Symptome der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Eine arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) verläuft lange beschwerdefrei. Im Anfangsstadium reicht die Durchblutung noch soweit aus, dass noch keine Beschwerden beim Laufen auftreten. Nehmen die Verengungen der Gefäße zu, schmerzen die Waden oder Oberschenkel zunächst beim Gehen, später auch im Ruhezustand.
Stadien der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Die arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) wird in vier Stadien unterteilt:
- Stadium I: Geringe Engstellen, noch keine Beschwerden – die arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) ist meist ein Zufallsbefund. Gelegentliche Beinschmerzen sollten deshalb ernst genommen werden!
- Stadium II: Alarmsignal: Schmerzen in Waden, Gesäß oder Oberschenkeln. Längere Strecken können nicht schmerzfrei gegangen werden:
- II a: Gehstrecke 200 m und mehr
- II b: kurze Gehstrecke, weniger als 200 m
- Stadium III: Schmerzen in den Füßen und Zehen im Ruhezustand, besonders im Liegen.
- Stadium IV: Das Gewebe ist geschädigt. Es bilden sich Geschwüre. Eine Amputation kann notwendig werden.
Diagnose der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA) als wissenschaftliche Fachgesellschaft empfiehlt, dass bei dem geringsten Verdacht auf Durchblutungsstörungen zur Diagnose eine so genannte Dopplerdruckmessung (auch ABI genannt) gemacht wird. An Oberarmen und Fußknöcheln wird mit einer Blutdruckmanschette und einer Dopplersonde der
Blutdruck gemessen. Anhand der Blutdruckwerte bestimmt der Arzt den Knöchel-Arm-Index. Bei gesunden Gefäßen sind die Werte an Arm und Bein annähernd gleich und der ABI liegt etwa bei 1,0. Beträgt der Wert 0,9 oder weniger, liegt eine arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) vor. Je niedriger der ABI ist, desto ausgeprägter sind die Durchblutungsstörungen und desto stärker sind auch die Beschwerden.
Diese einfache, kostengünstige und schmerzfreie Dopplerdruckmessung ist so treffsicher, dass sie sogar eine arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) beweist, wenn noch keine Beschwerden vorliegen. Die DGA setzt sich dafür ein, dass bei Patienten über 50 Jahren die Dopplerdruckmessung zur Standarduntersuchung beim
Hausarzt gehört.
Weitere Untersuchungen sollten zur Diagnose der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) nach der Dopplerdruckmessung folgen:
Ultraschalluntersuchung bei der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Ultraschalluntersuchungen zeigen schnell und schmerzfrei Verengungen und Verschlüsse in den Gefäßen. Arteriosklerotische Veränderungen können genau lokalisiert und vermessen werden. Damit ermöglicht dieses Verfahren die Zuordnung der Beschwerden zu den Gefäßveränderungen an den Beinen, ohne den Patienten zu belasten. Die Messgenauigkeit der Ultraschallmethoden ist so groß, dass ein Röntgen mit Kontrastmitteln immer seltener notwendig wird.
Laufband in Stadium II der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Im Stadium II der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) geht der Patient zusätzlich auf einem Laufband. Unter dieser gleichförmigen Gehbelastung misst man seine Strecke bis die Schmerzen beginnen (schmerzfreie Gehstrecke) und die Strecke bis zur Gehunfähigkeit wegen Schmerzen (absolute Gehstrecke) in Metern.
Wenn der Befund der
Ultraschalluntersuchung unklar ist oder die Schwere der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) eine weiterführende
Therapie erforderlich macht, dann muss eine Darstellung der Arterien mittels einer
Angiographie (Röntgen mit Kontrastmittel), einer
Computertomographie (
CT) oder eines
MRT (
Magnetresonanztomographie,
Kernspintomographie) erfolgen.
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Angiographie und Kathetereinsatz bei der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Die
Angiographie (med.
PTA) ist eine Röntgenuntersuchung der Gefäße und wird mit Kontrastmittel durchgeführt. Eine Schlagader, meist in der Leiste, wird nach örtlicher Betäubung punktiert. Das Kontrastmittel wird über einen dünnen Kunststoffschlauch (
Katheter) in das Gefäßsystem eingespritzt. Diese Untersuchung macht alle Arterien exakt sichtbar. Oft kann die Verengung in gleicher Sitzung mit einem Spezialkatheter erweitert werden. Die Strahlenbelastung ist bei Verwendung moderner Geräte gering. Bei Kontrastmittel- oder Jodallergie kommt es sehr selten zu allergischen Reaktionen. Eine medikamentöse Vorbeugung bei bekannten Allergien ist möglich.
Computertomographie bei der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Auch die
Computertomographie (
CT) ist eine Röntgenuntersuchung, in der ein Computer dreidimensionale Bilder oder filigrane Schichtbilder erzeugt. Es können mit dieser Methode sehr kleine Strukturen gut beurteilt werden. Zu beachten ist die erhöhte Strahlenbelastung im Vergleich zur
Ultraschalluntersuchung.
Magnetresonanztomographie (MRT) bei der arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
Der Patient wird mit der Untersuchungsliege in eine Röhre gefahren. Meist wird ein Kontrastmittel in die Vene eingespritzt. Das Kontrastmittel enthält kein Jod und ist bei Schilddrüsenerkrankungen unbedenklich. Das
MRT liefert mittels künstlich erzeugter Magnetfelder detaillierte Schnittbilder. Man erhält ohne Belastung durch Röntgenstrahlen hochaufgelöste Bilder vom gesamten Gefäßnetz des Patienten. Verengungen oder Verschlüsse sind exakt erkennbar. Patienten mit Implantaten aus Metall oder Herzschrittmachern können jedoch mit dieser Methode nicht untersucht werden.
Die
CT- und
MRT-Untersuchungen sind reine diagnostische Verfahren - nur bei der
Angiographie mit gleichzeitigem Kathetereinsatz kann man, wenn möglich, zugleich die arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) behandeln.
letzte Aktualisierung: 27.05.2012
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Artikelinformationen zu Verschlusskrankheit der Beingefäße (Schaufensterkrankheit)