer funktionellen Beinverkürzung einhergeht.

Diagnostik der Hüftgelenksarthrose

Die Anfertigung von Röntgenaufnahmen des erkrankten Hüftgelenkes in anterior-posterioren und lateralem Strahlengang ist unentbehrlich und kommt routinemäßig zum Einsatz (Abb. 1 und 2). Hier lassen sich zumeist alle radiologischen Kriterien einer Arthrose (Gelenkspaltverschmälerung, Sklerosen, subchondrale Zysten, osteophytäre Anbauten u.A.) sicher nachweisen. In seltenen Fällen kommen bei schwierigen anatomischen Verhältnissen auch Spezialaufnahmen des Schenkelhalses (nach Rippstein) oder des Pfannendaches (Faux-Profil nach Lequesne) zum Einsatz, wobei hier ein Computertomogramm (ggf. mit 3D-Rekonstruktion) weitere Aufschlüsse geben kann.

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Konservative Therapie der Hüftgelenksarthrose

Die konservative Therapie besteht abwechselnd aus einem das Hüftgelenk belastenden und einem entlastenden Anteil. Zu befürworten sind Sportarten mit Bewegungsabläufen ohne Stauchungen, wie etwa Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion dringend zu empfehlen. Zusätzliche Unterstützung kann durch physiotherapeutische Bewegungsübungen gegen Kontrakturen, Phonophoresen und Traktionsbehandlungen gegeben werden. Wenn dies zu keiner adäquaten Schmerzlinderung führt, kann eine intraartikuläre Injektion mit einem Lokalanästhetikum ggf. auch mit einem Kortikosteroidzusatz durchgeführt werden. Dies kann aber nur zu einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden führen. Eine Langzeitschmerz-therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika ist sehr verbreitet, ist aber aufgrund der gastrointestinalen Nebenwirkungen nicht ungefährlich. Selektive COX-2-Hemmer kommen auch zum Einsatz, sind aber aufgrund der möglichen kardiopulmonalen Nebenwirkungen nicht für jeden Patienten geeignet. Die Prognose kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein und ist schwer vorhersehbar. Ein Großteil der Koxarthrosepatienten muss letztlich jedoch operativ versorgt werden.

Operative Therapie der Hüftgelenksarthrose ortho-48.jpg

Die Wahl der Operationsmethode, der Implantate und deren Verankerungsmechanismen erfolgt durch den Operateur. Dieser sollte bei seiner Entscheidung den Arthrosegrad, die Anatomie der Hüfte, Nebenerkrankungen, Alter und Habitus des Patienten berücksichtigen.

Gelenkerhaltende Operationen bei der Hüftgelenksarthrose

Diese sind in Umstellungsoperationen (Osteotomien) im Bereich des Oberschenkelknochens (Femur) und des Beckens unterteilt. Intertrochantäre Femurosteotomien korrigieren Fehlstellungen im Bereich des proximalen Femurs und sorgen damit für eine Senkung des transartikulären Druckes, eine Rezentrierung des Kraftflusses und eine Optimierung der Drehmomente. Umstellungsosteotomien können varisierend, valgisierend, extendierend, derotierend, flektierend oder in Kombination erfolgen. Osteotomien im Bereich des Beckens haben zum Ziel, eine fehlende Überdachung des Hüftkopfes und der damit verbundenen punktuellen Be- und Überlastung des Gelenkknorpels zu korrigieren. Hier seien die Operation nach Salter und Chiari sowie die Tripleosteotomie genannt. Festzustellen ist, dass diese Operationstechniken nur den Patienten von dauerhaftem Nutzen sind, welche noch über intakten Gelenkknorpel verfügen. Somit sind dritt- und viertgradige Arthrosen eine Kontraindikation.

 

Weitere Informationen zur Hüft-TEP finden Sie unter operation-endoprothetik.de


Artikelinformationen zu Hüft-TEP (Hüfttotalendoprothese)
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Autor

Dr. med. Alexander Hagel

Autor

Prof. Dr. med. Werner Hein

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