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Kontrast-Echokardiografie Allgemeines zur Kontrast-Echokardiografie Die Kontrast-Echokardiografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens mit vorheriger Gabe von Kontrastmittel in eine Vene. Das Ziel der Kontrast-Echokardiografie ist es, Strukturen des Herzens exakt voneinander zu unterscheiden und gegenüber den blutgefüllten Herzhöhlen abzugrenzen. Man unterscheidet lungengängige von nicht lungengängigen Kontrastmitteln. Die Methode wird angewandt, um Herzfehler zu diagnostizieren, Blutflussgeschwindigkeiten zu messen, um die Durchblutung des Herzmuskels zu prüfen, die Verengung oder den Verschluss eines der den Herzmuskel versorgenden Gefäße festzustellen. Kontrastmittel bei der Kontrast-Echokardiografie Echokontrastmittel bestehen aus Mikrobläschen. Sie haben eine Größe von 2 - 3 μm, das entspricht etwa einem Viertel der Größe eines roten Blutkörperchens. Wenn nun Ultraschallwellen auf die Mikrobläschen auftreffen, werden diese stärker gestreut als das normale Blut. Die Ultraschallwellen werden auf den Schallkopf zurückgestrahlt, unterschiedliche Geschwindigkeiten zeigen sich auf dem Bildschirm in Schwärzungsunterschieden. Dadurch stellt sich der kontrastmittelangereicherte Bereich heller dar und umgebende Strukturen – wie zum Beispiel die Wände der Herzkammern – lassen sich besser abgrenzen und erkennen. Auch Blut, welches in eine falsche Richtung fließt, lässt sich darstellen, z.B. bei Herzfehlern. Kavitationen entstehen bei schneller Strömung von Flüssigkeit, z.B. Schiffsschrauben, aber auch Infusionen und Injektionen. Diese Kavitationen sind aber in der Größenordnung von 60 – 80 μm.
Es gibt viele verschiedene Kontrastmittel, mit verschiedenen Eigenschaften. Der Arzt wählt das Kontrastmittel aus, welches für die spezielle Fragestellung am besten geeignet ist. Der normale Blutfluss im Herzen Das sauerstoffarme Blut fließt aus dem Körper über eine obere und eine untere große Hohlvene zum Herzen zurück in den rechten Vorhof, von dort über eine Klappe (Trikuspidalklappe) in die rechte Herzkammer, um durch eine weitere Klappe (Pulmonal = Lungenklappe) in die Lungen gepumpt und mit Sauerstoff angereichert zu werden. Das angereicherte Blut gelangt über die Lungenvenen in den linken Vorhof und von hier aus über die Mitralklappe in die linke Herzkammer. Von hier wird das Blut durch die Aortenklappe in die Aorta (die große Körperschlagader) und zu den anderen Organen gepumpt. a) Nicht lungengängige Kontrastmittel bei der Kontrast-Echokardiografie „Nicht lungengängig“ bedeutet, dass dieses Kontrastmittel in eine Armvene gespritzt wird, durch die Hohlvenen in den rechten Vorhof und in die rechte Herzkammer gelangt, aber nicht über die Lunge in das linke Herz. Folglich verwendet man sie, wenn man das rechte Herz und die Hohlvenen darstellen möchte oder bei Verdacht auf einen Defekt zwischen den beiden Vorhöfen oder zwischen den beiden Herzkammern. Wenn sich Kontrastmittel im linken Herzen befindet kann es nur über einen Defekt in den Trennwänden dorthin gelangt sein, da es die Lunge nicht passieren kann. Der Bereich, durch den das Kontrastmittel tritt, kann sehr schnell lokalisiert werden. Derzeit gibt es nur ein nicht lungengängiges Kontrastmittel mit dem Namen Echovist® (Gelifundol). Es besteht aus Zucker (D-Galaktose), der in Wasser gemischt wird. Dabei entsteht der Gaseinschluss und die Bildung der Mikrobläschen. b) Lungengängige Kontrastmittel bei der Kontrast-Echokardiografie Die lungengängigen Kontrastmittel Levovist® oder Optison®, welche aus D-Galaktose und Palmitinsäure zur Stabilisierung der Mikrobläschen bestehen, können über die Lunge in das linke Herz gelangen. Nach wenigen Minuten reichert es sich im Herzmuskelgewebe an. Da dieses Kontrastmittel bis in das linke Herz gelangt, wird es zur Darstellung des linken Vorhofes und der linken Herzkammer eingesetzt.
