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Dr. med. Hunold
Multislice-Computertomographie, auch Mehrzeilen-Spiral-CT oder im angloamerikanischen Sprachgebrauch Multidetektor-CT (MDCT) genannt, bezeichnet die neueste Generation der Computertomographen, die seit 1998 in der klinischen Radiologie verfügbar ist. Wie in der konventionellen Computertomographie (CT), die seit etwa 25 Jahren in der radiologischen Diagnostik etabliert ist, werden auch bei der Multislice-Computertomographie mittels Röntgenstrahlung und einem um den Patienten rotierenden Röntgenröhren-Detektor-System Schnittbilder des Körpers erstellt, während dieser auf einem beweglichen Tisch durch das Gerät gefahren wird. Im Unterschied zu den älteren Geräten können aber mit einem MSCT-Gerät 4, 16 oder in Zukunft bis zu 32 dünne Schichten des Körpers gleichzeitig aufgenommen werden. Außerdem rotieren die Röntgenröhren in diesen MSCT-Geräten schneller als früher um den Patienten herum. Dadurch können diese Geräte auch sehr kleine und bewegliche Strukturen besser abbilden, als das bisher der Fall war – man spricht von höherer zeitlicher und räumlicher Auflösung. Erst mit diesen technischen Neuerungen wurde es möglich, das Herz und insbesondere die Herzkranzgefäße zu untersuchen.
Es gibt zwei Gruppen von Fragestellungen oder Anwendungen der Multislice-Computertomographie bezüglich des Herzens: 1. Koronare Kalkablagerungen Der Nachweis und die Mengenbestimmung von Kalk in den Herzkranzgefäßen („Kalkscoring“) ist mit der Multislice-Computertomographie, ähnlich wie mit der Elektronenstrahltomographie (s. dort), gut möglich. Hierzu wird das Herz eines Patienten während einer einzigen Atemanhaltephase, die in der Regel etwa 10 Sekunden dauert, untersucht, ohne dass die Injektion von Kontrastmittel erforderlich wäre. Insgesamt dauert die Untersuchung nur wenige Minuten. Es wird in dieser Zeit ein dreidimensionaler Datenblock erstellt, aus dem mit Hilfe leistungsstarker Computer, Schichten von 3 mm Dicke rekonstruiert werden. Mit besonderen Nachverarbeitungsprogrammen wird daraufhin die Menge des Kalks gemessen. Das Ergebnis wird mit alters- und geschlechtsspezifischen Normwerttabellen verglichen. Auf diese Weise lässt sich eine Aussage über das Risiko treffen, in Zukunft einen Herzinfarkt zu erleiden. 2. Multislice-Computertomographie mit Kontrastmittelgabe Eine andere Untersuchung ist die Darstellung der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel, um Engstellen, sogenannte Stenosen, zu entdecken und deren Schweregrad abzuschätzen (MSCT-Koronarangiographie, MSCTA). Dazu wird dem Patienten während der Aufnahme Röntgen-Kontrastmittel über eine Armvene injiziert. Die Aufnahme wird wiederum während eines Atemstillstandes durchgeführt, der allerdings bei dieser Untersuchung etwa 20 Sekunden lang ist. Analog zur Elektronenstrahltomographie wird der Innenraum des Gefäßes abgebildet. Stenosen stellen sich als Einschnürung oder Abbruch des Gefäßes dar.
Die Qualität der Untersuchung ist stark von einer guten Vorbereitung des Patienten und dessen Mitarbeit abhängig. Weil sich das Herz schnell bewegt, ist es wichtig, eine scharfe Abbildung der zarten Strukturen wie der Herzkranzgefäße zu gewährleisten. Dazu ist es notwendig, dass der Patient während der Aufnahme die Luft streng anhält und das Zwerchfell nicht bewegt.
Wie oben erwähnt, gelingt die Untersuchung bei Patienten mit hoher Herzfrequenz nicht. Dies gilt auch für Patienten mit Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern, häufige Extrasystolen). Ebenfalls können solche Patienten, die nicht still liegen oder die Luft genügend lange anhalten können, nicht untersucht werden. Bei Patienten mit Implantaten im Brustraum, wie z.B. Herzschrittmachern, kann es erhebliche Bildstörungen geben, die eine Auswertung unmöglich machen können. Hier muss im Einzelfall, abhängig von der Fragestellung, entschieden werden. Für Untersuchungen, die mit der Injektion von Kontrastmitteln einhergehen, gelten als Gegenanzeigen eine bekannte Kontrastmittelallergie, eine Schilddrüsenüberfunktion und eine starke Einschränkung der Nierenfunktion.
Wichtig ist, dass Sie angeben, ob Sie andere Erkrankungen haben, z.B. Diabetes (Zuckerkrankheit), und dagegen Medikamente einnehmen, die sich nicht mit Kontrastmittel vertragen. Wenn Sie eine bekannte Kontrastmittelallergie haben, muss der Arzt dies wissen, um Gegenmaßnahmen treffen zu können oder auf die Untersuchung zu verzichten.
Die Untersuchung zur Bestimmung von Koronarkalk, die ohne die Gabe von Kontrastmittel auskommt, ist nicht gefährlich. Risiken können bei der Untersuchung auf Stenosen in den Herzkranzgefäßen entstehen, wenn Sie gegen das injizierte Röntgenkontrastmittel allergisch sind und entsprechend darauf reagieren. In aller Regel kann man auch solche Unverträglichkeitsreaktionen schnell und wirksam behandeln. In sehr seltenen Fällen gibt es aber schwere, teilweise lebensbedrohliche Reaktionen, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern. |
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