Ob, und wenn ja welche Therapie angezeigt ist, richtet sich nicht nur nach der Höhe des Blutdrucks, sondern vielmehr nach dem kardiovaskulären Gesamtrisiko des jeweiligen Hochdruckpatienten. Der Arzt wird deshalb entsprechende Vor- oder Begleiterkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Diabetes, sowie deren Auftreten in der Familie genauso ins Kalkül ziehen, wie Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und eine Therapie daran individuell ausrichten. Das Ziel muss sein, durch nichtmedikamentöse und medikamentöse Maßnahmen einen Blutdruckwert unter 140/90 mmHg, bei Diabetikern unter 130/80 mmHg, zu erreichen.
Zur Senkung des hohen Blutdrucks steht nicht nur zu Beginn der Behandlung die Änderung des Lebensstils im Vordergrund des therapeutischen Ansatzes, sondern ist auch die Grundlage jeder medikamentösen Therapie. Dazu gehören:
Schon die Reduktion des Körpergewichts um wenige Kilo, kann den Blutdruck postiv beeinflussen. Vor allem das Bauchfett ist problematisch, da es blutdrucksteigernde Hormone produziert.
Regelmäßige Bewegung ist ein Schlüssel auf dem Weg zum normalen Blutdruck. Sie stärkt das Herz und hilft beim Stressabbau und der Gewichtsreduktion. Ein untrainierter Bluthochdruckpatient sollte es aber nicht übertreiben. Die sportliche Aktivität sollte dem Trainingszustand angepasst werden. Regelmäßige Spaziergänge, schwimmen und Fahrradtouren sind sinnvoller, als Kraft- und Ballsportarten, die durch Belastungsspitzen das Herzkreislaufsystem zusätzlich belasten.
Salz schmeckt und ist wichtig. Aber Salz bindet Wasser im Körper und sorgt so zusätzlich für einen erhöhten Blutdruck. Vor allem in Fertiggerichten ist viel Salz versteckt. Bluthochdruckpatienten sollten nicht mehr als 3-5 Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen und den Verzehr von tierischen Fetten reduziern. Besser sind pflanzliche Fette und eine ausgewogenen Ernährung mit Obst, Gemüse, Fisch und magerem Fleisch. Ein übermäßiger Lakritzverzehr kann ebenfalls zu erhöhten Bludruckwerten führen.
Auch wenn es schwer fällt - der blaue Dunst ist doppelt schädlich für Bluthochdruckpatienten. Zum einen fördert er die Bildung von arterieller Plaque (Arteriosklerose), zum anderen steigert er die Herzfrequenz. Sprechen Sie mit ihrem Arzt über unterstüzende Maßnahmen, wenn Sie Angst haben zu zu nehmen oder die Rauchentwöhnung ein zusätzlicher Stressfaktor darstellt.
Ein Glas Wein oder eine Flasche Bier pro Tag ist unbedenklich und wahrscheinlich sogar gesund. Studien haben gezeigt, dass Rotwein die Fließ- und Gerinnungseigenschaften des Blutes postiv beeinflussen. Aber alles was darüber hinausgeht ist schädlich. Alkohol sorgt für eine Erhöhung der Herzfrequenz und bedingt dadurch eine Erhöhung des Blutdrucks.
Leichter gesagt als getan - aber notwendig. Gerade Bluthochdruckpatienten stehen häufig zu sehr unter Druck. Sie müssen lernen sich zu entspannen. Finden Sie ihren Weg, Druck abzubauen. Dies wird sich auch positiv auf ihren Blutdruck auswirken.
| Autor -
medführer-Redaktion |
|
Als Autor anmelden |
Hier finden Sie Ihren Kardiologen, Kardiochirurgen und Gefäßchirurgen