Wie sieht die Behandlung der Perikarditis (Herzbeutelentzündung) aus?
Die Behandlung orientiert sich an der Ursache der Perikarditis.
Schmerzstillende Medikamente kommen bei der akuten Herzbeutelentzündung zum Einsatz, vorzugsweise Ibuprofen oder Diclofenac in Verbindung mit Magenschutzmitteln.
Colchizin wird als entzündungshemmendes Medikament verwendet, allein oder in Kombination mit einem der oben genannten Medikamente. Die Therapiedauer beträgt 3-6 Monate. Colchizin wird bei der wiederkehrenden, „rezidivierenden“ Perikarditis wie auch vermehrt bei der akuten Perikarditis eingesetzt, da unter Colchizin Rezidive vermindert werden können.
Kortikosteroide werden beispielsweise bei einer eindeutig diagnostizierten Autoimmunerkrankung verwendet. Ein ungezielter Einsatz ohne eindeutige Ursache erhöht die Rezidivrate. Bei z.B. eindeutiger viraler Herzbeutelentzündung dürfen Kortikosteroide nicht verordnet werden.
Die Behandlung der chronischen Perikarditis entspricht der
Therapie der akuten Perikarditis.
Die spezifische
Therapie orientiert sich an der detaillierten Diagnostik, ggf. unter Zuhilfenahme einer
Perikardpunktion. Anhand der Ergebnisse kann ggf. eine spezifische, z.B. antivirale, antibakterielle oder immunsuppressive
Therapie eingeleitet werden.
Bei Herzbeutelentzündungen im Rahmen einer bestimmten Grunderkrankung (z.B. Krebserkrankung, Nierenversagen) richtet sich die
Therapie auf die ursächliche Erkrankung. Ggf. erfolgt die Instillation eines Chemotherapeutikums in den Herzbeutel bei Befall mit Krebszellen. Bei einer eitrigen Perikarditis wird die Einlage einer Spülsaugdrainage erforderlich.
Ein
Panzerherz wird ggf. einer
operativen Therapie mit Fensterung, Entfernung bzw. Teilentfernung der vernarbten und verkalkten Herzbeutelanteile unterzogen.
 |
| CT-Thorax bei Panzerherz mit Nachweis einer das Herz umgebenden Kalkschale. In der Computertomographie kommt methodisch bedingt die Verkalkung des Herzbeutels hell zur Darstellung (Pfeile) |
|
Risiken und Nebenwirkungen der Perikarditis-Therapie
Ibuprofen und
Diclofenac können das Auftreten von Magengeschwüren begünstigen und werden daher in Kombination mit Magenschutzmitteln verordnet. Die genannten Medikamente sollten bei Einschränkungen der Nierenfunktion mit Vorsicht verordnet werden.
Colchizin kann typischerweise zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit und
Durchfall führen. Diese Beschwerden können mit einer Dosisreduktion vermindert werden.
Die Nebenwirkungen jeder verordneten medikamentösen, insbesondere spezifischen
Therapie im Falle einer direkt behandelbaren Ursache werden vom behandelnden Arzt individuell berücksichtigt und erklärt.
Über die
Risiken einer Herzbeutelpunktion wird der Patient ausführlich von dem behandelnden Arzt informiert (u.a. Blutung, Herzmuskel- oder Herzkranzgefäßverletzung, Rippenfellverletzung, Herzrhythmusstörungen, Notfall-Operation).
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Herzbeutelentzündung (Perikarditis)