Symptome der pAVK
Die pAVK ist anfangs schmerzlos Arteriosklerose und die damit verbundenen Durchblutungsstörungen beginnen oft schleichend und verursachen lange Zeit keine Schmerzen. In einer großen bundesweit angelegten Studie (getABI) zeigte sich, dass jeder Fünfte der beim
Hausarzt Untersuchten eine
pAVK im beginnenden oder sogar fortgeschrittenen Stadium hatte, ohne davon zu wissen. Erst wenn die Durchblutung so weit eingeschränkt ist, dass die betroffenen Muskeln unter Sauerstoffmangel leiden, macht sich dies beim
pAVK-Patienten durch mehr oder minder heftige, krampfartige Schmerzen in der Wade, aber auch im Fuß, Oberschenkel oder Gesäß bemerkbar.
Die pAVK wird in vier Stadien eingeteilt:
- pAVK-Stadium I: Engstellen, jedoch keine Schmerzen bzw. nur bei höherer Belastung
- pAVK-Stadium II: die sogenannte Claudicatio Intermittens – die Schmerzen beim Gehen zwingen zu regelmäßigen Pausen
- pAVK-Stadium III: Ruheschmerzen, insbesondere nachts
- pAVK-Stadium IV: offene Wunden entstehen, die schlecht heilen
Die von der
pAVK Betroffenen nehmen die Schmerzen im Anfangsstadium oft nicht ernst. Nicht einmal die Hälfte der über 65-Jährigen mit gelegentlichen Beschwerden gehen zum Arzt. Dabei muss bereits bei den ersten Anzeichen alles getan werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden. Eine lokale Behandlung an den Beinen ist in diesem Stadium zwar oft noch nicht nötig, aber die Symptome können ein Hinweis auf
Arteriosklerose an anderen Stellen sein. Da Verengungen an der Halsschlagader oder an den Herzgefäßen lange asymptomatisch bleiben, ist eine frühzeitige (medikamentöse) Behandlung oft lebensrettend. Sie vermindert das Risiko von
Herzinfarkt und
Schlaganfall erheblich.
Zudem sollten bei Gefäßverschlüssen und starken Durchblutungsstörungen in den Beinen auf jeden Fall vorsorglich auch Halsschlagader und Herzgefäße auf Verengungen untersucht werden.
Diagnostik der pAVK
Einfache pAVK-Früherkennung durch Knöchel-Arm-Index
 |
| Für den Patienten nicht belastend, aber aussagekräftig: Der ABI gibt erste Hinweise, ob eine Gefäßverengung vorliegt |
|
|
Auch bei
pAVK lohnen sich Vorsorgeuntersuchungen. Ob Gefäße verengt sind, zeigt der sogenannte Knöchel-Arm-Index (ABI). Bei dieser Untersuchung misst eine Sonde am Knöchel die Flussgeschwindigkeit des Blutes und damit, wie durchgängig die Gefäße sind. Normal ist ein ABI ≥ 0,9. Bei einem ABI von 0,7 - 0,89 liegt eine
milde pAVK und bei einem ABI von 0,41 - 0,69 eine
moderate pAVK vor. Bei einem ABI ≤ 0,4 liegt eine schwere Durchblutungsstörung vor. Die Ermittlung des ABI bietet eine aussagekräftige Möglichkeit der Früherkennung von Gefäßerkrankungen und sollte daher bei älteren Patienten bei keinem
Gesundheitscheck fehlen.
Weiterführende pAVK-DiagnostikBei Verdacht auf
pAVK erfolgt eine ergänzende körperliche Untersuchung, die durch eine Belastungsuntersuchung (zum Beispiel auf dem Laufband) bis zum Auftreten der Schmerzsymptomatik ergänzt wird. Ihr schließt sich die farbkodierte Duplexsonografie an. Weitergehende Informationen über den Zustand der Beingefäße können Magnetresonanz-Angiografie (MRA) und
CT-Angiografie erbringen. Beide sind nicht
invasiv, aber mit Kontrastmittelgabe und Strahlenbelastung verbunden. Die beste Aussagekraft hat die (invasive)
Angiographie (Gefäßröntgendarstellung), bei der zugleich auch kathetergestützte Behandlungen durchgeführt werden können.
letzte Aktualisierung: 29.05.2012
Artikelinformationen zu pAVK (periphere Arterielle Verschlusskrankheit)