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WPW-Syndrom - Symptome / Diagnose

Fallbeispiel

Eine 31-jährige Frau wird mit dem Notarzt im Krankenhaus eingeliefert mit der Diagnose „Verdacht auf Herzinfarkt mit bösartigen Herzrhythmusstörungen“. Ein Herzinfarkt kann ausgeschlossen werden, im Krankenhaus wird schnell erkannt, dass ein so genanntes WPWSyndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) vorliegt; mit Vorhofflimmern und einer extremen Herzfrequenzbeschleunigung auf 300/min. Als Notfallbehandlung wird zunächst in einer kurzen Narkose eine Elektroschockbehandlung durchgeführt, im Anschluss ist die Patientin wieder beschwerdefrei.

Im EKG finden sich weiter die eindeutigen Zeichen einer angeborenen Leitungsbesonderheit am Herzen, dem WPW-Syndrom. Dieses Krankheitsbild zeichnet sich durch eine zusätzliche Leitungsbahn am Herzen aus, die die Herzvorhöfe mit den Herzkammern verbindet. Auf Nachfragen berichtet die Patientin, dass sie schon seit der Kindheit immer wieder Anfälle von Herzrasen kennt, an die sie gewöhnt sei, die Anfälle dauern bis zu 1 h an, sie ist dabei schwach, Angstgefühl trete aber nicht auf, sie habe nie den Arzt aufgesucht, ein EKG sei noch nie registriert worden. Diesmal sei der Anfall erstmals nicht spontan terminiert sondern es kam im Verlauf zu einer dramatischen Verschlechterung des Befindens, sie sei kurz vor der Ohnmacht gewesen, der anwesende Lebensgefährte rief den Notarzt.

Bei der Patientin war es zu einer sehr gefährlichen Komplikation des WPW-Syndroms gekommen: Aus den „normalen“ Tachykardien, dem anfallsweisen Herzrasen kann eine sehr ungeordnete Herzrhythmusstörung, das sogenannte Vorhofflimmern werden. Diese an sich ungefährliche Herzrhythmusstörung kann für WPW-Patienten lebensgefährlich werden.

Es wird eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt, bei der die WPW-Bahn genau lokalisiert wird und durch die Ablationsbehandlung vollständig durchtrennt werden kann. Das anschließende EKG zeigt keine Auffälligkeiten mehr, die Patientin kann bereits am folgenden Tag wieder entlassen werden. Anfälle mit Herzrasen treten nicht wieder auf.

letzte Aktualisierung: 25.01.2010
Autor - Dr. med. Britta Schulte-Hahn 
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