
Fallbeispiel
Ein 75-jähriger Patient wurde vor einigen Jahren am Herzen operiert. Auf Grund von Durchblutungsstörungen am Herzen war eine Bypass-Operation durchgeführt worden. Seit der Zeit fühlt er sich wieder recht gut, die Leistungsfähigkeit habe sich durch die Operation deutlich gebessert. Seit einigen Wochen bemerkt er nun wieder einen deutlichen Leistungsknick, das Treppensteigen falle ihm sehr schwer. Das Blutdruckmessgerät zeige seit der Zeit immer einen erhöhten Puls von ca. 125 - 135/min an. Auch in Ruhe sinke der Puls nicht mehr ab.
Das EKG zeigt das so genannte Vorhofflattern, eine Herzrhythmusstörung die bei Patienten mit Durchblutungsstörungen, nach Herzoperationen, bei Patienten mit Bluthochdruck aber auch bei Patienten ohne zusätzliche Herzerkrankung auftreten kann. Ursachen hierfür sind am ehesten degenerative Veränderungen in der rechten Herzvorkammer. Es kommt zu Verzögerungen der normalen Erregungsausbreitung mit Fehlleitungen und Kreiserregungen am Herzen. Die dadurch entstehenden Rhythmusstörungen halten meist lange an, enden häufig nicht von allein, müssen entweder durch Medikamente, meist aber durch Elektroschockbehandlung beendet werden. Das Risiko, dass die Arrhythmie im Anschluss wieder auftritt, ist sehr hoch. Bei diesem Patienten wird direkt die elektrophysiologische Untersuchung und Ablationsbehandlung durchgeführt. Ein Muskelstrang im Bereich der rechten Herzvorkammer mit stark verzögerter Erregungsleitung kann als Verursacher des Vorhofflatterns identifizert werden und verödet werden. Das Vorhofflattern wird dadurch beendet, es tritt im weiteren Verlauf nicht mehr auf. Die Leistungsfähigkeit bessert sich wieder deutlich.
| Autor -
Dr. med. Britta Schulte-Hahn |
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