So beugen Sie Herzerkrankungen vor
Neben den unten angesprochenen Aspekten des gesunden Lebensstils kann es in einigen Fällen – bei Personen mit einem hohen Risiko für Herzkreislaufkrankheiten – auch sinnvoll sein, den Ausbruch der Erkrankung durch Medikamente zu beeinflussen. Jeder
Hausarzt ist angehalten, das Herzkreislaufrisiko seiner Patienten zu bestimmen. Jeder Patient sollte sein Risiko für das Entstehen einer Herzkreislaufkrankheit kennen. Er kann dann, wenn notwendig, mit seinem Arzt eine individuelle Strategie zur Risikoreduktion besprechen.
Körperliche Aktivität
Ein metabolisches Äquivalent (MET) entspricht etwa der Sauerstoffaufnahme im ruhigen Sitzen (3,5 ml/kg/min). Sportler können ihre Sauerstoffaufnahme leicht um das 10 - 15-fache steigern und erreichen dementsprechend 10 - 15 MET. Untrainierte dagegenbleiben häufig bei < 8 MET. Körperliches Training, das die Leistungsfähigkeit um1 MET steigert, führt bereits zu einer Risikominderung im Bereich der Herzkreislaufkrankheiten um 20 %. Dieser Effekt wird auch bei Übergewichtigen beobachtet. Übergewichtige mit guter Herzkreislauf-Leistungsfähigkeit leben länger als Übergewichtige mit schlechter Leistungsfähigkeit. Ähnliches gilt auch bei Vorliegen der ursächlichen Risikofaktoren. Ein Diabetiker kann sein Herzkreislaufrisiko durch körperliches Training deutlich reduzieren. Natürlich hilft körperliches Training auch dabei, das Körpergewicht zu reduzieren und langfristig im gewünschten Bereich zu halten. Die Blutdruckwerte nehmen ab. Auch ist körperliches Training bei Personen mit gering erhöhten Blutzuckerwerten ein außerordentlich wirkungsvolles Mittel, um das Auftreten einer manifesten Blutzuckerkrankheit zu verhindern. Es geht nicht darum, sich bis zur Erschöpfung zu verausgaben. Vielmehr sollte eine nicht zu starke, aber gleichmäßige Belastung angestrebt werden. Günstig sind rasches Gehen oder vorsichtiges Joggen, Radfahren und Schwimmen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Diese Aktivität sollte 3 - 4 mal pro Woche für mindestens 30 min ausgeübt werden. Für das rasche Gehen gilt, dass 120 - 140 min pro Woche ausreichen,um die Leistungsfähigkeit merkbar zu steigern und das Herzkreislaufrisiko zu senken.
Gesunde Ernährung
Eine ausgewogene, gesunde Ernährung hat wichtige positive Effekte auf Körpergewicht, Blutfett- und Blutzuckerwerte und, zumindest indirekt, sogar auf den
Blutdruck. Insgesamt gelten einige Prinzipien, die eine gesunde Ernährung erleichtern. Dazu gehört, dass man ruhig einmal über die Stränge schlagen darf, wenn es nur gelegentlich und im Rahmen einer ansonsten ausgewogenen Ernährung geschieht. Andererseits besteht sicherlich kein Gegensatz zwischen schmackhaft und gesund. Vielfach wird man einen Obstsalat eher genießen als einen Riegel Schokolade. Es gehört aber etwas mehr Zeit dazu.
Mit dem Rauchen aufhören
Rauchen ist äußerst schädlich für den Körper. Dies gilt für Herzkreislauf- und Krebskrankheiten.Das Risiko, an einer Herzkreislaufkrankheit zu leiden, ist für einen Raucher im Durchschnitt 2 - 3 mal höher als für einen Nichtraucher. Das Risiko ist bei starkem Rauchen noch wesentlicher erhöht. Herzkreislaufkrankheiten kommen beim Raucher typischerweise früher zum Ausbruch.
Junge Menschen, die an Herzkreislaufkrankheiten leiden, besonders auch Frauen, sind fast immer Raucher und würden ohne das Rauchen länger – vielleicht lebenslang – frei von der Erkrankung bleiben. Wenn das Rauchen eingestellt wird, sinkt das Herzkreislaufrisiko um 40 - 50 %. Leider geschieht dies oft erst, wenn bereits ein
Herzinfarkt oder
Schlaganfall mit nicht mehr abwendbaren-Schäden aufgetreten ist. Das Rauchen ist kein Genuss, sondern eine Sucht. Unglücklicherweise greifen nach wie vor viele Kinder und Jugendliche zur Zigarette, so dass ihr Gefäßsystem sehr früh bereits einer starken Belastung ausgesetzt ist. Es kommt vermehrt zur Ausbildung von Blutgerinnseln, und die Blutgefäße altern frühzeitig. Sie werden anfällig gegenüber Erkrankungen und neigen zur Verkalkung.
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letzte Aktualisierung: 06.05.2013