
Fallbeispiel
Ein 28-jähriger sportlich aktiver Mann erleidet seit ca. 1 Jahr immer wieder attackenartiges Herzrasen. Die Anfälle treten meist in Ruhe auf, zum Beispiel nach dem Bücken, gehen einher mit einem ausgeprägten Angstgefühl. Er ist nicht mehr leistungsfähig, fühlt sich schwach, schwindelig, kurzatmig. Die Anfälle halten unterschiedlich lange an, manchmal nur einige Minuten, es kommt aber immer wieder auch zu länger anhaltenden Episoden bis über mehrere Stunden. Einige Male wurde er in einer Notaufnahme vorstellig, auch der Notarzt wurde schon gerufen, jeweils war der Anfall aber schon wieder beendet, bis ärztliche Hilfe kam.
Die bisherigen Herzuntersuchungen ergaben keine Auffälligkeiten, wahrscheinlich seien die Beschwerden nervös bedingt.
Auf Grund der für den Elektrophysiologen typischen Anamnese erfolgt die Empfehlung, eine elektrophysiologische Untersuchung durchzuführen:
Durch spezielle Stimulationsverfahren während des Eingriffs kann eine Herzrasenattacke ausgelöst werden, es zeigte sich eine angeborene Leitungsbesonderheit am Herzen durch eine Nervendoppelung mit der typischen „AV-Knoten-reentry-Tachykardie“. Durch eine Verödungsbehandlung kann der zusätzliche Teil des AV-Knotens, die so genannte langsame Leitungszone beseitigt werden. Der Eingriff dauert ca. 60 Minuten, findet in örtlicher Betäubung während eines kurzen stationären Aufenthaltes von 2 Tagen statt. Die Ablationsbehandlung ist nicht schmerzhaft, nach einer anschließenden Bettruhephase von 4 Stunden kann er wieder aufstehen und am nächsten Tag nach einigen Abschlussuntersuchungen wieder entlassen werden. Während der gesamten Nachbeobachtung über mehrere Jahre treten keine Herzrasenattacken mehr auf.
| Autor -
Dr. med. Britta Schulte-Hahn |
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