Wie läuft die Kontrast-Echokardiografie ab? Sie liegen als Patient während der Untersuchung auf einer Liege wie bei der medikamentösen Belastung. EKG und Blutdruck werden überwacht. Für die Kontrastmittelgabe wird ein venöser Zugang (Braunüle) in eine Armvene gelegt. Die Untersuchung dauert je nach Fragestellung ca. 20 Minuten. Wer bekommt ein Kontrastecho? Bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern wird ein Kontrastecho durchgeführt, um den Herzfehler festzustellen oder genau zu beschreiben. Hierzu gehören ein Defekt in der Wand zwischen den beiden Vorhöfen (Vorhofseptumdefekt) und ein offenes Foramen Ovale, eine Struktur, die im Mutterleib offen ist, um das Blut vom rechten direkt in den linken Vorhof zu transportieren, und die sich normalerweise nach der Geburt verschließt. Ebenso besteht Bedarf an einem Kontrastecho bei einem Defekt in der Wand zwischen den beiden Herzkammern. Ein weiterer großer Bereich ist die Untersuchung der Herzklappen. Wenn diese Klappen nicht vollständig schließen, kann man den Rückfluss des Blutes im Ultraschall sehen. Nach Kontrastmittelgabe können Wandbewegungsstörungen genauer beurteilt werden, da die Wand nach Kontrastmittelgabe besser von der Herzkammer zu unterscheiden ist. Da sich ein Kontrastmittel, wie bereits oben erwähnt, im Herzmuskel anreichert, kann man genau sehen, wenn ein Bereich schlecht durchblutet ist. Hier reichert sich dann kein Kontrastmittel an oder verspätet, wenn der Bereich über andere Gefäße mitversorgt wird. Nach Herzinfarkten können nicht mehr durchblutete Bereiche entstehen, sogenannte Narben. Es ist möglich, dass andere Gefäße diese Bereiche nach einer gewissen Zeit mitversorgen, was sich mit Hilfe der Kontrast-Echokardiografie feststellen lässt. Das Herz ist von einem Herzbeutel (Perikard) umgeben. Wenn sich Flüssigkeit in diesem Beutel sammelt, hindert sie das Herz daran, sich zusammenzuziehen, zu kontrahieren, und diese Flüssigkeit muss mit einer Nadel abgesaugt werden (Perikardpunktion). Um zu erkennen, ob sich die Nadel auch im Bereich der Flüssigkeitsansammlung befindet, gibt man etwas Kontrastmittel und sieht dann im Ultraschall, welcher Bereich sich aufhellt; die Herzinnenräume oder die Flüssigkeitsansammlung. Stellt man letzteres fest, kann man die Flüssigkeit abziehen. Welche Risiken und mögliche Nebenwirkungen gibt es bei der Kontrast-Echokardiografie? Im Großen und Ganzen sind Nebenwirkungen bei der Kontrast-Echokardiografie selten. Überempfindlichkeitsreaktionen gegen die Kontrastmittel sind möglich. Ferner kann es zu einer schnelleren Atmung, Husten, Missempfinden beim Atmen, kurzzeitige Empfindungsstörungen (die nach etwa 15 Minuten wieder verschwinden), Augenflimmern, Ausfall eines Sehfeldes, Kopfschmerzen, Geschmackstörungen auf der Zunge, Hörstörungen, Übelkeit, Brechreiz und Angstgefühl kommen. Bleibende Störungen sind sehr selten (< 0,001 %). Was ist die koronare Flussreserve und wie kann man sie bestimmen? Bei einem transösophagealen Echo (der Patient schluckt einen Schlauch, damit das Herz von der Speiseröhre aus angeschaut werden kann) lässt sich die Richtung des Ultraschalles parallel zu der vorderen Herzkranzarterie (Ramus interventrikularis anterior) ausrichten. Somit ist eine Analyse des Blutflusses innerhalb dieses Gefäßes möglich. Zunächst wird der Blutstrom im Gefäß in Ruhe gemessen, anschließend wird das Medikament Adenosin gegeben. Adenosin imitiert eine körperliche Belastung und stellt die Herzkranzgefäße weit. Durch die Weitstellung wird der Blutfluss im Herzkranzgefäß erhöht. Um den Blutstrom in den Herzkranzgefäßen besser sichtbar zu machen, gibt man zusätzlich ein Echokontrastmittel. Das Ziel der Untersuchung ist die belastungsabhängige Vermehrung des Blutflusses im Herzkranzgefäß, beziehungsweise dessen Ausbleiben bei Vorliegen einer höhergradigen Engstelle. Bei Patienten ohne Koronarstenose ergibt sich ein Anstieg der mittleren Geschwindigkeit in der Entspannungsphase um das Dreifache zum Ruhezustand. Falls eine höhergradige Engstelle vorliegt (mehr als 75 %) steigt der Fluss nur um den Faktor 1,5. Bei wem kann diese Untersuchung durchgeführt werden? Bei Patienten, die an einer koronaren Herzerkrankung oder an Krankheiten leiden, die eine Verengung der Herzkranzgefäße begünstigt – wie zum Beispiel erhöhter Blutzucker und erhöhter Blutdruck – besteht die Möglichkeit, Engstellen im absteigenden Ast der linken Herzkranzarterie durch echokardiographische Flussmessungen zu erkennen. Die Aussagefähigkeit der Untersuchung wird durch eine nicht ausreichende Dopplerflussqualität begrenzt. Allerdings kann die Qualität des Signals durch Gabe eines lungengängigen Kontrastmittels von 23 % auf 66 % erhöht werden. Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten? Das Risiko der Untersuchung ergibt sich aus dem Risiko der Stress-Echokardiographischen Untersuchung, summiert mit dem Risiko einer intravenösen Gabe von Kontrastmittel. Das Risiko ist gut kalkulierbar. Nach Gabe von Adenosin kann es zu Angina Pectoris-Beschwerden kommen, die jedoch nach Unterbrechung der Zufuhr von Adenosin sofort zum Stillstand kommen. Bei einigen Patienten tritt Herzklopfen und in seltenen Fällen Schwindel oder Übelkeit auf. Nach Gabe des Kontrastmittels können allergische Reaktionen auftreten, die sich mit Medikamenten gut behandeln lassen. Todesfälle unter Adenosinbelastung sind nicht bekannt. Was müssen Sie vor der Untersuchung beachten? Wenn Sie herzwirksame Medikamente einnehmen, sollten diese am Tag der Untersuchung bis zur Untersuchung selbst pausiert werden. Ebenso sollten Sie 6 Stunden vor der Untersuchung nicht essen oder trinken. |
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