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Vorhofflimmern - Symptome / Diagnose

Fallbeispiel

Eine 69-jährige Patientin leidet seit vielen Jahren an anfallsweisem aus-dem-Takt-Geraten des Herzens, dem so genannten Vorhofflimmern. Ohne erkennbaren äußeren Anlass, häufig in Ruhe, ändert sich der Puls plötzlich, das Herz schlägt schnell, unregelmäßig, dabei kommt es zu Luftnot, Unruhe, Angstgefühl, Brustschmerzen. Die Anfälle halten zum Teil bis zu 2 Tage an, an diesen Tagen sei sie überhaupt nicht belastbar. Vor einigen Jahren erhielt sie einen Herzschrittmacher, da im Langzeit-EKG ein zum Teil sehr langsamer Puls aufgefallen war, im Wechsel mit dem stark beschleunigten Puls während der Herzrhythmusstörungen. Nach der Schrittmacherversorgung wurden verschiedene medikamentösen Behandlungen durchgeführt, jedoch ohne wesentliche Besserung der Beschwerden. Eine blutgerinnungshemmende Behandlung musste eingeleitet werden zur Verhinderung der bei dieser Art von Herzrhythmusstörung gefürchteten Schlaganfallkomplikation.

Die ursächliche Behandlung von Vorhofflimmern durch eine Ablationsbehandlung ist leider nicht so ohne weiteres möglich. Trotzdem kann bei dieser Patientin eine Behandlung durchgeführt werden, die sie nahezu beschwerdefrei macht. Durch die Verödung des Hauptnerven des Herzens, des so genannten AV-Knotens werden die Vorhofflimmerepisoden von der Patientin nach dem Eingriff nicht mehr bemerkt. Es kann in Zu- kunft auf Herzrhythmusmedikamente vollständig verzichtet werden, lediglich die blutgerinnungshemmende Therapie muß beibehalten werden.

Herzrhythmusstörungen stellen in der kardiologischen Praxis ein verbreitetes Problem dar. Nicht nur die durch Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder andere Herzerkrankungen belasteten Patienten neigen zu Herzrhythmusstörungen. Auch ansonsten völlig gesunde, junge Menschen können durch Herzrhythmusstörungen in ihrem alltäglichen Leben stark beeinträchtigt werden.

Die Therapie von Herzrhythmusstörungen hat sich in den letzten 15 Jahren grundsätzlich geändert. Während früher die unterschiedlichsten Rhythmusmedikamente (Antiarrhythmika) eingesetzt wurden, weiß man mittlerweile, daß diese Präparate nur noch gezielt eingesetzt werden sollten.

Die aktuelle Behandlung von Herzrhythmusstörungen umfasst folgende Aspekte:

  • Es wird die zugrunde liegende Herzerkrankung möglichst optimal behandelt. 
  • Durch die Entwicklung von implantierbaren Defibrillatoren ergibt sich für Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eine sichere Alternative zu Antiarrhythmika, die in diesen Fällen nur noch ergänzend eingesetzt werden. 
  • Die Ablationsbehandlung stellt für die Patientengruppe mit häufigen, hoch symptomatischen Herzrhythmusstörungen in vielen Fällen eine sichere, effektive Behandlungsmöglichkeit dar. 
  • Die Gabe von Antiarrhythmika ist vom erfahrenen Kardiologen sorgfältig im Einzelfall zu prüfen und zu begleiten, um Nebenwirkungen und Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.
letzte Aktualisierung: 25.01.2010
Autor - Dr. med. Britta Schulte-Hahn 
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