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Synkope (Ohnmacht, Kollaps) - Hintergrund / Einleitung

Synkope (plötzliche Bewusstlosigkeit, Ohnmacht, Kreislaufkollaps, Kollaps)


Die Synkope ist in der Medizin definiert als vorübergehender, selbst endender Bewusstseinsverlust infolge kurzzeitiger Minderversorgung des Gehirns mit Blut. Im Volksmund spricht man auch von Ohnmacht. Synkopen führen häufig zu Stürzen. Das Auftreten von Ohnmacht-Vorboten (z.B. Übelkeit, Schweißausbruch, Hitzegefühl, weiche Knie, flaues Gefühl im Bauch) ist möglich. Eine Synkope ist in der Regel nur von kurzer Dauer (weniger als 20 sec).

Wie kommt es zu einer Synkope (Ohnmacht, Kollaps, plötzliche Bewusstlosigkeit)?


Es ist bekannt, dass eine komplette Unterbrechung der Durchblutung des Gehirns innerhalb weniger Sekunden zum Bewusstseinsverlust führt. Da die Gehirndurchblutung von der Höhe des Blutdruckes abhängt und damit von der Pumpleistung des Herzens sowie dem Widerstand der Blutgefäße, kann jede plötzliche Verminderung der Herzleistung (z.B. durch Rhythmusstörungen) und Abfall des Gefäßwiderstandes (z.B. durch Nervenreflexe) zum Auftreten einer Synkope (Ohnmacht) führen.


Einteilung und Ursachen der Synkopen (Ohnmacht, Kollaps, plötzliche Bewusstlosigkeit)


Die Synkopen werden in drei Haupt-Ursachen unterteilt:
  • Reflexvermittelte Synkope (Ohnmacht). Bei einer reflexvermittelten Synkope kommt es durch einen Nervenreflex zu einem plötzlichen Abfall des Blutdruckes sowie zu einer Verlangsamung des Herzschlages. Das Blut sackt aus dem Kopf in die Beine. Nach wenigen Sekunden wird dem Synkope-Patienten schwindelig und er stürzt nach weiteren Sekunden bewusstlos zu Boden. Ursache für den Nervenreflex sind vielfach optische Reize (z.B. beim Sehen von Blut), Schmerzen (z.B. das „Umfallen“ beim Blutabnehmen oder beim Zahnarzt), unangenehme Gerüche oder andere psychoemotionale Reize (z.B. die freudigen Erregungen bei einem Rockkonzert, aber auch das Übermitteln einer schlechten Nachricht).
  • Orthostatische Synkope (Ohnmacht). Zu einer orthostatischen Synkope kann es kommen, wenn man aus dem Liegen ganz schnell aufsteht. Schlagartig sackt dann das Blut ebenfalls aus dem Kopf in die Beine. Die Folge: Es steht für das Gehirn nicht genügend Blut zur Verfügung. Dem Patienten wird „Schwarz-vor-den-Augen“. Wenn man sich dann nicht ganz schnell wieder hinsetzt oder besser noch hinlegt, fällt man bewusstlos um. Bei einer orthostatischen Synkope kommt es zu einem Versacken des Blutes in die Beine nicht wie bei der reflexvermittelten Synkope durch einen Nervenreflex, sondern durch eine zu niedrige Spannung in den Beingefäßen (niedriger Gefäßtonus) sowie ein niedriges Blutvolumen. Zu letzterem kommt es z.B., wenn es nach einer Krankheit infolge von Durchfall oder Fieber zu größerem Flüssigkeitsverlust gekommen ist. Medikamente (z.B. Blutdruckmittel und bestimmte Herzmittel) wiederum können die Gefäßspannung herabsetzen.
  • Kardiale Synkope (Ohnmacht). Bei einer kardialen Synkope handelt es sich um eine Ohnmacht, die vor allem durch plötzlich auftretende Herzrhythmusstörungen auftritt. Es ist gut nachvollziehbar, dass der Blutkreislauf zusammenbricht, wenn das Herz entweder stehen bleibt oder so schnell rast, dass es sich nicht mehr ausreichend ausdehnen und zusammenziehen kann. Die Folge: Das Blut hört auf zu fließen. Nach wenigen Sekunden tritt die Bewusstlosigkeit ein. Die Dauer der Bewusstlosigkeit wird bestimmt durch die Dauer des Herzstillstandes bzw. des Herzrasens.

Bedeutung der Synkope (Ohnmacht, Kollaps, plötzliche Bewusstlosigkeit)


  • Synkopen sind häufig: Etwa 40 % aller Menschen erleiden in ihrem Leben zumindest einmal eine Synkope.
  • Synkopen verursachen Kosten: In den USA werden zur Betreuung von Synkope-Patienten jährlich 750 Millionen US-Dollar ausgegeben.
  • Synkopen sind psychisch belastend: Bis zu 50 % der Synkope-Patienten ändern ihre Lebensgewohnheiten aus Angst vor erneuten Stürzen.
  • Synkopen sind gefährlich: In bis zu 20 % gehen Kollapse mit Verletzungen (Verkehrsunfällen) einher.
  • Synkopen infolge von Herzrhythmusstörungen sind besonders gefährlich: Bis zu 20 % der Patienten verstirbt im Verlauf eines Jahres nach einer kardialen Synkope am plötzlichen Herztod.
letzte Aktualisierung: 15.05.2012

Artikelinformationen zu Synkope (Ohnmacht, Kollaps)
Autor
Portrait Andresen

Prof. Dr. med. Dietrich Andresen

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