Welche generellen Behandlungsmöglichkeiten bei Vorhofrhythmusstörungen existieren?
Lebensgefährlich bei Vorhoftachykardien, wie beispielsweise dem Vorhofflimmern, ist deren sehr schnelle Überleitung auf die Herzkammern. Mit Medikamenten (Antiarryhthmika) wie Beta-Blockern, Kalzium-Antagonisten oder Digitalis-Präparaten kann man erreichen, dass nur ein Teil der Vorhoferregungen übergeleitet wird und die Kammern ihre Funktion weiter aufrechterhalten können. Andere Antiarryhthmika werden aufgrund ihrer Nebenwirkungen vorsichtiger eingesetzt.
Eine „mechanische“ Möglichkeit der Verhinderung schneller Rhythmusstörungen besteht bei Vorhofflimmern oder Reentrytachykardien durch die Ablation. Dabei wird mit Hilfe eines Katheters, der durch elektrischen Strom erhitzt wird, eine zusätzliche Bahn oder der natürliche AV-Knoten funktionsunfähig gemacht, was bei Gelingen zur sofortigen Heilung führt. Die Ablation ist möglich bei Vorhofflimmern und -flattern, AV-Reentry-Tachykardie oder WPW-Syndrom.
Langsame Rhythmusstörungen werden seltener mit Medikamenten behandelt – Mittel der Wahl ist ein Herzschrittmacher. Nur wenige, sehr moderne Herzschrittmacher können auch Vorhoftachykardien erkennen und durch Überstimulation oder Kardioversion behandeln.
Dr. med. M. Katz
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