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Diagnose und Vorsorge - Krankheitsbild - Stress-Echokardiographie – medikamentös

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Stress-Echokardiographie – medikamentös
Stress-Echokardiographie – medikamentös

Allgemeines

Die Durchblutung des Herzens bleibt durch exzellente Ausgleichsmöglichkeiten lange normal, auch wenn Einengungen der Gefäße entstehen. Erst bei Einengungen von mehr als 90 % ist bereits in Ruhe oder vor einem Herzinfarkt eine Wandbewegungsstörung vorhanden. Einengungen über 70 % führen erst unter Belastung zu Durchblutungsstörungen und Wandbewegungsstörungen, während Einengungen unter 70% meist auch unter Belastung keine Störung der Blutversorgung des Herzens hervorrufen.

Definition

Die Stress- und Belastungs-Echokardiografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens unter Belastungsbedingungen. Diese nicht invasive (nicht eingreifende) Methode erlaubt die genaue Darstellung der Anatomie des Herzens und gibt dem Arzt oder der Ärztin die Möglichkeit, die Durchblutung des Herzens zu beurteilen. Da die Herzkranzgefäße jeweils bestimmte Wandabschnitte des Herzens versorgen, kann über Wandbewegungsstörungen auf die betroffene Herzkranzarterie geschlossen werden (s. Abb. 24).

Die normale Echokardiografie stellt das Herz unter Ruhebedingungen dar, die Stress-Echokardiografie unter Belastung, wobei prinzipiell folgende Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Das Herz wird mit einem Medikament so stimuliert, dass es einer körperlichen Belastungssituation entspricht.

Für die Untersuchung verwendet man eines der Medikamente Dobutamin, Arbutamin oder Dipyridamol. Diese Methode nennt man medikamentöse Stimulation. Bei der Belastungs- Echokardiografie, auch Ergometrie genannt, wird der Patient aktiv körperlich belastet, z.B. durch Radfahren auf einem Fahrradergometer.

 

 

Ziel der Untersuchung

Das Ziel der Untersuchung ist es, den maximalen Sauerstoffverbrauch des Herzens zu erzielen und eine Sauerstoffmangelreaktion des Herzens auszulösen, die sogenannte Ischämiereaktion. Bei einer Ischämiereaktion ist die Wandbewegung genau in dem Bereich gestört, der eine gestörte Durchblutung aufweist, wenn z.B. eines der Herzkranzgefäße verengt oder verschlossen ist. In Ruhe lässt sich dieser Bereich nicht erkennen, da hier die Versorgung über andere Gefäße, sogenannte Kollateralen ausreichend ist. Bei leichtem Sauerstoffmangel bewegen sich die Wände des Herzens weniger (Hypokinesie), bei stärkerem Mangel fehlt die Bewegung ganz (Akinesie). Bei sehr starkem Sauerstoffmangel im Infarktgewebe kommt es zu einer falschen Wandbewegung (Dyskinesie). Ischämiekaskade Wenn der Herzmuskel einen Sauerstoffmangel erleidet, werden bestimmte Ereignisse in einer zeitlichen und hierarchischen Reihenfolge ausgelöst:

  1. Durchblutungsstörung des Herzens (Perfusionsstörung) 
  2. Störung des Stoffwechsels im Herzmuskels (Metabolismus) 
  3. Wandbewegungsstörung der Entspannungsphase des Herzens 
  4. Wandbewegungsstörung der Anspannungsphase des Herzens 
  5. EKG-Veränderungen 
  6. Angina Pectoris Beschwerden (Druckgefühl in der Brust).

 

Fazit

Folglich kann man sagen, dass durch die Echokardiografie Störungen frühzeitiger festgestellt werden können als durch das EKG, da Veränderungen auch ohne Beschwerden auftreten können.

 

 

Linksventrikuläre Funktion

Es gibt zwei Untersuchungsmethoden, um die Funktion der linken Herzkammer zu beurteilen. Die bereits erwähnte Methode beurteilt die Bewegung der Wand. Die andere Methode berechnet die „Ejektionsfraktion“, die Auswurffraktion, die kurz EF genannt wird. Diese berechnet in Prozent, wie viel Volumen von der linken Herzkammer bei einer Herzaktion ausgeworfen wird. Ein Rest bleibt immer im Herzen, normalerweise mehr als 50 %.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dobutamin/Arbutamin

Sie liegen während der Untersuchung auf einer Liege. Zunächst werden Sie an ein Blutdruckmessgerät und an das EKG angeschlossen. Es wird ein Zugang in eine Armvene gelegt. Vor, während und nach der Belastung werden die Wandbewegungen des Herzens mittels Ultraschall beobachtet.

Der Computer speichert die Wandbewegungen in den einzelnen Phasen der Belastung und vergleicht die Daten miteinander. So können Veränderungen festgestellt werden, die auf Durchblutungsstörungen hinweisen.

Dobutamin ist ein synthetisches Katecholamin/ Stresshormon, welches den Sauerstoffverbrauch des Herzens steigert und in vielen Bereichen der Medizin, z.B. in der Intensivmedizin eingesetzt wird.

Wie bei körperlicher Belastung, in der Frühund Spätbelastungsphase steigert Dobutamin die Herzfrequenz.

Bei niedrigen Dosierungen führt Dobutamin zur Verbesserung der Kontraktionen in den gesunden Arealen des Herzmuskels. Beim Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung, also der Verengung oder dem Verschluss eines der den Herzmuskel versorgenden Gefäße, kommt es mit der Zeit bei höheren Dosierungen zur Erschöpfung mit einer Kontraktionsminderung der Bereiche mit reduziertem Blutfluss. Die Untersuchung dauert ca. 30 Minuten.

Wenn die Herzfrequenz nicht ausreichend ansteigt (<120/min), wird noch Atropin gespritzt, um die Herzfrequenz zu steigern. Nur bei hoher Ausbelastung können sichere Informationen gegeben werden. Bei zu geringer Stimulation werden besonders geringgradige Einengungen übersehen.


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